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Corona: So stemmen sich Staaten gegen die Folgen

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Wirtschaftliche Maßnahmen - Corona: So stemmen sich Staaten gegen die Folgen

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Das Coronavirus breitet sich weiter aus und stürzt Börsen und Unternehmen in den Krisenmodus. Weltweit haben Staaten bereits reagiert, auch Deutschland plant Maßnahmen.

Eine Frau mit Mundschutzmaske geht an Gebäude in New York mit der Aufschrift "Wall Street" vorbei.
Coronavirus setzt weltweit den Aktienmärkten und Unternehmen zu.
Quelle: reuters

Weltweit haben Regierungen bereits mit finanz- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen auf die Epidemie reagiert. Auch die Bundesregierung berät an diesem Sonntag über Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzufedern.

Angedeutet hatte sich zuletzt, dass die Koalition unter anderem die Hürden für Firmen senken will, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. Im Raum stehen auch sogenannte Überbrückungskredite, um Unternehmen kurzfristig finanziell zu helfen, ebenso Bürgschaften oder Steuerstundungen.

Die SPD hatte vorgeschlagen, den eigentlich für 2021 geplanten Abbau des Solidaritätszuschlags auf diesen Sommer vorziehen, um die Nachfrage anzukurbeln. Zudem hatten die Sozialdemokraten ihre Forderung nach mehr staatlichen Investitionen in die Infrastruktur erneuert.

Wie andere Länder auf der Welt versuchen, die wirtschaftlichen Auswirkungen einzudämmen - ein Überblick:

Europäische Staaten

  • Die Eurogruppen-Finanzminister haben angekündigt, alle verfügbaren Instrumente zu nutzen, um die Wirtschaft in der Eurozone anzukurbeln. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sagte vor ihrem Treffen am kommenden Donnerstag zu, "angemessene und gezielte Maßnahmen" zu ergreifen. Einige Analysten halten einen weiter ins Negative sinkenden Einlagezins zur Förderung der Kreditvergabe für möglich - gleichzeitig sind Beobachter skeptisch, dass die EZB angesichts ihrer ohnehin schon lockeren Geldpolitik der Wirtschaft noch starke Anreize bieten kann.
  • Das ohnehin schon überschuldete Italien, das wie kein anderes europäisches Land von der Corona-Krise betroffen ist, hat bereits 7,5 Milliarden Euro aus dem Haushalt freigegeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ein Teil der Hilfen soll an betroffene Unternehmen und Familien fließen.
  • Frankreich forderte eine Konjunkturspritze für die Eurozone. Die Euro-Länder sollten den Weg dafür ebnen, um auf Haushaltsmittel zurückzugreifen. Darüber hinaus berät die Regierung über mögliche Steuersenkungen für Unternehmen - ähnlich wie dies in Deutschland diskutiert wird.
  • Großbritannien legt am Mittwoch seinen ersten Haushaltsplan seit dem Brexit vor. Erwartet wird, dass London in der Coronavirus-Krise an den geplanten enormen Ausgaben für Infrastrukturprojekte festhält. Der Chef der Bank of England, Mark Carney, betonte, die Zentralbank habe "ausreichend Munition", um in der Corona-Krise gegenzusteuern - trotz des niedrigen Leitzinses der britischen Zentralbank von 0,75 Prozent.

USA und Kanada

In den USA und Kanada reagierten zunächst die Zentralbanken auf das Coronavirus. Am Dienstag senkte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) überraschend den Leitzins um einen halben Prozentpunkt. Er liegt jetzt zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Sie begründete dies mit "Risiken für die wirtschaftliche Aktivität" durch das Coronavirus. Wenig später senkte auch die kanadische Zentralbank den Leitzins auf nun 1,25 Prozent.

Später als in Europa breitet sich das Coronavirus auch in den USA immer weiter aus. Präsident Trump versucht zu beruhigen.

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Am Donnerstag beschloss der US-Kongress zudem ein Paket in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) - allerdings nicht für Unternehmen, sondern für Notfallmaßnahmen im Kampf gegen die Epidemie.

Asien

Nach Schätzungen der Ratingagentur Standard & Poor's könnte die Corona-Epidemie die Volkswirtschaften im Asien-Pazifik-Raum rund 200 Milliarden Dollar kosten.

  • China, wo die Epidemie im Dezember ihren Anfang genommen hatte, senkte als Reaktion auf den verheerenden Wirtschaftseinbruch den Leitzins und kündigte weitere Maßnahmen wie Steuersenkungen und Finanzhilfen für die betroffenen Regionen an.
  • Hongkong reagierte mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Alle dauerhaft in der Finanzmetropole gemeldeten Bewohner erhalten 10.000 Hongkong-Dollar (1.180 Euro) in bar. Insgesamt stellt die Stadtführung 120 Milliarden Dollar im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie zur Verfügung.
  • Japans Zentralbank richtete sich Anfang dieser Woche in einer außergewöhnlichen Erklärung an Investoren und versicherte, sie werde die "Stabilität der Finanzmärkte" sicherstellen.

IWF und Weltbank

  • Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, erklärte, die Epidemie sei "ein globales Problem, das nach einer globalen Reaktion verlangt". Von der Epidemie betroffenen IWF-Mitgliedstaaten sollen Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 50 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt werden.
  • Auch die Weltbank stellte Hilfen in Höhe von zwölf Milliarden Dollar in Aussicht. Ziel ist es, vor allem ärmeren Ländern "schnell" und "effektiv" zu helfen.

Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Epidemie:

Ärzte und Krankenschwestern am 22.04.2020 in einem Krankenhaus in Barcelona

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