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Online-Unterricht in Coronakrise - Ruf nach Laptop-Zuschuss für Schüler

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Die Corona-Epidemie hat den normalen Schulbetrieb zum Erliegen gebracht. Jetzt ist Wissensvermittlung digital angesagt. Doch was, wenn ein entscheidendes Puzzleteil fehlt?

"Archiv", Mädchen lernt von dem Laptop aus, Corona zwingt viele Schüler dazu Hausaufgaben zu Hause zu machen, 15.03.2020, München
Schülerin lernt am Laptop von zu Hause aus
Quelle: dpa

Als Konsequenz aus den jüngsten Erfahrungen mit der Corona-bedingten Zwangsumstellung auf Online-Unterricht dringt Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) auf staatliche Hilfen für Kinder aus bedürftigen Familien ohne Laptop, Computer oder Tablet.

Probleme zeigen sich in Krisensituation

Weil diesen Schülern teilweise der Online-Zugang zu Unterrichtsmaterial fehle, könnten sie nicht am digitalen Lernen teilnehmen, schreibt Martin in einem Brief an Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD). Das Fehlen von Tablets und Laptops sei für diese Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht nur eine Hürde in der aktuell durch die flächendeckenden Schulschließungen geprägten Situation, sondern mit Blick auf den digitalen Wandel ein prinzipielles Problem.

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"Generell bin ich der Auffassung, dass angesichts der fortschreitenden Digitalisierung die Unterstützung für ein solches Gerät zum digitalen Lernen Teil des Katalogs des Bildungs- und Teilhabepakets sein muss. In dieser Krisensituation wird dies mehr als deutlich", heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Weil staatliche Unterstützung für den Kauf solcher Geräte bislang nur sehr eingeschränkt - etwa im Rahmen des Digitalpakts Schule - möglich sei, regt Martin eine zügige Änderung des Teilhabegesetzes an.

"Soziale Benachteiligung" vemeiden

Es gelte "entschlossen Abhilfe zu schaffen, um soziale Benachteiligung zu vermeiden", mahnt die SPD-Politikerin. Sie spricht von einem Gerechtigkeitsproblem, das dringend einer Lösung bedürfe. "Und wenn ich dringend sage, meine ich das auch so. Denn digitales Lernen muss heute eigentlich selbstverständlicher Teil von Schule sein."

Die Schulen sähen in ihren Medienbildungskonzepten bereits den Einsatz mobiler Endgeräte vor. "Da muss auch sichergestellt werden können, dass Kinder, deren Eltern ihnen den Zugang zu einem Gerät nicht ermöglichen können, deshalb nicht abgehängt werden", begründet Martin ihren Vorstoß.

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Digitale Kluft kann soziale Kluft vergrößern

Sie verweist auf einen Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2016, nach dem jedes Kind, das 2018 eingeschult wurde oder in dem Jahr die Grundschule beendete, in seiner Schullaufbahn eine umfassende Medienkompetenzbildung erhalten soll. "Dass es da noch Lücken gibt, wird uns gerade schmerzlich bewusst".

Martin appellierte an den Bund, die Länder dabei zu unterstützen, dass die Gefahr einer digitalen Kluft nicht die soziale Kluft noch erweitert. Alle Schüler müssten unabhängig von ihrem Elternhaus befähigt werden, "selbstbestimmt ihr Leben in der zunehmend digitalisierten Gesellschaft (mit)zugestalten, auch um in der Arbeitswelt bestehen zu können", schreibt sie.

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