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Spahn: "Wirtschaft ist nichts Abstraktes"

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"Berlin direkt" - Spahn: "Wirtschaft ist nichts Abstraktes"

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Öffnung der Läden davon abhängig machen, ob Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, sagte er bei "Berlin direkt".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnt davor, in der Corona-Krise Gesundheit und Wirtschaft gegeneinander zu setzen. "Wirtschaft ist ja nichts Abstraktes, das sind ja auch Menschen", betont er im ZDF.

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Die Corona-Krise sei für alle "eine ziemlich neue Lage", wie es sie in den letzten 100 Jahren nicht gegeben habe, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Deshalb müssten alle dazulernen und Entscheidungen überdenken.

Gesundheit und Wirtschaft nicht wegen Corona gegeneinander setzen

Bund und Länder hätten gemeinsam die 800-qm-Regel beschlossen, betont er, doch es gebe ein Unverständnis in der Bevölkerung, "warum 799 qm geht, 801 qm nicht". Daher müsse es "eher um Kriterien als Quadratmeter" gehen, so der CDU-Politiker, also darum, "wieviel Personen halten sich auf 20 Quadratmeter auf maximal in einem solchen Geschäft".

Es gehe bei den Corona-Maßnahmen zwar um den Schutz der Gesundheit, sagt Spahn, aber er sehe nicht, dass man Gesundheit und Wirtschaft so gegeneinander setzen könne:

Wirtschaft ist ja nichts Abstraktes, das sind ja auch Menschen.
Jens Spahn

Wer von Arbeitslosigkeit bedroht sei, Kurzarbeit mache oder für den als Selbständiger die Existenz auf dem Spiel stehe, dessen seelische Gesundheit könne davon ebenfalls betroffen sein.

Deutschland hat "erste Welle" gut überstanden

Als Gesellschaft habe man gemeinsam geschafft, "die erste Welle, die erste Dynamik, die wir hatten, Anfang/Mitte März im Ausbruchsgeschehen, zu unterbrechen und zurückzubringen in eine Größenordnung, mit der wir umgehen können", so der Minister. Das Gesundheitssystem sei zu keiner Zeit überfordert gewesen, aber "wir sind immer noch mitten in der Pandemie", mahnt er.

Für den künftigen Umgang miteinander brauche es daher Kriterien, die helfen sollen, das Infektionsrisiko zu minimieren, dazu gehörten Hygieneregeln, Abstandsregeln oder andere Begrüßungsrituale als Händeschütteln. Diese müssten noch auf Monate gelten, sagt er.

Corona-App: Akzeptanz durch Freiwilligkeit

Eine weitere Maßnahme ist die von der Bundesregierung beschlossene sogenannte Corona-App. Sie diene zur "Viruskontrolle" und soll helfen, die Wege und Kontakte eines Infizierten nachzuvollziehen, betont er. "Wir wollen schnell Infektionsketten erkennen." Erfolgreich kann eine solche App aber nur sein, wenn sie "eine hohe Akzeptanz" in der Bevölkerung habe, und dies sei nur der Fall, wenn sie "freiwillig ist", sagt Spahn im ZDF.

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