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Virus-Eindämmung: Der unverantwortliche Trump

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Ignoranz und Fehleinschätzungen - Virus-Eindämmung: Der unverantwortliche Trump

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Erste Alarmzeichen gibt es schon im November. Der Medizinische Nachrichtendienst der USA warnt vor einer katastrophalen Pandemie. Doch Trump wiegelt ab. Chronik seines Versagens.

Die Vereinigten Staaten sind der globale Corona-Hotspot: die meisten Infizierten, die meisten Todesfälle. Welche Verantwortung tragen US-Präsident Donald Trump und seine Regierung?

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Schon im November entdeckt der Geheimdienst des Pentagons auf Satellitenbildern und in abgefangenen Mails Hinweise auf erhöhte Aktivitäten in den Krankenhäusern der chinesischen Millionenstadt Wuhan. Die Regierung in Peking ist offenbar besorgt über den Ausbruch einer Krankheit.

Der Medizinische Nachrichtendienst der US-Regierung warnt intern vor einer möglichen Katastrophe, einer globalen Pandemie:

Die Nationalen Sicherheitsberater wussten schon im Dezember, dass in China ein Problem heranwuchs.
Kathleen Sebelius, Ex-US-Gesundheitsministerin

"Das löste auf verschiedenen Ebenen der Regierung Alarm aus, auch beim Gesundheitsminister", so Kathleen Sebelius. Sie weiß aus eigener Erfahrung, was das bedeutet: Sebelius war von 2009 bis 2014 amerikanische Gesundheitsministerin. Kaum im Amt damals, führte sie den Kampf gegen die Schweinegrippe, die in den USA mehr als 12.000 Menschen tötete.

An ihrer Seite stand damals Janet Napolitano, die Ministerin für Heimatschutz in der Obama-Regierung. "Wir hatten den Vorteil eines Pandemieplans, der unter Präsident Bush entstanden war", so erinnert sich Napolitano, "und wir hatten den Vorteil eines Präsidenten, der seinem Kabinett die Verantwortlichkeit zur Ausführung des Plans delegierte, dabei aber immer genau verfolgte, was vor sich ging."

Trumps Management macht Ex-Ministerinnen wütend

Beide Ministerinnen sind heute enttäuscht und wütend, weil die Trump-Administration die Bedrohung durch das Coronavirus lange nicht ernst genommen hat. Die Beweislage dafür ist erdrückend:

Mitte Februar verfasste ein internationales Forscherteam in Wuhan, mit dabei Experten des amerikanischen CDC (Center for Disease Control), einen 40-seitigen Bericht. Ihre wichtigste Empfehlung könnte nicht klarer sein: "Sofortige Aktivierung der höchsten Stufe der nationalen Reaktionsmanagementpläne, um eine Herangehensweise mit der gesamten Regierung und der gesamten Gesellschaft sicherzustellen, die zur Eindämmung von Covid19 mit nicht pharmazeutischen Gesundheitsmaßnahmen notwendig ist."

Februar: Experten warnen öffentlich, Trump wiegelt ab

Am 25. Februar spricht Nancy Messonnier, Direktorin der Abteilung für Impfstoffe beim CDC in Atlanta die bittere Wahrheit erstmals öffentlich aus. Sie sagt bei einer Telefonkonferenz mit Reportern, dass "(…) es sich sehr schnell ausbreitet. Wir wollen sicherstellen, dass die amerikanische Öffentlichkeit vorbereitet ist. (…) Die Störung für das tägliche Leben könnte sehr ernst sein". 

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Viele US-Bundesstaaten lockern ihre Corona-Beschränkungen, obwohl das Virus nicht unter Kontrolle ist. Das Land ist gespalten in Befürworter und Gegner, Erleichterte und Besorgte.

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Messonnier spricht von Ausgangssperren und Schulschließungen. Der Präsident beschwichtigt weiter mit den Worten "alles unter Kontrolle" und lässt seinen Wirtschaftsberater Larry Kudlow öffentlich behaupten:

Wir haben es eingedämmt. Luftdicht würde ich nicht sagen, aber fast luftdicht.
Larry Kudlow, Trump-Berater

Erst mehr als einen Monat später, am 31. März, gibt der US-Präsident erstmals zu, dass die Pandemie eine "eine Frage von Leben und Tod" ist.

Größtes Hindernis für Corona-Eindämmung: Trump

Das alles macht Kathleen Sebelius und Janet Napolitano wütend, weil die Regierung frühzeitig gewarnt war, um entschlossen auf die Pandemie zu reagieren - einziges Hindernis aus ihrer Sicht: Donald Trump.

"In dieser Administration sind Kabinettsmitglieder ständig in Angst, dass ihr eigener Job gefährdet ist, wenn sie dem Präsidenten Dinge sagen, die er nicht hören will", so die ehemalige Heimatschutzministerin Napolitano, "natürlich kannst Du nicht führen, wenn Du immer nur hörst, was Du hören willst."

Trotz mittlerweile fast 81.000 Corona-Toten betrachtet Donald Trump die Pandemie nicht mehr als Problem. Zur Lage in Washington ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

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Und Ex-Gesundheitsministerin Sebelius urteilt: "An jeder Ecke wurden die Alarmglocken, die ersten Vorsorgemaßnahmen, die Aufforderungen zum Handeln ignoriert, gestrichen, abgetan."

Dadurch haben wir in Amerika zwei Monate verschwendet.
Kathleen Sebelius, Ex-US-Gesundheitsministerin

Am 25. Februar, demselben Tag, an dem Trumps Berater von "eingedämmt" und "fast luftdicht" sprach, änderte der medizinische Nachrichtendienst des US-Militärs die Alarmstufe von WatchCon2 auf WatchCon 1 - eine Pandemie stand unmittelbar bevor.

Elmar Theveßen leitet das ZDF-Studio Washington,

Ein Computermodell des Coronavirus

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