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Mitten in der Corona-Krise - Trump legt WHO-Beiträge auf Eis

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US-Präsident Trump hat einen Schuldigen gefunden: Die Weltgesundheitsorganisation WHO sei in der Corona-Krise zu unentschlossen gewesen. Jetzt dreht er ihr den Geldhahn zu.

US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen wahrgemacht - er stoppt vorerst alle Beitragszahlungen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mitten in der weltweiten Corona-Krise ist dies ein dramatischer Schritt.

Trump: Virus hätte in China eingedämmt werden können

Die Organisation habe im Zuge der Coronavirus-Pandemie bei der Erfüllung ihrer "grundlegenden Pflicht" versagt und müsse zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Trump im Weißen Haus. Ihm zufolge hätte der Ausbruch des Coronavirus an seinem Ausgangsort in China eingedämmt werden können, wenn die WHO ihre Arbeit besser gemacht hätte.

Sehen Sie hier die Einschätzung unserer Korrespondentin:

Trump will von seiner Regierung prüfen lassen, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe.

Die WHO hat in ihrem Basisauftrag versagt.
Donald Trump

Die zahlreichen Fehler der Organisation seien für "so viele Todesfälle" verantwortlich, so Trump. Der Präsident kritisierte insbesondere, dass die WHO sich gegen Einreisesperren aus China ausgesprochen hatte.

Kritik an Trumps Zahlungsstopp

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die Einstellung der Finanzhilfen der USA an die WHO:

Es ist nicht die Zeit, die Ressourcen für die WHO oder einer anderen humanitären Organisation im Kampf gegen das Virus zu reduzieren.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres

Guterres weiter: "Jetzt ist die Zeit für die internationale Gemeinschaft gekommen, solidarisch zusammenzuarbeiten, um dieses Virus und seine niederschmetternden Folgen zu stoppen", sagte er.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) kritisierte den Zahlungsstopp. Es müsse bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine enge internationale Zusammenarbeit geben. Das Virus kenne keine Grenzen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen in der Coronakrise nicht.
Bundesaußenminister Heiko Maas

WHO: Nicht noch mehr Leichensäcke riskieren

Die WHO hatte die Vorwürfe und Drohungen von Trump bereits vergangene Woche mit einem dramatischen Appell gekontert. Nur Einigkeit helfe, "wenn man nicht noch viel mehr Leichensäcke" riskieren wolle, so WHO-Chef Ghebreyesus.

Das Coronavirus für politische Zwecke zu missbrauchen, ist das Schädlichste, was jetzt passieren kann.
Tedros Ghebreyesus

Die USA sind der größte Zahler an die WHO: Für die Jahre 2020 und 2021 sind jeweils fast 116 Millionen US-Dollar fällig. Trump hingegen sprach von 400 bis 500 Millionen Dollar pro Jahr.

Trump stellt baldige Lockerung in Aussicht

Für viele Experten drängt sich nach diesem Schritt der US-Regierung der Eindruck auf, dass Trump von seinen eigenen Verfehlungen in der Krise ablenken will. Der Republikaner hatte die Gefahr des Coronavirus öffentlich lange heruntergespielt. Noch bis Anfang März beteuerte er, das Virus sei für die USA kein Grund zur Sorge.

Der Präsident hat zudem eine abgestufte und baldige Lockerung der Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. Einige Bundesstaaten könnten schon vor Monatsende ihre Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder aufheben, in anderen schwerer betroffenen Staaten werde es wohl länger dauern.

Ein Mann wird auf einer Trage in einen Krankenwagen geschoben

Grafiken - So dramatisch ist die Krise in den USA 

Dramatisch steigende Infektions- und Todeszahlen haben in den USA deutliche Folgen - hier Zahlen und Fakten dazu in Grafiken.

von Corinna Zander
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