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4.000 Neuinfektionen: Was Spahn dazu sagt

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Gesundheitsminister im ZDF - 4.000 Neuinfektionen: Was Spahn dazu sagt

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4.000 Neuinfektionen an einem Tag meldet das RKI. Deutschland sei gut gerüstet, so Gesundheitsminister Spahn im ZDF. Gleichzeitig warnt er: "Die Lage kann sich schnell ändern."

Noch belasten die steigenden Corona-Zahlen das Gesundheitssystem nicht. „Wir können das Virus unter Kontrolle behalten“, sagt Gesundheitsminister Spahn, allerdings müsse man auf die Gesundheitsämter achten. Und hier zeigten sich erste Probleme.

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ZDF: Angesichts der heute gemeldeten Zahlen scheint die Sorge vor Kontrollverlust, vor dem Sie ja heute gewarnt haben, eigentlich gar nicht so drängend. Oder ist das alles doch sehr trügerisch?  

Jens Spahn: Es geht darum, beides zu sehen. Wir haben - Stand heute - die Dinge weiter gut unter Kontrolle im Gesundheitswesen. Wir können in der Intensivmedizin gut damit umgehen. Wir haben freie Betten, wir sind vorbereitet auf vieles. Gleichzeitig sehen wir aber stark steigende Zahlen.

Und es gibt irgendwann einen Punkt, da entgleitet es und wächst dann sehr, sehr stark. Und dann steigt automatisch in der Folge auch die Behandlungsnotwendigkeit. Wir haben doch gemeinsam gezeigt, wir können dieses Virus unter Kontrolle behalten, mit einer banalen, aber wirksamen Waffen: den AHA-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Und indem wir auf bestimmte Dinge, auch wenn's schwerfällt, verzichten. Zum Beispiel auf geselliges Feiern.  

Die stark ansteigenden Corona-Infektionszahlen in Deutschland alarmieren die Bundesregierung und Wissenschaftler. Die Lage dürfe nicht außer Kontrolle geraten.

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ZDF: Sie sagen, das ist ein gewisser Automatismus. Es gibt aber Wissenschaftler, Professor Streeck aus Bonn gehört dazu, die sagen, selbst 20.000 Neuinfizierte am Tag müssten noch nicht zwingend Angst machen, würden das Gesundheitssystem nicht automatisch überfordern. Das sehen Sie offenbar anders.  

Spahn: Das eine ist ja die Frage der Intensivkapazitäten und der Behandlungsmöglichkeiten in den Krankenhäusern. Das andere ist aber auch die Möglichkeit der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Eine unserer besten Waffen, neben den AHA-Regeln, ist, dass wir mit unseren Gesundheitsämtern - besser als viele andere Länder auf der Welt - es bis hierhin gut schaffen, Kontakte nachzuverfolgen, die Kontakte von Infizierten zu informieren und zu Quarantäne aufzufordern und damit Infektionsketten zu brechen.

Ab einer bestimmten Größenordnung können die Gesundheitsämter das aber einfach nicht mehr schaffen.  
Jens Spahn, Gesundheitsminister

ZDF: Erst mal ist ja wichtig, dass das Virus von den Jungen gar nicht erst auf die Alten übergeht, zum Beispiel durch großes privates Feiern. Wenn man sich nun gezielt darum kümmert und Ihrem Rat auch folgt, Herr Spahn, wozu braucht es dann noch so etwas wie ein Beherbergungsverbot, das jetzt die Herbsturlauber verunsichert? Denen Sie ja im Übrigen geraten haben, im eigenen Land Urlaub zu machen? 

Die Kurve geht wieder nach oben: In Deutschland infizieren sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Todesfälle steigt derzeit aber kaum. Anders als zu Beginn der Pandemie.

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Spahn: Na, hier sehen Sie, wie schnell in einer solchen Pandemie sich die Lage verändern kann. Als ich das gesagt habe - vor mittlerweile über vier Wochen - hatten wir in Deutschland noch ein deutlich niedrigeres Infektionsgeschehen. (...) Wenn es gelingt, das Infektionsgeschehen in Städten wie Berlin, Hamburg, Bremen wieder zu brechen und unter Kontrolle zu kriegen, dann ist das der bessere Weg als Beherbergungsverbote. Gleichwohl verstehe ich auch die Bundesländer, die sagen: Wir haben niedrige Zahlen und das wollen wir auch so behalten. Deswegen wollen wir den Eintrag minimieren.

Entscheidend scheint mir, dass wir bundeseinheitliches Vorgehen haben.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

ZDF: Das ist aber wieder nicht gelungen...  

Spahn: ...es ist bis hierhin noch nicht gelungen. Wir bemühen uns weiter darum. Wissen Sie, unser höchstes Gut in dieser Pandemie ist das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger und die Akzeptanz der Maßnahmen. Und diese Akzeptanz lebt auch von Nachvollziehbarkeit und Einheitlichkeit dieser Maßnahmen.

Urlaub in Deutschland war für viele ein Ferienplan. Doch mit steigenden Corona-Infektionszahlen gehen die Urlaubs-Buchungen zurück. Das Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten verunsichert nun Hoteliers, Urlauber und auch Lokalpolitiker.

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ZDF: Letzte kurze Frage: Stehen wir Weihnachten bei den 19.000 Infizierten, die die Bundeskanzlerin vorausgesagt hat? 

Spahn: Das liegt an uns allen. Das liegt daran, ob wir weiterhin aufeinander Acht geben. Vor allem mit den AHA-Regeln - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Ergänzt ums Lüften, wenn wir jetzt wieder mehr im geschlossenen Raum sind. (...) Ich verstehe diejenigen, die ungeduldig sind und die sagen, es muss doch auch mal wieder Feiern möglich sein - und Urlaub. Und ich kann einfach nur uns alle bitten, in dieser Jahrhundert-Pandemie auch jetzt zu sagen: Wir warten noch ein paar Monate. Das hilft uns allen am Ende. Das hilft vor allem auch, Freiheit insgesamt zu erhalten.  

Das Interview, das wir hier in gekürzter Fassung wiedergeben, führte Bettina Schausten.

Ein Modell eines Körpers mit Organen.

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