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Was über Corona-Reinfektionen bekannt ist

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Zum zweiten Mal infiziert - Was über Corona-Reinfektionen bekannt ist

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Ein 25-Jähriger hat sich innerhalb von kurzer Zeit ein zweites Mal mit Corona infiziert. Er musste beim zweiten Mal beatmet werden. Was über Reinfektionen bekannt ist.

Ein Computermodell des Coronavirus
Ein Mann hat sich zum zweiten Mal mit dem Coronavirus infiziert - allerdings mit einer unterschiedlichen Variante von Sars-Cov-2.
Quelle: Reuters

Ein 25-jähriger US-Amerikaner hat sich ein zweites Mal mit dem Coronavirus infiziert. Der Verlauf seiner zweiten Infektion war schwerer als die der ersten, er musste im Krankenhaus beatmet werden. Diesen Fall haben Forschende am Dienstag im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht. Bislang sind nur wenige Fälle von Reinfektionen, also von erneuten Ansteckungen, bekannt.

Bei dem Mann aus dem Bundesstaat Nevada wurde Mitte April das erste Mal das Sars-Cov-2-Virus nachgewiesen, ein zweites Mal dann Anfang Juni. Zwischen den beiden Infektionen wurde er negativ auf das Virus getestet. Bei seiner zweiten Infektion hatte sich das Virus genetisch verändert - Forschende nennen das Mutation.

Mutationen sind bei Viren ein völlig normaler Vorgang. RNA-Viren, zu denen das Sars-Cov-2-Virus zählt, sind besonders variabel, weisen also eine große Bandbreite an Mutationen auf.
Ralf Bartenschlager, Präsident der Gesellschaft für Virologie und Leiter der Abteilung Molekulare Virologie am Uniklinikum Heidelberg

Was ist eine Reinfektion?

Infiziert sich jemand ein zweites Mal mit dem gleichen Erreger, spricht man von einer Reinfektion oder Zweitinfektion. Nicht damit gemeint ist eine nicht richtig auskurierte erste Infektion.

Bislang sind - neben dem Patient aus den USA - nur wenige Fälle von Reinfektionen bekannt: aus Belgien, den Niederlanden, Hong Kong und Ecuador.

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Warum waren die Symptome bei der zweiten Corona-Infektion schwerer?

Die beiden Patienten aus Ecuador und den USA litten bei ihrer zweiten Infektion an schwereren Symptomen, bei den Fällen aus Belgien und Hong Kong war das nicht so. Die Patientin aus den Niederlanden, die wegen eines Krebsleidens auch eine Chemotherapie bekam, starb, wie Forschende berichten.*

"Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Menschen nach einer durchgemachten Sars-Cov-2-Infektion zumindest eine Teilimmunität besitzen und deshalb sollte eine zweite Infektion viel milder ablaufen", sagt Ralf Bartenschlager, Präsident der Gesellschaft für Virologie und Leiter der Abteilung Molekulare Virologie am Uniklinikum Heidelberg.

Bei anderen Coronaviren, die Erkältungssymptome hervorrufen, sei das ganz ähnlich: Man mache die Infektion durch, ist dann eine gewisse zeitlang geschützt und habe dann in der Regel mildere Symptome, wenn man erneut infiziert wird, so Bartenschlager.

Dass es bei einigen wenigen Reinfektionen zu schwereren Verläufen kommt, könne verschiedene Gründe haben - Schuld könnten in manchen Fällen die Antikörper selbst sein:

Antikörper aus der ersten Immunantwort könnten dem Virus bei der Zweitinfektion Zutritt zu anderen Zellen erlauben - statt es unschädlich zu machen - oder diese Zellen so aktivieren, dass es zu einer verstärkten Entzündungsreaktion kommt.
Ralf Bartenschlager

Wie lange ist man immun?

Derzeit ist unklar, "wie regelhaft, robust und dauerhaft" die Immunität nach einer Infektion ist, schreibt das Robert-Koch-Institut.

Auch wie lange ein Corona-Impfstoff immun machen würde, ist noch nicht klar.

[Hier lesen Sie, welche Firmen bei der Impfstoff-Entwicklung vorne liegen.]

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Wie weist man Immunität nach?

Zentral für den Aufbau und den Nachweis von Immunität sind Antikörper. Die bildet der Körper, um einen Erreger unschädlich zu machen. Will man wissen, ob man eine Corona-Infektion durchgemacht hat, lässt man Blut auf diese Antikörper hin untersuchen.

Doch mitunter ließen sich Antikörper bei Menschen, die eine Corona-Infektion durchgestanden haben, nicht nachweisen. Eine Studie des Uniklinikums Jena konnte bei Infizierten eines ehemaligen Hotspots nur bei etwa der Hälfte der Infizierten Antikörper finden. Das kann darauf hindeuten, dass ein negativer Antikörpertest keine Garantie dafür ist, dass eine Person nicht bereits mit Corona infiziert war.

Was bedeuten Reinfektionen für die Impfstoffforschung?

Bislang sind nur sehr wenige Fälle von schweren Reinfektionen bekannt. Dass das Coronavirus mutationsfreudig ist, dürfte für Pharmafirmen bei der Impfstoff-Entwicklung aber eine der Schwierigkeiten darstellen:

Man muss Impfstoffe entwickeln, die möglichst breit funktionieren - also solche Strukturen im Virus angreifen, die möglichst wenige Veränderungen aufweisen.
Ralf Bartenschlager

*Die neue Entwicklung zur Patientin aus den Niederlanden wurde am 15.10.2020 ergänzt.

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