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Endlich - Trump macht Ernst

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Kommentar - Endlich - Trump macht Ernst

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Lange hat er das Coronavirus klein geredet: Jetzt hat US-Präsident Trump die Amerikaner angesichts dramatisch steigender Infektions- und Todeszahlen zum Zusammenhalt aufgerufen.

Kommentar von Elmar Theveßen: Donald Trump sieht endlich Corona-Gefahr ein
Kommentar von Elmar Theveßen: Donald Trump sieht endlich Corona-Gefahr ein

Endlich, Donald Trump hat diese Woche den Ernst der Lage verstanden. Er ist dafür über seinen eigenen Schatten gesprungen, denn schlechte Nachrichten von Experten hat er in den Wochen vorher eher verharmlost und lächerlich gemacht. Also Hut ab, vor ihm und vor Anthony Fauci, dem wichtigsten Experten für Infektionskrankheiten im Land - der den Mut hat, den Präsidenten auch öffentlich zu korrigieren.

Trump-Kehrtwende begeistert nicht alle

Nicht alle von Trumps Beratern waren mit der Kehrtwende ihres Chefs einverstanden. Sie wollten die Einschränkungen für die Menschen lieber nur wochenweise verlängern, aber dann würde der Präsident weiter eher als Getriebener der Ereignisse aussehen, denn als proaktiver Krisenmanager.

In den USA ist die höchste Zahl von Corona-Toten binnen 24 Stunden verzeichnet worden: 1.169 Todesopfer wurden laut Johns-Hopkins-Universität registriert.

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Wenn selbst im besten Fall 100.000 bis 240.000 Amerikaner der Pandemie zum Opfer fallen, dann lieber jetzt alles tun, um noch Schlimmeres zu verhindern. Eine vorschnelle Rückkehr in den Normalzustand mit katastrophalen Folgen wäre den Wählern noch schwerer zu vermitteln. Ja, Trump wirft sich endlich in den Kampf gegen das Virus, weil es ihm - sogar in erster Linie - um seine Wiederwahl geht. Das mag zynisch klingen, aber es ist absolut legitim und es ist richtig.

Warnung vor Corona-Chaos

Es ändert nichts an seiner Mitverantwortung für das Ausmaß des Leids: Ein fertiger Leitfaden für Pandemien verschwand nach Trumps Amtsantritt in der Schublade. Vor einem Jahr warnte sein Geheimdienstkoordinator öffentlich, dass Amerika auf eine Pandemie nicht vorbereitet sei. Im Sommer 2019 zeigte eine Katastrophenübung desaströse Mängel im amerikanischen Gesundheitssystem und den zuständigen Regierungsbehörden.

Im Herbst zog die US-Regierung im Handelskrieg mit China einen Teil ihrer Seuchenexperten aus Peking ab, die vielleicht frühzeitig vom Ausbruch erfahren hätten. Im Januar warnten die amerikanischen Geheimdienste mit drastischen Worten aber vergeblich vor der Gefahr durch das Coronavirus. Im März schlug die Trump-Administration in ihrem Haushaltsentwurf für 2021 eine zehnprozentige Kürzung der Mittel für das CDC, die US-Seuchenkontrollbehörde, vor. Erst nach öffentlichem Druck soll es nun doch eine Erhöhung geben.

Ein Blick nach New York, wo das Virus in den USA am schlimmsten wütet.

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Corona-Verharmlosung durch Trump

In all dieser Zeit hat Trump die Bedrohung verharmlost, Gegner der Ausgangssperren ermutigt, über angebliche Wundermittel spekuliert, die Öffentlichkeit getäuscht und belogen, Mängel bei der Versorgung der Krankenhäuser, der Ärzte und Pfleger bestritten, Kritiker beschimpft und herabgewürdigt.

Nun behauptet er, er habe lange vor allen anderen vor einer Pandemie gewarnt. Diese Selbsttäuschung sei ihm gegönnt, wenn er es jetzt wirklich ernst meint mit dem Kampf gegen das Virus. Dann gebührt ihm Respekt für diese unerwartete Kehrtwende.

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