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Europäische Politiker abgehört - Dänischer Geheimdienst soll NSA geholfen haben

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Der dänische Geheimdienst hat laut Medienberichten dem US-Geheimdienst NSA geholfen, europäische Politiker abzuhören - unter anderem Bundeskanzlerin Merkel.

Das logo des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) auf einem Monitor.
Politiker aus Deutschland, Schweden, Norwegen, den Niederlanden und Frankreich sollen abgehört worden sein.
Quelle: dpa

Der dänische Geheimdienst hat Medienberichten zufolge dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst NSA beim Abhören europäischer Spitzenpolitiker geholfen. Gezielt belauscht worden seien unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, berichtet der Dänische Rundfunk (DR) unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Dänische Regierung wusste von Überwachung

Der DR recherchierte den Fall zusammen mit anderen europäischen Medien, darunter NDR, WDR und die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Der dänische Auslands- und Militärgeheimdienst Forsvarets Efterretningstjeneste (FE) ermöglichte demnach der NSA die Nutzung der geheimen Abhörstation Sandagergardan in der Nähe von Kopenhagen.

Hier befinde sich ein wichtiger Internetknotenpunkt verschiedener Unterseekabel, den die Nachrichtendienste angezapft hätten. Die dänische Regierung hat von der Überwachung europäischer Nachbarländer den Angaben zufolge wohl spätestens seit 2015 gewusst.

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Kooperation mit NSA schon 2015 dokumentiert

Den Recherchen zufolge wurde die Kooperation der NSA und des dänischen Geheimdienstes bei der Überwachung europäischer Nachbarländer 2015 in einem internen Bericht des FE dokumentiert.

Die dänische Verteidigungsministerin Trine Bramsen, die seit Juni 2019 im Amt ist, wurde laut DR im August 2020 darüber informiert. Sie sagte dem Sender, "das systematische Abhören von engen Verbündeten" sei inakzeptabel. Ein Sprecher der Bundesregierung teilte am Sonntagabend mit, dass der Gegenstand der Recherche der Bundeskanzlerin durch die journalistische Anfrage bekannt geworden sei.

Steinbrück spricht von "Skandal"

Steinbrück sagte dem Rechercheverbund von NDR, WDR und "SZ", er habe erst durch die Berichte von der Abhöraktion gegen ihn erfahren. "Politisch halte ich das für einen Skandal." Zwar glaube er, dass auch westliche Staaten funktionsfähige und tüchtige Nachrichtendienste benötigten. Doch zeige diese Art des Abhörens unter Partnern, "dass sie doch ein ziemliches Eigenleben führen".

Beim US-Geheimdienst NSA und beim dänischen Geheimdienst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Archiv: Die ehemalige amerikanische Abhörstation auf dem Teufelsberg in Berlin.

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