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Woher kommt Trumps Masken-Kehrtwende?

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Schutz gegen Coronavirus - Woher kommt Trumps Masken-Kehrtwende?

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Der US-Präsident nennt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nun "patriotisch" - zuvor hatte er dies als Schwäche dargestellt. Für die Kehrtwende gibt es verschiedene Gründe.

Donald Trump (l.) trägt Mundschutz während er mit anderen einen Flur hinuntergeht am 11.07.2020
Seltener Anblick: Donald Trump trägt bei einem öffentlichen Termin Mundschutz. (Archivfoto 11.07.2020)
Quelle: AP

Donald Trump trug während der Corona-Krise öffentlich nur selten einen Mund-Nasen-Schutz. Stattdessen machte er sich auf Twitter über seinen Konkurrenten Joe Biden und dessen schwarze Maske lustig. In einem Interview im Juni sagte Trump gar, manche Amerikaner würden mit dem Maske-Tragen lediglich ihre Ablehnung gegen ihn zeigen wollen. So wurde die Maske zum Politikum.

Nun schwenkt der US-Präsident offenbar um. Auf Twitter nannte er das Tragen von Masken "patriotisch". In seiner ersten Pressekonferenz seit Wochen sagte er: "Wir bitten alle, dass Sie eine Maske tragen, wenn Sie nicht in der Lage sind, Abstand zu halten."

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Trump: Es wird "wahrscheinlich schlimmer werden"

Sein Verhalten ist umso widersprüchlicher, weil Trump das Coronavirus zunächst als lokales Problem heruntergespielt und sogar vorgeschlagen hatte, weniger zu testen - so habe man auch weniger Corona-Fälle. Später sagte er, das sei sarkastisch gemeint gewesen.

In einem seiner letzten Pressebriefings im April hatte er gar den kruden Vorschlag geäußert, Desinfektionsmittel gegen das Virus zu spritzen. Nun stimmte der US-Präsident nachdenklichere Töne an: Es werde "wahrscheinlich schlimmer werden, bevor es besser wird."

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner auf eine Verschlimmerung der Coronavirus-Pandemie eingestimmt. "Wir hören bei Trump einen neuen pessimistischeren Tonfall", so ZDF-Korrespondentin Ines Trams.

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Vollzieht Trump eine Kehrtwende?

Die USA sind das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht gibt es nicht. Gleichzeitig wächst bei den US-Amerikanern die Kritik an Trumps Krisenmanagement - und im November möchte er wiedergewählt werden.

Sind Trumps Äußerungen Zeichen einer Kehrtwende seiner Corona-Politik? Der Politikberater Julius van de Laar glaubt, dass seine Aussagen von der Stimmung in der Wirtschaft getrieben sind, die zugunsten von Joe Biden kippe:

Trump will bei der Wahl im Herbst sagen können: Wir haben alles getan, um die Wirtschaft wieder öffnen zu können.
Julius van de Laar, Kampagnen- und Strategieberater

Trumps übliche Taktik, bei einem Problem auf einen Schuldigen zu zeigen, funktioniere laut van de Laar bei der Pandemie nicht. "Von den Infektions- und Sterberaten sind auch seine Wähler betroffen. Mit den Masken will er der Durchseuchung entgegenwirken - und kann damit zur Wahl auch ein Comeback-Narrativ präsentieren."

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"Wenn Trump improvisiert, kommt er ins Fabulieren"

Trump nennt das Coronavirus allerdings weiterhin "China-Virus" und spielt damit auf seine alten Vorwürfe an, China habe das Virus in einem Labor gezüchtet. Wissenschaftler gehen dagegen von einem natürlichen Ursprung aus. Sein eigener Geheimdienstkoordinator widersprach Trumps Behauptung, dass es aus einem Labor in Wuhan stamme.

Der Professor für Amerikastudien Johannes Völz von der Uni Frankfurt glaubt indes nicht, dass Trump sein Narrativ mit den Masken durchhält. Bei seinem Pressebriefing hatte sich der US-Präsident weitgehend an sein Skript gehalten - für ihn ungewöhnlich.

"Wenn er beginnt, frei zu improvisieren, kommt er ins Fabulieren und auch in den Duktus des Verschwörungstheoretikers - das bringt ihn fast automatisch auf die Bahn, von den Einschätzungen des medizischen Sachverstandes abzuweichen", urteilt Völz.

Wer Maske trug, dem hatte Trump das lange als Schwäche ausgelegt. Jetzt ruft er selbst zum Tragen von Mund-Nasenschutz auf. Warum die Kehrtwende?

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