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Dannenröder Forst - Das letzte Protest-Baumhaus ist geräumt

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Die Polizei hat das Protestcamp im Dannenröder Forst geräumt. Die Aktivisten wollen trotzdem nach wie vor gegen den Weiterbau der A49 kämpfen.

Hessen, Dannenrod: Ein SEK-Beamter des Höheninterventionsteames legt einen Sicherheitsgurt um eine Umweltaktivistin, die in einem Tripod hängt.
Polizeiarbeit im Wald: Ein Beamter entfernt einen Aktivisten im Dannenröder Forst.
Quelle: dpa

Jetzt ist das letzte Baumhaus geräumt. Das vergangene Wochenende, erzählt der Aktivist "Funky", einer der Sprecher des Bündnisses "Wald statt Asphalt", "war noch mal ermutigend". Ein Baumhausdorf konnte verteidigt werden, viele Leute kamen noch einmal zu einer Demonstration in den Dannenröder Forst.

85 Hektar Wald im Dannenröder Forst gerodet

Montag früh ab 6 Uhr sei die Polizei aber "rigoros" vorgegangen, habe "Leute schon festgenommen, bevor es hell war".

Mehr als ein Jahr lang hielten Umweltaktivisten Teile des Dannenröder Waldes besetzt. Sie hatten Baumhäuser in zwanzig Metern Höhe gebaut, Barrikaden auf Wegen errichtet, sich in Tripods - dreibeinige Holzkonstruktionen - gehängt, um den Wald vor der Abholzung zu schützen. Vergeblich. Am 1. Oktober, mit Beginn der Rodungssaison, starteten die Baumfällungen für den Weiterbau der Autobahn 49. Insgesamt mussten 85 Hektar Wald gerodet werden.

Mit Baumbesetzungen und radikalen Aktionen hielten junge Menschen im Dannenröder Forst monatelang die Polizei in Atem. Nach über einem Jahr der Besetzung scheint der Weg frei für den Bau der A 49. Doch die Klimabewegung hat längst neue Ziele im Blick.

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Unter den Waldbesetzern herrschten jetzt "gemischte Gefühle»" sagt Aktivist Funky. Sie seien "teils ausgebrannt und erschöpft" von den Wochen im Wald, bei Kälte, Schnee und Regen, im Dauerkonflikt mit der Polizei. "Einige werden eine kleine Atempause brauchen. Aber es ist geplant, dass der Protest weitergeht." Denn die Autobahn sei ja noch nicht gebaut.

Projekt spaltet die Region

Die Planungen für die A 49, die grob Kassel mit Gießen verbinden soll, stammen aus den 1960er Jahren. Die ersten Kilometer bis Neuental sind schon seit 1994 fertig. Jahrzehntelang stockte das Projekt. "Es gab viele Trassen, die diskutiert wurden, und viele Gründe, weshalb sie nicht genommen wurden", sagt Manuel Heinrich, Sprecher des Regionalmanagements Mittelhessen, dessen Gesellschafter Städte, Universitäten und Industrie- und Handelskammern sind. Das Regionalmanagement hat eine Initiative "JA 49" ins Leben gerufen.

Man sehe in der Region viele Menschen hinter sich, sagt Heinrich. Es seien Leute, die sich vom Autobahnbau eine Verringerung des Verkehrs in ihren Orten erhoffen oder Unternehmen, die durch die Autobahn Zeit und Kosten sparen. "Es sind ja nur noch 30 Kilometer, die fehlen", betont Heinrich. Außerdem entstünden für die 85 Hektar gerodeten Wald auf 750 Hektar Ausgleichsflächen, unter anderem mit Teichen für Kammmolche, Biotopen für Zauneidechsen oder Auwälder.

Der Ausbau der A49 gestaltet sich weiter umkämpft. Um die Baumaschinen vor Randalen der Projektgegner zu schützen wurde eine Festung aus Schiffscontainern, Gittern und Stacheldraht gebaut.

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"Die A 49 ist zum Symbol für eine Mobilitätswende geworden", sagt Aktivist Funky, der bis vor kurzem in einem der Baumhäuser lebte. Bis März nächsten Jahres haben die Umweltschützer ihr Camp in Dannenrod angemeldet. 2024 soll die A 49 fertig sein. Deutschlandweit seien rund 850 Kilometer Autobahnbau in Planung, erklärt Funky. "Es ist noch viel Zeit für Blockaden."

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