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Wie die Türkei um deutsche Urlauber buhlt

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Leere Betten, leere Strände - Wie die Türkei um deutsche Urlauber buhlt

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Tourismusminister Mehmet Ersoy wirbt jetzt mit geringen Infektionszahlen in den türkischen Urlaubsgebieten. Ferien in der Türkei sind sicher – das ist seine Botschaft an Berlin.

Leerer Strand bei Antalya (Archivbild)
Noch sind die türkischen Strände fast leer. Millionen deutscher Urlauber werden erwartet.
Quelle: dpa

In Antalya herrscht Leere in den Hotelhallen, am Strand, und auch um die Liegen an den Pools streitet sich niemand. Es ist ein ungewöhnlicher, zuweil gespenstisch wirkender Saisonauftakt in diesem Sommer.

Dass die Türkei, das drittliebste Ferienland der Deutschen, von der Bundesregierung Corona-bedingt als Risikogebiet eingestuft wird und eine Reisewarnung gilt, hat sichtbare Konsequenzen. Doch die Branche und allen voran der für Tourismus zuständige Minister halten die Entscheidung für unangemessen - vor allem angesichts der regionalen Entwicklungen.

Antalya hatte zuletzt keine neuen Coronavirus-Fälle

Nach Angaben der türkischen Regierung liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den Urlaubsregionen zwischen zwei und acht.

Zuletzt wurden in Antalya keine neuen Fälle gemeldet. "Ich hoffe, dass wir mit diesen Zahlen belegen können, dass Ferien in den türkischen Urlaubsgebieten sicher sind", erklärt Tourismusminister Mehmet Ersoy.

Die Bundesregierung hat das drittbeliebteste Urlaubsziel der Deutschen, die Türkei, als Corona-Risikogebiet eingestuft. Wer aus der Türkei zurückkehrt, muss mit Quarantäne rechnen.

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In die Türkei fliegen derzeit fast nur Deutsch-Türken

Angesichts der bevorstehenden Sommerferien, die in einigen Bundesländern nun starten, fordern Reiseveranstalter eine schnelle Lösung. "Lass uns die genauen Fallzahlen anschauen, was haben Menschen vor Ort an Sicherheitsmaßnahmen geschaffen. Wenn wir uns Antalya anschauen, hier kann man gut und sicher Urlaub machen, aber die Entscheidung muss jetzt kommen, das auch zu ermöglichen und die Reisewarnung auch zu differenzieren", erklärt Peter Glade, der kaufmännische Leiter der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress.

Seitdem der Luftraum wieder geöffnet ist, sind auch die Maschinen wieder gut gebucht. An Bord des Turkish-Airlines-Fluges von Berlin nach Istanbul sitzen in den dicht gedrängten Sitzreihen überwiegend Deutsch-Türken, die ihre Familien besuchen wollen - Heimaturlaub ist eben doch anders als ein Urlaub in einem fremden Land.

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Touristen müssen sich auf einen Urlaub mit Maske eingestellen

Genau darin liegt für die Branche das Problem. "Die Türkei ist ein von Pauschalreisen geprägter Markt. Aber diese Pauschalreisen können wir momentan nicht verkaufen. Für die deutsch-türkische Community ist das weniger ein Problem, die können sich ihre Reise selbst zusammenstellen", so Peter Glade.

Urlaub mit Maske, darauf müssen sich die Urlauber in diesen Tagen an der türkischen Adria genauso einstellen wie in Istanbul. In Hotels wird auf die Hygienemaßnahmen penibel geachtet. Statt Frühstücksbuffet wird individuell am Tisch serviert, von maskierten Kellnern, die selbst den Tee am Morgen unter einer Glasglocke transportieren - in einem gespenstisch leeren Restaurant.

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Von den Urlaubern leben drei Mllionen Haushalte

Unter den fast 40 Millionen Touristen, die 2018 ins Land kamen, sind die Deutschen nach wie vor die größte Gruppe: 4,4 Millionen Urlauber. Der Tourismus Experte Hüseyin Baraner hält es deshalb für besonders wichtig, in der kommenden Woche in Berlin noch einmal zu werben.

"Wichtig ist, dass unsere deutschen Freunde und Gäste wissen, dass vom türkischen Tourismus drei Millionen Haushalte leben; das sind circa neun bis zehn Millionen Türken, die direkt von den Einnahmen leben. Und dann sind da noch mal gut mehrere zehntausend deutsche Kollegen auf der deutschen Seite: Die vielen Reisebüros, die brauchen die Türkei - auch denen verwehrt man das Geschäft."

Die Türkei will inzwischen damit fortfahren, die Hygiene-Maßnahmen sicher zu stellen, indem sie weitere Hotels zertifizieren lässt. Mehr als 500 Hotels haben nach Auskunft des Tourismusministers bereits ein Zertifikat - bis Ende des Monats sollen es 2.000 werden. "Das Ziel ist es, den Tourismus wieder zu starten, auch mit 50 Prozent wiedereröffneter Hotels", meint Tourismus Minister Mehmet Ersoy.

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