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Frankreich startet neue Corona-Warn-App

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Nach Kritik - Frankreich startet neue Corona-Warn-App

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Ausgangssperren, hohe Infektionszahlen und eine gescheiterte Corona-Warn-App. Nun präsentiert die französische Regierung eine neue Version.

Corona-Warn-App "StopCOVID"
Die neue Corona-Warn-App "Tous Anti-COVID" wird die alte Version "StopCOVID" in Frankreich ablösen.
Quelle: picture alliance / Xinhua News Agency

"Das hat nicht funktioniert" musste Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vergangene Woche in seinem großen Fernseh-Interview zugeben - er meinte die französische Version der Corona-Warn-App "StopCovid".

Nur 2,6 Millionen Franzosen haben sich die App bisher heruntergeladen. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 20 Millionen Menschen.

Vom Prestigeprojekt zum Flop

"StopCovid" war als Prestige-Projekt der Regierung gestartet, mit dem Anspruch auf technologische Führung. "Ein Symbol nationaler Unabhängigkeit", wie Cédric O, der Digitalstaatsminister, damals erklärte. Von diesem Anspruch ist wenig übrig geblieben.

Lücken im deutschen Corona-Warnsystem

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Es gab Datenschutz-Bedenken, weil sämtliche Kontakte der App-Nutzer auf einem zentralen Server gespeichert werden. Außerdem verursacht die App hohe Kosten: nach Informationen der Zeitung "Le Monde" monatlich etwa 100.000 Euro.

Neustart mit "Tous Anti-COVID"

Auch Teile der Regierung waren sich uneins. Premierminister Jean Castex hatte selbst öffentlich zugegeben, dass er die Applikation nicht heruntergeladen hatte:

Ja, ich dränge die Franzosen dazu, sie zu nutzen, aber ich will ehrlich sein - ich selbst nutze sie nicht.
Frankreichs Premierminister Jean Castex

Als Grund gab der Regierungschef an, dass er in seiner neuen Funktion keine Metro mehr fahre. Das kam bei den Franzosen nicht wirklich gut an. Kurze Zeit später musste er übrigens in Quarantäne, weil er Kontakt zum positiv getesteten Direktor der Tour de France hatte.

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Castex Regierung präsentiert nun heute eine neue Version: "Tous Anti-COVID" (Alle gegen COVID) heißt sie und verspricht viele technische Neuerungen. Anders als ihre Vorgängerin setze die App vor allem auf Information in Echtzeit. Wie eine Art Wetterradar zeigt sie die aktuelle Corona-Situation, die Ausbreitung des Virus, in der unmittelbaren Umgebung des Nutzers an.

Neue Dienste und Infos in Echtzeit

Teststationen in der Nähe werden aufgezeigt. Statt der Lokalisierung mittels Bluetooth sollen Nutzer einen QR-Code am Eingang beispielsweise eines Restaurants scannen. Damit sollen die Franzosen ermuntert werden "bei jedem Gang ins Restaurant oder in eine Bar" die App zu nutzen, so Macron.

Viele Franzosen verzichteten unter anderem auf die alte Version "StopCovid", weil sie ständig aktiv war und zu viel Strom verbrauchte. Jetzt soll sie erst aktiv werden, wenn sie wirklich manuell eingeschaltet wird.

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Es bleibt allerdings fraglich, ob die Franzosen die neue Applikation mit mehr Begeisterung nutzen werden als beim letzten Mal. Premierminister Jean Castex hat immerhin versprochen, dass er sie dieses Mal ganz sicher auf seinem Handy installieren wird.

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