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Zweite Corona-Welle - Zahlen auf hohem Niveau: Wie geht es weiter?

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Die Corona-Zahlen sind konstant, aber hoch. Es komme nun auf die nächsten Schritte an, sagt der Epidemiologe Brockmann. Man müsse auch abwägen, welchen Preis man zahlen wolle.

Innerhalb eines Tages wurden 23.648 Corona-Ansteckungen registriert – so viele wie nie zuvor. Ist die zweite Welle noch zu brechen? Das fragen wir RKI-Epidemiologe Prof. Brockmann.

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23.648 - das ist die Zahl der zuletzt vom RKI gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Ein neuer Höchststand. Reichen also die bisher ergriffenen Corona-Maßnahmen, um die zweite Welle zu brechen?

Brockmann: Konstantes, aber sehr hohes Niveau

Zunächst sei es wichtig, die aktuelle Zahl mit der vor sieben Tagen zu vergleichen, sagt der Epidemiologe Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität bei ZDFheute live. Dabei zeige sich, dass die Zahlen vor sieben und vor vierzehn Tagen auf einem ähnlich hohen Niveau waren. "Das heißt, im Vergleich zu den Wochen vorher sind wir auf einem konstanten Niveau, aber auf einem sehr hohen konstanten Niveau", so Brockmann.

Noch zu Beginn des Monat hofften viele, dass durch die verschärften Maßnahmen die Corona-Zahlen so stark sinken würden, dass im Dezember Lockerungen möglich sein könnten. Doch nun sieht es kaum noch danach aus. Brockmann machte deutlich, dass die Zahlen umso schneller sinken, je intensiver die Lockdown-Maßnahmen sind.

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"Ist das aktuelle Plateau auf den 'Lockdown light' zurückzuführen?", fragte ein Youtube-User bei ZDFheute live. Laut Brockmann gibt es zwei Einflussfaktoren, die für das relativ konstante Niveau der Corona-Zahlen verantwortlich sind. Es sei allerdings nicht auszumachen, welcher Faktor die größere Rolle spiele.

Zum einen sei das exponentielle Wachstum bereits vor dem Einführen der Maßnahmen gesunken. "Das heißt, die Menschen haben reagiert, weil sie gesehen haben: Wir sind hier wieder in einer sehr ernsten Situation", so der Epidemiologe. Zum anderen kam dann ab Anfang November der Teil-Shutdown hinzu, der aber erst später wirksam wurde.

"So ist es Gemisch von Dingen, dass Menschen freiwillig erkennen, hier müssen sie sich wieder anders verhalten und die Wirkung der Maßnahmen. Das wirkt zusammen."
Dirk Brockmann, Epidemiologe

Brockmann: Schul-Maskenpflicht vergleichsweise kleines Opfer

Bei der Diskussion um die aktuellen Maßnahmen stehen vor allem Schulen immer wieder im Fokus. Denn im Gegensatz zum Frühjahr sind diese noch geöffnet. "Im Idealfall würden wir auf alle Kontakte zu jeder Zeit verzichten, und dann wäre das Virus demnächst weg", sagte Brockmann.

Doch das habe den hohen Preis, dass die Schulen schließen müssten. "Deshalb muss man immer genau abwägen, welchen Preis zahlt man dafür, dass man gegebenenfalls länger wartet, bis die Welle wieder runtergeht." Eine Maskenpflicht an Schulen sieht Brockmann als vergleichsweise kleines Opfer.

Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts ist klar: Bei einer kritischen Inzidenz rät es zu geteilten Klassen und Maskenpflicht. Die Länder entscheiden aber häufig anders.

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Brockmann hält es auch für sinnvoll, die Schulklassen zu verkleinern, etwas durch Wechselunterricht. "Das Verkleinern von Gruppen hat einen stärkeren Effekt, als man vielleicht erwarten würde."

Wie es in den Schulen weitergeht und ob die Corona-Maßnahmen weiter verschärft werden, um die Neuinfektionen einzudämmen, wird sich am 23. November zeigen. Dann berät Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder.

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