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Reiserückkehrer - Spahn: Corona-Quarantäne mehr kontrollieren

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Geänderte Strategie: Laut Gesundheitsminister Spahn soll die Kontrolle der Quarantänepflicht nach Einreisen aus Risikogebieten verstärkt werden - auch durch mehr Digitalisierung.

Archiv: Eine junge Reisegruppe steht vor dem Corona-Test-Center am Münchener Flughafen am 15.08.2020
Die Quarantänepflicht von Reiserückkehrern soll künftig stärker kontrolliert werden.
Quelle: dpa

Die Kontrolle der Quarantänepflicht nach Einreisen aus einem Risikogebiet soll nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verstärkt werden. Es gebe bereits jetzt stichprobenartige Kontrollen, sagte Spahn in Berlin.

Diese Kontrollen sollen noch verstärkt werden...Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Für Rückkehrer aus Risikogebieten gilt unverändert eine 14-tägige Quarantänepflicht. Die Quarantäne kann frühestens fünf Tage nach Einreise durch Vorlage eines negativen Corona-Tests beendet werden. Als Maßnahme dazu habe das Bundeskabinett eine stärkere Digitalisierung beschlossen.

Spahn: "Verstärktes Quarantäneregiment"

Digitale Aussteigekarten etwa bei Flugreisen sollten dabei helfen, die Gesundheitsämter vor Ort zu entlasten. Spahn sagte, nach Ende der Hauptreisezeit werde es ein "verstärktes Quarantäneregime" für Einreisen aus Risikogebieten geben. Als möglicher Starttermin der neuen Regelungen werden der 15. September oder der 1. Oktober anvisiert.

Im Gesundheitsamt Dortmund wird wegen der Corona-Pandemie sieben Tage die Woche gearbeitet, das Personal im Infektionsschutz wurde aufgestockt. Doch trotzdem sind es zu wenige Mitarbeiter, um Kontaktpersonen zeitnah ausfindig zu machen und zu informieren.

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Spahn verteidigte außerdem die geplanten Änderungen bei Tests für Reiserückkehrer - mehr Quarantänte statt mehr Tests.

Die Strategie beinhaltet es in einer solchen dynamischen Großlage immer, auch lageangepasst die konkreten Maßnahmen weiterzuentwickeln.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

Daran werde man sich gemeinsam gewöhnen müssen. "Die Laborkapazitäten sind endlich", sagte Spahn. Wenn auf Dauer die Maximalkapazitäten ausgereizt würden, "dann geht das zu Lasten von Menschen und Material". Die Beschäftigten in den Laboren arbeiteten jedes Wochenende durch und machten viele Überstunden, "auf die müssen wir auch Rücksicht nehmen". Zuletzt habe sich die Zahl der wöchentlichen Tests auf weit über 900.000 verdoppelt.

Nach zusätzlichen Testanstrengungen in der Reisezeit wolle daher zu dem Langzeitansatz zurückkehren, den die nationale Teststrategie vorsehe, sagte Spahn. Nach Ende der Reisezeit sollen deshalb zielgerichtet Personen mit Symptomen und Kontakt zu Covid-19-Patienten getestet werden, aber auch Pflegekräfte oder Ärzte sowie Pflegebedürftige, um diese Personengruppen stärker zu schützen.

Streit um kostenlose Corona-Tests

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag beschlossen, kostenlose Corona-Tests für Rückkehrer aus Nicht-Risiko-Gebieten wieder zu streichen. Nicht einigen konnten sie sich darüber, ob Tests für Reisende aus Risikogebieten kostenlos bleiben sollen.

Gesundheitsminister Spahn hatte Überlegungen befürwortet, Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten abzuschaffen. Bayerns Ministerpräsident Söder warnt jedoch davor.

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Kritik hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder geäußert, der an den Tests wegen steigender Infektionszahlen festhalten will. Auch die Luftverkehrsbranche sieht die Pläne mit Sorge, vor allem die Quarantäneregel, und sprach von einem "bitteren Rückschritt" für die Reisebranche.

Am Donnerstag will Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über weitere Schritte in der Corona-Krise beraten. Die Reisewarnung für Drittstaaten außerhalb der EU soll bis zum 14. September verlängert werden, wie Reuters aus Regierungskreisen erfuhr.

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