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Corona im Schlachthaus: "Fleisch zu billig"

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Bauernverband zu Tönnies - Corona im Schlachthaus: "Fleisch zu billig"

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Der Corona-Ausbruch bei Tönnies zeigt: Abstandsregeln wurden nicht eingehalten. Das Hygienekonzept geht nicht auf. Der Bauernverband fordert die Fleischwirtschaft zum Handeln auf.

"An der Theke brauchen wir mehr Wertschätzung" für Fleischprodukte, sagt der Generalsekretär vom Deutschen Bauernverband Bernhard Krüsken.

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Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, bereitet der neuerliche Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischproduzenten Tönnies große Sorge: "Fleisch ist ein besonderes Produkt mit einer besonderen Verantwortung. Und diese Verantwortung, die das Produkt Fleisch mit sich bringt, muss natürlich auch entlang der ganzen Kette praktiziert werden."

Doch es sei schwierig, Tierhaltungs- und Fleischstandards einzuhalten, wenn das an einigen Stellen entlang der Lieferkette nicht funktioniere. Krüsken fordert daher die Fleischwirtschaft auf, zu reagieren, denn:

Wir sehen ganz klar, auch von der Erzeugerseite her, dass das nicht in Ordnung ist.
Bernhard Krüsken, Generalsekretär Deutscher Bauernverbands

Gesamte Fleischbranche gerät in Verruf

Besonders schwierig aus Sicht seines Verbands: Dadurch gerate die gesamte Produktionskette in Verruf. Dabei ist das Problem der Corona-Ausbreitung nicht neu. Frühere Infektionsausbrüche in Schlachtereien – etwa bei Westfleisch – zeigen, dass gekühlte aber schlecht durchlüftete Räume Ansteckungen befördern.

Nach dem Corona-bedingten Shutdown beim Fleischverarbeiter Tönnies sind auch dessen Zulieferer unter Druck.

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Warum sich das nun wiederhole, müssen die Unternehmen beantworten, erklärt Krüsken: "Es geht ja nicht nur um die Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz sondern es scheint ja auch um die Unterkünfte zu gehen." Das grundsätzliche Problem:

Fleisch ist billig – ist zu billig.
Bernhard Krüsken, Generalsekretär Deutscher Bauernverbands

Es fehlt an Wertschätzung fürs Fleisch

Seit Jahren werde über mehr Wertschätzung für das Produkt Fleisch und die Branche diskutiert, doch Markt und Nachfrageseite ließen Verbesserungen kaum zu, erklärt Krüsken. Angesichts der Häufung von Corona-Infektionen in der Fleischindustrie sind die dortigen Arbeitsbedigungen nun stärker in den Fokus geraten. Das dort übliche System von Subunternehmern und Werkverträgen soll ab 2021 per Gesetz verboten werden.

Nordrhein-Westfalen arbeitet im Kampf gegen niedrige Fleischpreise an einer Bundesinitiative. Nach dem Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies steht die Branche in der Kritik.

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Damit es eine nachhaltige Verbesserung in der Tierhaltung und Fleischproduktion gibt, müsse klar sein: "Wir sitzen alle in einem Boot." Gemeint sind Erzeuger, Schlachter aber auch Konsumenten. Es gebe Zukunftskonzepte für einen Weg aus den Missständen in der Fleischproduktion: "Das funktioniert aber nur, wenn alle mit an Bord sind", so Krösken. Es brauche daher auch mehr Wertschätzung an den Fleischtheken.

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