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Für Söder heißt das Vorbild: Söder

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Corona-Beschränkungen - Für Söder heißt das Vorbild: Söder

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Bayern hat die zweitmeisten Corona-Fälle und die höchste Todeszahl unter den deutschen Bundesländern. Trotzdem sieht sich Ministerpräsident Söder in seinem Kurs bestätigt.

Kommentar: Alexander Poel zu Markus Söder
Kommentar: Alexander Poel zu Markus Söder
Quelle: dpa

Die Zahlen des Robert-Koch-Instituts wollen nicht recht zum Image passen, das sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seit Beginn der Corona-Krise gibt.

Erklärungen immer schnell zur Hand

Nach Nordrhein-Westfalen verzeichnet der Freistaat die meisten Krankheitsfälle, bei den Todeszahlen nimmt Bayern gar den traurigen Spitzenplatz ein.

Eine Erklärung hat Söder stets und schnell zur Hand: Waren es zunächst die Urlaubsrückkehrer aus den Risikoländern, sind es nun die Unvernünftigen - all jene also, die zu später Stunde auf öffentlichen Plätzen Partys feiern und dabei den vorgeschriebenen Mindestabstand nicht einhalten.

Fast beiläufig, aber typisch Söder, schiebt er in der heutigen Pressekonferenz den schwarzen Peter weiter in Richtung Landeshauptstadt München. Die Entscheidung über das Münchner "Ersatz-Oktoberfest" hätten die Wirte zusammen mit der Landeshauptstadt getroffen. "Bei den Folgen haben wir eng zusammengearbeitet", sagt Markus Söder und man weiß nicht recht, was er damit sagen will: Ist München an allem schuld? Oder stimmt man sich eng ab. Wahrscheinlich beides.

Ziel: Zweiten Lockdown verhindern

Das Bild, das der bayerische Ministerpräsident von sich verbreiten will, ist nach wie vor das des konsequent Handelnden. Die Strategie sei weiter die Bayerische, sagt Söder und verweist im Vergleich dazu auf Schweden und die steil ansteigenden Todeszahlen dort. Priorität habe für Bayern der Schutz Älterer.

Mit den heute verkündeten Maßnahmen will die Staatsregierung vor allem zwei Ziele erreichen. Ein zweiter Lockdown soll unter allen Umständen vermieden werden und: Schulen und Kitas müssen weiter geöffnet bleiben.

Dazu soll nun bei einem signifikanten Anstieg der Neuinfektionen eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen gelten. Private Kontakte werden in diesem Fall wieder eingeschränkt. Die Entscheidung, diese Maßnahmen in die Hände der Städte und Gemeinden zu legen, ist richtig.

Genauso wie die Drohung in Richtung der Fußball-Fans: Wer jetzt allen Ernstes mit dem Gedanken spielt, zum Supercup-Finale Bayern gegen Sevilla nach Budapest zu reisen - in einen "Super-Hotspot" sozusagen, dem ist mit guten Argumenten wohl nicht mehr beizukommen. Für diesen Fall droht ein verpflichtender Corona-Test oder eine Quarantäne.

Auch Bayern nicht unfehlbar

Die verschärfenden Maßnahmen, die das bayerische Kabinett heute beschlossen hat, sind insgesamt eine Bestätigung des Kurses von Markus Söder. Was ihm fehlt, ist das Eingeständnis, dass auch die Bayern nicht unfehlbar sind.

Dass man mit manchen Maßnahmen wie den Tests an Autobahnen vielleicht zu viel zu schnell wollte. Dass die Öffnung von Restaurants und Cafés vielleicht doch ein falsches Signal von zu viel Sicherheit ausgesendet hat. Aber dazu kann sich Markus Söder auch nicht auf Nachfrage durchringen.

Alles richtig gemacht, sagte er erst gestern vor einer CSU-Vorstandssitzung. Noch kann sich der bayerische Ministerpräsident an guten bis sehr guten Umfragewerten erfreuen - und solange heißt für Markus Söder das Vorbild: Markus Söder.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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