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"Müssen durch diesen Winter durch"

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Virologin Ulrike Protzer - "Müssen durch diesen Winter durch"

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Virologin Ulrike Protzer schätzt die Corona-Lage in Deutschland als moderat ein. Ziel müsse es sein, die Zahlen weiter niedrig zu halten, um gut durch Herbst und Winter zu kommen.

Virologin Ulrike Protzer bei ZDFheute liveauch immer noch mit den Rückkehrern aus den Urlaubsgebieten zusammen.

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28 min
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Deutschland verzeichnet zuletzt wieder steigende Infektionszahlen. Vor allem Bayern entpuppt sich mit München oder Garmisch-Partenkirchen als Hotspot. Das Oktoberfest ist bereits abgesagt, jetzt zieht auch Köln Konsequenzen - und erteilt dem Karnveal eine Absage.

Warum steigen die Zahlen in Deutschland derzeit wieder an? Wie entwickelt sich die Lage im Herbst und warum trifft es andere Länder härter? Virologin Ulrike Protzer mit ihren Einschätzungen.

Anstieg der Infektionszahlen noch auf Urlauber zurückzuführen

Virologin Ulrike Protzer führt die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf die letzten Reiserückkehrer zurück. Zum Ende der Schulferien seien einige Urlauber wieder nach Hause gekommen, erklärt Protzer im ZDFheute-Livestream. Bei den Infektionszahlen seien zeitliche Verzögerungen zu berücksichtigen. Die steigende Corona-Inzidenz? Ein Wert, "mit dem wir leben müssen", so Protzer.

Die gute Nachricht: Die Infektionszahlen seien zwar zuletzt wieder gestiegen, aber kein Vergleich zu der Situation im März und April. Man registriere zwar wieder mehr Erkrankungen, aber vermehrt im moderaten Bereich: schwere Krankheitsverläufe seien bislang die Ausnahme. Die Sterberate sei niedrig.

Sehen Sie hier die gesamte Live-Sendung vom 18.09.2020

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Viele Intensivbetten durch verschobene OPs belegt

Dass es in Deutschland nur wenige schwere Fälle von Covid-19 gibt, hänge auch damit zusammen, so Protzer im ZDF, dass sich im Schnitt vor allem jüngere Menschen anstecken.

Trotzdem: Die Zahl der Neuinfektionen steigt, der Herbst steht vor der Tür. Mit ihm vermutlich auch die nächste Grippewelle. Und die Zahl der freien Intensivbetten liege in Deutschland derzeit vielerorts bei Null, so Protzer. Das liege zwar nicht an Corona-Patienten, dabei handle es sich auch um den "Delay" aus dem Sommer, als viele Operationen verschoben wurden. Auch sei ein Mangel an Intensivbetten für den Herbst normal.

In Deutschland sind die täglichen Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen. Besonders betroffen: Bayern. Ein Überblick.

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Dennoch hält Protzer es für nötig, sich darum zu bemühen, die Zahlen auf einem niedrigen Niveau zu halten, um eine gemeinsam auftretende Welle von Grippe und Corona im Herbst und Winter zu verhindern. Das Gesundheitssystem sieht Protzer derzeit nicht überlastet - wenn das so bleibt, gebe es keinen Anlass zur Sorge. Solange es keinen Impfstoff gibt, sei Rücksichtnahme in der Bevölkerung aber besonders wichtig. Protzers Fazit:

Es nützt ja alles nichts. Durch diesen Winter müssen wir durch.
Ulrike Protzer

Deutsche Mentalität ein Grund für insgesamt moderate Infektionszahlen?

Deutschland gelingt der Umgang mit der Corona-Pandemie besser als anderen Ländern. Israel hat den zweiten Lockdown verhängt. Und auch Frankreich scheint es härter zu treffen als den deutschen Nachbarn. Und das, obwohl weder die Bevölkerungsstruktur noch die Ausgangslage wesentlich voneinander abweichen. Auch die Lockerungen in Frankreich waren bislang eher moderat.

Protzer sieht das zumindest teilweise in der unterschiedlichen Mentalität der Länder begründet. Die Deutschen seien nunmal eher "obrigkeitshörig" und würden Regeln enstprechend beherzigen. Das würde in einer Pandemie natürlich helfen. Die Franzosen seien dagegen etwas lässiger. Zudem hätte Frankreich mehr Urlaubsgebiete als Deutschland. Auch das könne ein Faktor sein, so Protzer.

Als erstes Land der Welt ist Israel im zweiten Lockdown. Mehrere europäische Länder verschärfen im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen ebenfalls ihre Maßnahmen.

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