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‎"Habt keine Angst": Trumps gefährliche Worte

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Corona und US-Gesundheitssystem - ‎"Habt keine Angst": Trumps gefährliche Worte

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Nachdem der US-Präsident sich mit Corona infiziert hat, gibt es nur eine Botschaft, die er ‎verbreiten möchte: Ihm gehe es bestens. Für viele Amerikaner gilt das nicht.‎

Mit seiner Rückkehr in das Weiße Haus will US-Präsident Trump Stärke demonstrieren und seinen Wahlkampf fortsetzen. Ärztliche Kritiker halten seine schnelle Rückkehr wegen der Corona-Infektion für fahrlässig.

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"Ich fühle mich großartig", twittert Präsident Trump am Dienstag, einen Tag nachdem er das Militärkrankenhaus Walter Reed wieder verlassen hat.

Mit einem inszenierten Film im Actionhelden-Look ließ Trump seine Rückkehr mit dem "Marine One"-Helikopter in Szene setzen. Alle sollen wissen: Er ist zurück, er ist stark, der Wahlkampf kann weitergehen. "Habt keine Angst vor Covid. Lasst nicht zu, dass es euer Leben beherrscht", schreibt er noch bei Twitter.

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Leicht gesagt von einem, der in den letzten Tagen sofortige medizinische Behandlung bekommen und keine existenziellen Sorgen hat. Für einen großen Teil der Amerikaner gilt das nicht.

Viele sind nach wie vor der Meinung, ihr Glaube schütze sie vor dem Virus.

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Kein Geld im Krankheitsfall

Dadurch, dass es in den USA viele Arbeitnehmer gibt, die keine Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall erhalten, ist für viele Menschen eine Corona-Erkrankung nicht nur gesundheitlich gefährlich, sondern auch für ihre wirtschaftliche Existenz. Und noch dramatischer, viele, die während der Pandemie ihren Job verloren haben, sind seitdem gar nicht mehr krankenversichert.

Die Verbraucherschutz-Organisation "Families USA" hat ermittelt, dass in den USA allein zwischen Februar und Mai 5,4 Millionen Menschen ihren Job und somit ihre Versicherung verloren haben.

Die Zahl der Nicht-Versicherten Erwachsenen sei fast 40 Prozent höher, als jemals zuvor ermittelt. Eine Studie des Urban Institutes und der Robert Wood Johnson Stiftung besagt, dass bis Ende des Jahres 10,1 Millionen Menschen nicht mehr über ihren Arbeitgeber versichert sein werden.

Donald Trumps Corona-Infektion -
Trump-Fans suchen einen Schuldigen
 

Dass US-Präsident Donald Trump mit seinem Verhalten Schuld an seiner Corona-Infektion ist, wollen viele seiner Anhänger nicht akzeptieren. Lieber basteln sie an Dolchstoß-Legenden.

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Parteiprogramme zur Gesundheitspolitik

Was aber tun die beiden Parteien gegen diese Entwicklung? Die Trump-Administration hat sich in den vergangenen Jahren für eine Abschaffung der Versicherungspflicht in den USA eingesetzt. Trump entfernte die Strafgebühr für jene, die sich nicht versichern wollen und machte damit die Krankenversicherung für alle anderen teurer.

Er will zudem den sogenannten "Affordable Care Act", besser bekannt als Obamacare, durch den Supreme Court für gänzlich verfassungswidrig erklären lassen. Eigene Vorschläge zur Reform des Gesundheitssystems stehen nicht in Trumps Wahlprogramm.

Die Demokraten wollen den Affordable Care Act für bezahlbare Gesundheitsvorsorge behalten und wieder mehr ausbauen. Damit sollen weiter all jene versichert werden, die nicht über ihre Arbeit versichert sind, nicht alt genug für das Senioren-Programm "Medicare", oder nicht Teil der Versicherung für die Ärmsten, genannt "Medicaid", sind. Link

Es fragt sich also ein Teil des Landes, wie sie keine Angst vor Corona haben sollen, wenn sie nicht einmal anständig krankenversichert sind.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

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von Marcel Burkhardt
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