ZDFheute

Was die Ärzte über Trumps Erkrankung sagen

Sie sind hier:

Gerüchte im Hintergrund - Was die Ärzte über Trumps Erkrankung sagen

Datum:

"Es geht ihm sehr gut", sagt sein Arzt. US-Reporter, auch von der "New York Times", zitieren Quellen, die das anders beurteilen. Was haben Trumps Mediziner konkret gesagt?

US-Präsident Trump befindet sich weiter im Krankenhaus und es mehren sich die Infektionsfälle in seinem Umfeld.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Der Leibarzt von Donald Trump hat am Samstag eine positive Einschätzung zum Gesundheitszustand des Präsidenten nach der Corona-Infektion gegeben. Zugleich warfen seine Aussagen Fragen unter anderem zum Zeitpunkt der Diagnose auf.

Wann wurde der US-Präsident positiv auf das Coronavirus getestet?

Trump selbst gab seinen Coronavirus-Test am Donnerstagabend (Ortszeit) bekannt und das positive Ergebnis kurz vor 1 Uhr in der Nacht zum Freitag. Sein Leibarzt Sean Conley sagte allerdings an diesem Samstag auf einmal, die Diagnose sei nun 72 Stunden her. Das würde auf den Mittwoch hinweisen. Auf die Nachfrage von Reportern, wann Trump denn nun positiv getestet worden sei, sagte Conley: "Am Donnerstagnachmittag haben wir nach Bekanntwerden eines engen Kontakts und klinischer Hinweise und etwas mehr Sorge einen Wiederholungstest durchgeführt." Er machte keine Angaben dazu, was die "klinischen Hinweise" waren.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Zusätzlich sagte ein weiterer Arzt, der Präsident habe vor rund 48 Stunden ein Antikörper-Medikament bekommen - das würde Donnerstagmittag bedeuten, also noch vor dem Test, von dem der Präsident sprach. Nachdem die Aussagen massive Fragen aufwarfen, verbreitete das Weiße Haus eine schriftliche Stellungnahme des Leibarztes, in der er klarstellte, dass die Zeitangaben von 72 und 48 Stunden nicht korrekt gewesen seien und man jeweils einfach den dritten und den zweiten Tag gemeint habe. Abschließend hieß es:

Der Präsident wurde erstmals mit Covid-19 am Abend des Donnerstags, 1. Oktober, diagnostiziert und bekam den ersten Antikörper-Cocktail von Regeneron am Freitag, dem 2. Oktober.
Aus der Stellungnahme des Leibarztes Sean Conley

Warum ist die Zeitfrage wichtig?

Am Mittwoch nahm Trump noch an einem Treffen mit Spendern in Minnesota teil und absolvierte einen Wahlkampf-Auftritt vor mehreren tausend Anhängern. Am Donnerstag flog er zu einem Treffen mit Spendern in New Jersey. Sollte er das alles bereits mit dem Wissen eines positiven Tests gemacht haben, wäre das extrem unverantwortlich, weil man davon ausgehen muss, in dieser Phase hoch ansteckend zu sein.

Wann hatte Trump seinen letzten negativen Corona-Test?

Dazu wollte Conley sich nicht äußern. Ebenso wenig zu der Frage, wann sich Trump angesteckt haben könnte.

Brauchte Trump zusätzliche Sauerstoff-Versorgung?

Hier gab Conley ausweichende Antworten. "Er bekommt jetzt keinen zusätzlichen Sauerstoff", schränkte er immer wieder ein. Nach mehreren Nachfragen von Reportern sagte der Leibarzt, dass Trump am Donnerstag ebenfalls keinen Sauerstoff bekommen habe - und "gestern mit dem Team, während wir alle hier waren, war er nicht an einer Sauerstoff-Versorgung". Damit ließ er ausdrücklich die Möglichkeit offen, dass Trump am Freitagmorgen zusätzlichen Sauerstoff im Weißen Haus bekommen haben könnte.

Trump und seiner ebenfalls infizierten Ehefrau Melania geht es nach eigener Aussage „sehr gut“. In den kommenden Tagen will der Präsident vom Krankenhaus aus arbeiten.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die "New York Times" berichtete danach unter Berufung auf zwei Quellen aus dem Umfeld des Weißen Hauses, dass Trump am Freitag Atemprobleme gehabt habe und seine Sauerstoffwerte gefallen seien. Das habe die Ärzte dazu veranlasst, ihm zusätzlichen Sauerstoff zu verabreichen und ihn ins Walter-Reed-Krankenhaus zu verlegen.

Stabschef Mark Meadows räumte am Samstag ein, dass die Ärzte wegen des Sauerstoffgehalts im Blut zunächst "sehr besorgt" über den Gesundheitszustand des 74-Jährigen gewesen seien - was der offiziellen Verlautbarung aus der Nacht zum Freitag widerspricht. "Gestern Morgen waren wir wirklich besorgt ... Er hatte Fieber und sein Sauerstoffgehalt im Blut sank schnell", so Meadows nun. Allerdings seit die Situation nie so gewesen, dass an eine Übertragung der Amtsgeschäfte gedacht worden sei, dieses Risiko habe nicht bestanden. "Seit gestern morgen hat er unglaubliche Fortschritte gemacht, als einige von uns, der Arzt und ich, sehr besorgt waren", sagte Meadows.

Warum ist das eine wichtige Frage?

Covid-19 kann die Lunge angreifen, was die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt. Deswegen halten Ärzte in solchen Fällen zunächst mit der Zufuhr zusätzlichen Sauerstoffs dagegen. Aktuell liege die Sauerstoffsättigung des Bluts bei 96 Prozent, sagte Conley. Er beantwortete nicht die Frage, ob der Präsident Lungenschäden habe und ob er mit Steroiden behandelt werde.

Hat Trump Fieber?

Nicht mehr, sagt sein Leibarzt. Trump habe erhöhte Temperatur "von Donnerstag auf Freitag" gehabt, seit Freitagmorgen sei er aber fieberfrei. Der Leibarzt wollte nicht sagen, wie hoch Trumps Fieber war.

Warum diese Unklarheiten?

Leibarzt Conley versucht sich am Sonntag mit einer Rechtfertigung: "Ich habe versucht, die optimistische Haltung wiederzugeben, die das Team, der Präsident und sein Krankheitsverlauf an den Tag gelegt haben. Ich wollte keine Informationen geben, die den Krankheitsverlauf in eine andere Richtung lenken könnten. Und dabei kam es so rüber, als ob wir versuchen, etwas zu verbergen, was nicht unbedingt gestimmt hat." Nicht unbedingt? Conley sagt jedenfalls: "Tatsache ist, dass es ihm sehr gut geht." Sein Kollege Brian Garibaldi fügt hinzu, sollte es Trump weiterhin so gut gehen, "hoffen wir, dass wir für eine Entlassung ins Weiße Haus bereits morgen planen können".

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.