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So dramatisch ist die Corona-Lage in den USA

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Interaktive Grafiken - So dramatisch ist die Corona-Lage in den USA

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Die USA rücken verzeichnen weltweit die meisten Corona-Fälle - vor allem die Metropole New York ist betroffen. Ein Überblick.

In den USA steigt die Zahl der Corona-Infektionen immer schneller. Besonders schlimm ist es in New York: Mehr als 20.000 Menschen haben sich hier angesteckt.

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86.012 Fälle - es ist soweit. Die USA haben China überholt und verzeichnen nun weltweit die meisten Coronavirus-Infektionsfälle. Das Epizentrum: New York City. Hier bereiten sich Politiker und Ärzte schon längst auf das Schlimmste vor.

Doch die Metropole könnte nur der erste Hot-Spot sein. Weitere könnten folgen. Die Supermacht steht vor einer enormen Belastungsprobe. Wie hat sich das Coronavirus in den USA bisher verbreitet, welche Maßnahmen wurden gegen die Corona-Krise beschlossen und wie stemmt sich New York gegen die Katastrophe? Ein Überblick.

Coronavirus in den USA: Wie hoch sind die Zahlen?

Das Coronavirus wurde zum ersten Mal am 21. Januar in der Nähe von Seattle im Bundesstaat Washington nachgewiesen. Der infizierte Mann war zuvor aus China eingereist.

Daraufhin blieb die Zahl der offiziell bestätigten Infizierten zunächst niedrig. Beobachter erklären dies damit, dass kaum Tests vorhanden waren, nicht alle bestehenden Labore genutzt wurden und das Weiße Haus keine drastischen Schutzmaßnahmen ergriff.

Anfang März beginnen die Zahlen zu steigen und erreichen innerhalb weniger Tage mehrere Tausend Fälle. Bis Freitag waren zwischenzeitlich 86.012 Fälle bestätigt. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es laut Johns Hopkins University 49.334, in Italien bis gestern 80.589 Fälle.

Hot-Spots in Amerika: Wie verteilen sich die Zahlen?

Zwar wurde die erste Infektion des Landes im Nordwesten der USA nachgewiesen, doch die Karte zeigt, dass vor allem die Ost-Küste inklusive New York betroffen ist. Allein in der Millionenmetropole gibt es bis Freitagmorgen 23.112 bestätigte Fälle und 365 Tote. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 281 Todesfälle.

Höhere Zahlen gibt es auch in King (Washington), Cook (Illinois) oder Wayne (Michigan) - sie liegen aber zu diesem Zeitpunkt "noch" unter 2.000.

Welche Maßnahmen ergreift die Politik gegen die Corona-Krise?

US-Präsident Trump hat die Krise lange klein geredet. Zudem ließ das Weiße Haus viel Zeit verstreichen, Warnungen sollen missachtet worden sein, und der Präsident verglich den Virus lieber mit der Grippe, als ihn ernst zu nehmen.

Mitte März schaltete Donald Trump dann in eine Art Krisenmodus: Er rief den nationalen Notstand aus und verhängte etwa einen Einreisestopp für den EU-Schengenraum. Ab sofort sollten auch Ansammlungen von mehr als zehn Menschen vermieden werden - zumindest für 15 Tage. Zudem reagierten mehrere Bundesstaaten mit Ausgangssperren - etwa 330.000 Menschen sind derzeit betroffen.

Donald Trump redete die Gefahr des Coronavirus lange klein. Nun nimmt er Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor. Das Gesundheitssystem ist für solche Katastrophen nicht ausgelegt, sagt die ehemalige Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius.

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Gleichzeitig stritten Demokraten und Republikaner um politische Maßnahmen. Hilfen wurden auf den Weg gebracht. Jüngst ein Paket mit einem gigantischen Ausmaß von knapp zwei Billionen Dollar.

Donald Trump am 25.03.2020 in Washington
Donald Trump
Quelle: picture alliance/MediaPunch

Damit sollen unter anderem Einmalzahlungen an US-Bürger, Milliardenkredite für Konzerne und kleinere Unternehmen finanziert sowie Krankenhäuser unterstützt werden.

Auch können Arbeitnehmer jetzt beurlaubt statt direkt entlassen werden. Ein wichtiger Schritt, denn viele Menschen können sich einen Lohnausfall durch eine Quarantäne nicht leisten. Sie brauchen ihre Arbeit, um laufende Kosten und Versicherungen zu bezahlen.

Wie reagiert die amerikanische Wirtschaft?

Der US-Präsident würde die Schutzmaßnahmen am liebsten so schnell wie möglich aufheben. Die Wirtschaft darf aus seiner Sicht nur so wenig Schaden wie möglich nehmen - genauso wie sein Projekt Wiederwahl 2020, welches eng mit dem Wohl der Großkonzerne verbunden ist. "Unser Land ist nicht geschaffen dafür, dicht zu machen", erklärt Trump.

Ausgangssperren und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise führen in den USA zu Diskussionen über die eingeschlagene Vorgehensweise. US-Präsident Donald Trump will nicht zulassen, "dass die Maßnahmen schlimmer sind als das Problem".

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Der Schaden ist jedoch längst da - die Corona-Krise hat die amerikanische Wirtschaft schwer getroffen. Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich drastisch an Punkten.

Auch viele Unternehmen sind verunsichert. Der Flugzeugkonzern Boeing - einer der wichtigsten Arbeitgeber im Land - stoppte Teile seiner Produktion.

Die Folge der Verunsicherung: Allein in der vergangenen Woche meldeten sich 3,28 Millionen Amerikaner zusätzlich arbeitslos. An Normalität ist nicht zu denken. Laut Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank, könnten die USA bereits in einer Rezession stecken.

Wie ist der Hot-Spot New York auf die Corona-Krise vorbereitet?

New York ist im Ausnahmezustand. Die Stadt ist zum Katastrophengebiet erklärt worden, seit dem Wochenende gilt eine beschränkte Ausgangssperre.

Derweil fehlt es in den Krankenhäusern an Masken, Personal und Geräten: Den 11.000 Beatmungsmaschinen, die der Staat New York bisher besitzt, könnten schon in wenigen Wochen 30.000 Patienten gegenüber stehen. Ärzte berichten von dramatischen Zuständen. Unlängst fordern Gesundheitsbeamte mehr Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte einzusetzen.

In New York sind die Kliniken wegen der Corona-Krise vor dem Kollaps. Die Metropole, mit mehr als acht Millionen Menschen, ist ein Hotspot. Es fehlt an Ärzten, Pflegern und Ausrüstung. Die Regierung verspricht „alles zu schicken“, was möglich ist.

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Sie befürchten, die Krankenzahlen könnten in den kommenden Wochen explodieren und die Krankenhäuser wie in Italien und Spanien überlasten. In einer Kongresshalle soll nun Platz für 1.000 Betten entstehen und ein Klinikschiff der Marine macht sich auf den Weg Richtung New York. Die Regierung kündigt derweil an, Gesichtsmasken, Handschuhe und Beatmungsgeräte zu schicken.

Der New Yorker Mediziner Nils Hennig berichtet, dass die Klinken der Stadt in "ein bis zwei Tagen" am Ende ihrer Kapazitäten sind. Das Personal habe "eine fabelhafte Einstellung", doch es fehle vor allem an Beatmungsgeräten und Schutzkleidung.

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Nun ist auch Trump mit Blick auf New York besorgt. "Wir haben viel Zeit mit New Yorks Offiziellen verbracht. Denn die Stadt ist bei weitem der größte Hot-Spot. Ihnen stehen schwere Zeiten bevor", so der Präsident.

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