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Südkorea als Vorbild

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Handytracking gegen Corona - Südkorea als Vorbild

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Südkorea hat mit Massentests, Isolierung von Erkrankten und Tracking von Handydaten die Corona-Ausbreitung stark verlangsamt - ohne dass das öffentliche Leben zum Erliegen kam.

Archiv: Google Maps auf einem Smartphone in Seoul, Südkorea.
Handytracking in Südkorea - ein Weg aus der Corona-Krise?
Quelle: Reuters

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Deutschland nun auf eine kräftige Ausweitung der Tests und gezielte Quarantäne-Maßnahmen, um die Infektionsketten zu durchbrechen. Dabei gilt Südkorea als Vorbild.

"Die haben zum einen genau solche Kontaktbeschränkungen gemacht, wie wir das jetzt in Deutschland praktizieren", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) am Wochenende dem "Tagesspiegel". Zudem habe das Land einen "sehr breiten Ansatz beim Testen" verfolgt, darüber hinaus aber "digitales Tracking verwendet, über das man quasi vollautomatisiert erfährt, falls man Kontakt zu Infizierten hatte".

Neues Ziel der Regierung: 200.000 Tests pro Tag

Deutschland testet schon jetzt mehr als jedes andere europäische Land. Offiziellen Angaben zufolge sind es wöchentlich 300.000 bis 500.000 Tests. Laut einem Strategiepapier des Bundesinnenministeriums, über das NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" berichteten, strebt die Regierung mindestens 200.000 Tests pro Tag an.

Ein zentrales Instrument wäre die Nachverfolgung von Handydaten, um die jüngsten Bewegungen eines Patienten zurückverfolgen und weitere potenziell Infizierte ausfindig machen und isolieren zu können. Regierungsvertreter und Epidemiologen haben sich für das sogenannte Tracking ausgesprochen.

Auch Lothar Wieler, Direktor des Robert Koch-Instituts (RKI), betonte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Bedeutung des Tracking:

Es beschleunigt die Eindämmung des Virus, wenn Kontaktpersonen wissen, dass sie Kontakt hatten.
Lothar Wieler, Direktor Robert Koch Institut

Auch wenn Deutschland und Südkorea kulturell sehr unterschiedlich seien und andere Gesundheitssysteme hätten, könne das asiatische Land "Vorbild sein".

Tatsächlich setzt Südkorea wie andere asiatische Staaten im Kampf gegen das Coronavirus massiv auf die Auswertung von Handydaten - im Gegensatz zu China, Taiwan, Hongkong und Singapur herrscht aber Freiwilligkeit.

Wer gegen Quarantäne verstößt, bekommt Kurznachricht

Taiwans Seuchenschutzbehörde benutzt Handydaten, um potenziell Infizierte ausfindig zu machen und Menschen in Quarantäne zu überwachen. Letztere erhalten ein Smartphone mit GPS-Funktion und werden von den Behörden überwacht.

In Deutschland gibt es laut Johns-Hopkins-Universität 62.435 Infektionsfälle und 541 Todesfälle. Weltweit gibt es mehr als 723.740 bestätigte Ansteckungsfälle in 177 Ländern. Die aktuellsten Entwicklungen im Überblick:

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Wer sich nicht an die Quarantäne hält, bekommt eine Kurznachricht und riskiert eine Geldstrafe von umgerechnet 30.000 Euro und die Veröffentlichung seines Namens. Der Tracker ist direkt mit der Polizei verbunden. In Südkorea gibt es eine ähnliche App - ihre Anwendung ist jedoch freiwillig.

Ohne QR-Code kein Zugang zum Bahnhof

Am weitesten geht China bei der Nutzung von Technologien, die in die Privatsphäre eindringen. Die Internetriesen Alibaba und Tencent haben Apps entwickelt, mit denen Chinesen gegenüber den Behörden nachweisen können, wie hoch das Risiko einer Infektion bei ihnen ist.

Ein QR-Code in den Farben Grün, Gelb oder Rot gibt Auskunft darüber, ob sich eine Person an Orten mit hohem Infektionsrisiko aufgehalten hat oder nicht. In mehreren Großstädten Chinas ist dieser QR-Code inzwischen beim Betreten von Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht.

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