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Klima, Corona, Schulden - die Wut der Jungen

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Generationengerechtigkeit - Klima, Corona, Schulden - die Wut der Jungen

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Mit milliardenschweren Konjunkturpaketen soll die Wirtschaft nach der Krise neu starten. Doch die junge Generation sieht ihre Zukunft in Gefahr - und wehrt sich.

Junge Leute demonstrieren mit Regenschirmen vor dem Kanzleramt für den Generationenrettungsschirm in der Corona-Krise.
Rifka Lambrecht ist Teil der Kampagne "Generationenrettungsschirm", die in den Wirtschaftsmaßnahmen eine Gefahr für ihre Zukunft sieht.
Quelle: Generationen Stiftung, Foto: Gregor Fischer

Es scheint die Sonne in Berlin, aber vor dem Kanzleramt stehen zwei junge Frauen mit orangenen Regenschirmen. Sie wirken etwas verloren vor dem großen Gebäude, zu ihrer kämpferischen Rede würde gut eine große Menschenmenge passen.

Aber sie sind entschlossen. Sie starten den Countdown: "3,2,1, jetzt!" und spannen gleichzeitig ihre Regenschirme auf. Dann folgt die Kampfansage: "Wir warten nicht auf die Welt nach Corona, wir werden da sein, wenn sie gemacht wird!", rufen sie.

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Sie haben nämlich nicht ihre Schirme aufgespannt, um etwas Schatten auf den Asphalt zu zeichnen, sondern um ein Zeichen zu setzen - für einen "Generationenrettungsschirm", den Namen ihrer Kampagne. Denn sie wollen nichts weniger, als ihre Generation, die Zukunft zu retten.

Steigende Schuldenberge, schmelzende Eisberge

Rifka Lambrecht ist eine der Rednerinnen und sie sagt später im Interview: "Wir werden richtig präsent sein, wir werden laut und radikal sein und zeigen, dass wir nicht konform sind."

Nicht konform ist diese neue Kampagne der Generationen-Stiftung, die heute gestartet ist mit dem Umgang der wirtschaftlichen Corona-Krise: Mit den milliardenschweren Konjunkturpaketen, den bedingungslosen Unternehmenshilfen, der Aufweichung der Klimaziele. Sie fürchten um eine Zukunft mit wachsenden Schuldenbergen und schmelzenden Eisbergen.

Wir leiden unter den Entscheidungen der älteren Generationen im Bundestag, sie entscheiden komplett gegen unser Leben.
Rifka Lambrecht

Lambrecht ist 19 Jahre alt und war vorher Aktivistin bei der Umweltschutzbewegung "Extinction Rebellion". Jetzt sitzt sie im Jugendrat und ist eine der vier festen Kampagnengesichter. Sie sieht darin einen Weg, die Forderungen der Klimaschutzbewegung in die politische Debatte einzubringen.

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Gegen bedingungslose Wirtschaftshilfen

Im Wesentlichen geht es um vier Forderungen: Wirtschaftshilfen nur unter strengen Auflagen, Klimaziele verwirklichen, das Leid in den Flüchtlingslagern an Europas Außengrenzen zu beenden und die soziale Spaltung zu stoppen. Manche Punkte aus dem Forderungskatalog lesen sich durchaus radikal - wie zum Beispiel eine einmalige Vermögensabgabe zur Bewältigung der Krise:

"Generationenrettungsschirm": Das sind die Forderungen

Die vier Ziele seien miteinander verknüpft, erklärt Lambrecht, die ökologische Krise sei wirtschaftsrelevant und eine Fluchtursache, die Verschuldung treffe vor allem ärmere Milieus. Letztendlich geht es immer um die Zukunft. Geht hier der Generationenkonflikt, der mit "Fridays for Future" begann, jetzt in eine neue Runde?

Mehr Verbindlichkeit als "Fridays for Future"

"Es zeigt großes politisches Verständnis, dass man sich so Sorgen macht um die Zukunft", sagt Jutta Rump, Generationenforscherin und Ökonomin an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen. "Der Klimaschutz und die Verschuldung eines Staates über Generationen hinweg sind sehr existenzielle Themen."

Anders als bei Friday for Future sei bei dieser Kampagne ein höheres Maß an Verbindlichkeit zu erkennen, ein Maßnahmenpaket mit langfristigen Zielen, dass auch langfristiges Engagement erfordere.

Wir können da nicht nur an Altbewährten festhalten, wir brauchen Innovationen und da finde ich einen Anschub des Diskurses absolut richtig.
Jutta Rump, Generationenforscherin

Die Wirtschaft stabil zu halten sei rechtens, aber Verschuldung müsse auch vor dem Hintergrund der Demografie in Deutschland betrachtet werden. Als Ökonomin sei sie für die Marktwirtschaft und auch für Staathilfen in bestimmten Branchen, an denen viele Arbeitsplätze hängen. "Aber wir sollten auch in Zukunftsbranchen investieren", sagt sie.

Das Ziel: Eine Million Unterschriften

Rifka Lambrecht ist "überwältigt" von der Zahl der Freiwilligen - bereits 1.000 haben sich noch vor Start der Kampagne gemeldet. Die Forderungen haben bisher 2.000 Leute unterschrieben, das Ziel sind eine Million Unterschriften und diese der Regierung vorzulegen. Die nächste Aktion ist für den 10. Juni geplant - natürlich Corona-regelkonform.

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