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Trump: "Es wird viele Tote geben"

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Coronavirus in den USA - Trump: "Es wird viele Tote geben"

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US-Präsident Trump schwört seine Landsleute erneut auf harte Wochen und eine Verschlimmerung der Corona-Krise ein. Gleichzeitig will er die Wirtschaft wieder anheizen.

U.S. Präsident Donald Trump mit ernstem Gesichtsausdruck während einer Pressekonferenz zur Lage der USA in der Corona-Krise.
US-Präsident Donald Trump warnt, es werde in den nächsten Wochen viele Tote geben.
Quelle: AP

US-Präsident Donald Trump hat seine Landsleute angesichts steigender Opferzahlen durch das global grassierende Coronavirus auf einen schweren April eingestellt. Die kommenden Wochen könnten laut Trump die "härtesten" der Krise werden. "Es wird viele Tote geben, leider," sagte Trump bei seiner täglichen Pressekonferenz. Ende März hatte er gesagt: "Wenn wir zwischen hundert- und zweihunderttausend (Tote haben) – dann haben wir alle zusammen gute Arbeit geleistet."

Experten rechnen mit weiterem Anstieg der Opferzahlen

Das Coronavirus hat sich in den USA zuletzt rasant ausgebreitet. Allein am Samstag kamen Daten der Universität Johns Hopkins zufolge erneut mehr als 1.000 Menschen infolge der von dem Virus verursachten Lugenerkrankung Covid-19 ums Leben.

Experten rechnen für die kommenden zehn Tage mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Trumps Beraterin Deborah Birx verwies erneut auf eine Modellrechnung, wonach die Opferzahlen noch bis Mitte April auf rund 2.600 Tote pro Tag ansteigen könnten.

Ein Computermodell des Coronavirus

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Mehr als 311.000 Infizierte in den USA

In den USA gab es mit inzwischen mehr als 312.146 Infektionen (Stand: 6:22 Uhr laut Johns-Hopkins-Universität) schon jetzt deutlich mehr bekannte Fälle als in jedem anderen Land der Welt. Bisher sind dort 8.400 Menschen an der Krankheit gestorben.

Laut einem Modell des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle zufolge würde die Opferzahl bis Ende April noch auf rund 70.000 ansteigen und sich ab Juni in den USA bei etwa 90.000 Toten stabilisieren. Bislang gibt es weltweit - inklusive stark betroffener Länder wie Italien und Spanien - rund 65.000 Tote.

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Inzwischen haben die meisten Staaten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Entscheidend sei es daher, dass die Zahl der Neuansteckungen jetzt bald zurückgehe, sagte Birx. Sobald dies der Fall sei, gebe es Licht am Ende des Tunnels, sagte sie.

Wieso steigt die Zahl der Opfer weiter an?

Patienten sterben typischerweise zwei bis drei Wochen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Die jüngsten Opfer haben sich zumeist infiziert, bevor die USA zu weitgehenden Schutzmaßnahmen griffen.

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Wo ist die Lage am schlimmsten?

Am schlimmsten betroffen sind bislang der Bundesstaat New York und die gleichnamige Ostküstenmetropole. Dort gab es bislang gut 113.000 bekannte Infektionen und etwa 3.600 Tote. Auch in Michigan und Louisiana sei in der nächsten Woche mit deutlich mehr Toten zu rechnen, erklärte Birx.

Ich will, dass das alles vorbei ist.
New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo

NY-Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, es werde händeringend daran gearbeitet, sich auf den bevorstehenden Höhepunkt der Epidemie vorzubereiten. "Je mehr Zeit wir haben, die Kapazität des Systems zu verbessern, desto besser", sagte er vor Journalisten.

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Wie wird geholfen?

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte gesunden Menschen ohne Symptome bislang explizit nicht dazu geraten, Masken zu tragen. Seit dem Wochenende heißt es nun aber, in der Öffentlichkeit sollten Stoffmasken getragen werden, die Mund und Nase abdeckten. Trump hatte am Freitag gesagt: "Das ist freiwillig". Er selbst wolle keine Maske tragen, hatte der Präsident hinzugefügt.

Mundschutzmasken sind zurzeit Mangelware, daher sollte auf selbstgenähte Masken zurückgegriffen werden. Aber diese bergen auch Risiken.

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Trump wehrte sich gegen Kritik, dass die US-Regierung nicht genug getan habe, um lebensnotwendige Beatmungsgeräte in die Bundesstaaten zu bringen. Er sagte, dass einige Gouverneure mehr Geräte forderten, als sie brauchen werden. "Die Angst vor Engpässen hat zu überhöhten Anfragen geführt."

Was bedeutet das alles für die Wirtschaft?

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Epidemie hat drastische wirtschaftliche Folgen. Allein in der zweiten Märzhälfte haben in den USA rund zehn Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt, die Konjunktur ist im freien Fall.

Trotz steigenden Opferzahlen betonte Trump in seiner Ansprache immer wieder sein Vorhaben, die Wirtschaft des Landes anzuheizen.

Wir müssen unser Land wieder öffnen.
U.S. Präsident Donald Trump

Bis vorige Woche hatte Trump noch nahegelegt, dass viele Betriebe zu Ostern wieder aufmachen könnten. Davon war er aber angesichts der neuesten Prognosen zum Verlauf der Pandemie abgekommen.

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Trump will Wirtschaft wieder öffnen

Bei seiner jüngsten Rede wiederholte er mit Blick auf die Wirtschaft wieder seine alte Position. Demnach darf das Heilmittel nicht schlimmere Folgen haben als das Problem sebst.

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