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Was kommt nach Corona? - "Deutschland kann sich nach der Krise erneuern"

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In jeder Krise stecken Chancen, auch für die Corona-Pandemie sehen Zukunftsforscher das so. Karlheinz Steinmüller über die Möglichkeiten in Deutschland.

Steinmüller über Chancen für Deutschland

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3 min
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Karlheinz Steinmüller ist Zukunftsforscher und entwickelt im Rahmen der Initiative Deutschland 2030 mögliche Zukunftsszenarien für die Zeit nach Corona. Das Ergebnis stimmt optimistisch: Viele der Experten erwarten nach der Krise einen positiven Strukturwandel.

ZDFheute: Corona wird die Welt möglicherweise nachhaltig verändern. Welche Chancen könnten sich durch die Krise für die Gesellschaft ergeben? 

Karlheinz Steinmüller: Wir von der Initiative D2030 haben eine Umfrage durchgeführt, um zu erfahren, wohin der Weg nach der Krise führen könnte. Das Ergebnis war ermutigend:

Ein Großteil der Befragten war sich einig, dass die Pandemie strukturelle Veränderungen erzeugen wird und drei Viertel der befragten 117 Experten sahen das positiv. Deutschland kann sich nach der Krise erneuern, wir nutzen die Chancen der Digitalisierung und wir achten mehr auf das Gemeinwohl.

ZDFheute: Die Welt sieht gerade, was die Politik alles kann, "wenn sie will". Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass dies auch auf andere globale Krisen wie den Klimawandel angewandt werden wird?

Steinmüller: Die Politik kann etwas ausrichten, wenn sie von der Bevölkerung gestützt wird. Und sie hat sich als kompetent erwiesen: Man hat auf die Wissenschaft gehört, man hat sich als entscheidungs- und handlungsfähig erwiesen und man hat noch nie da gewesene Maßnahmen ergriffen.

Das lässt hoffen, dass man anderen Problemen auch derart entschieden kraftvoll begegnet. Aber: Auf eine akute Krise zu reagieren, ist etwas anderes, als einer schleichenden Katastrophe wie dem Klimawandel zu begegnen. Jedoch hat Corona gezeigt, was möglich ist. 

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ZDFheute: Welche Chancen ergeben sich durch die Krise für die globale Gemeinschaft? Kann es eine neue Form von internationalem Zusammenhalt geben?

Steinmüller: Man kann aus der Krise lernen, dass man aufeinander angewiesen ist. Wir lernen gerade immer stärker, wie wichtig es ist, über die Grenzen hinweg miteinander umzugehen. Und wir lernen, dass die internationalen Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation sehr wichtig sind. Die Krise legt hier die Schwächen bloß, aber zeigt auch, wo die Stärken sein könnten.  

ZDFheute: Wie werden wir nach der Krise auf die aktuelle Zeit zurückblicken?

Steinmüller: Die Corona-Krise ist ein gemeinsames Erlebnis, das in das Leben eines jeden Einzelnen eingreift. Wir werden uns erinnern, wie schwierig diese Zeiten waren und wie wir sie durchgestanden haben. Die jetzige Generation in Deutschland hat bisher noch keine richtig große Krise erleben müssen - aber wir zeigen jetzt, dass auch diese Generation mit einer Krise umgehen kann.

Das Interview führte Adele Bunk.

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