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"Zeit für Optimismus" - Davos: Trump im Wahlkampfmodus

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Trump scheint in Davos schon im Wahlkampfmodus: Er lobt seine Politik. In Sachen Klimawandel müsse man "Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen". Das bringt ihm Kritik ein.

Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums hat US-Präsident Trump Klimaschützer als Propheten des Untergangs bezeichnet. Klimaaktivistin Thunberg hatte der Welt zuvor Versagen beim Klimaschutz vorgeworfen.

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Trotz düsterer Prognosen zu den Folgen des Klimawandels hat US-Präsident Donald Trump zu mehr Optimismus bei den anstehenden globalen Herausforderungen aufgerufen. Angst und Zweifel seien nicht gut, man solle optimistischer nach vorne schauen, sagte Trump zur Eröffnung der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos - ohne dabei das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. 

Die USA hätten Wachstum, Kreativität und die Bereitschaft, jeder Herausforderung zu begegnen, betonte er: "Dies ist keine Zeit für Pessimismus, dies ist eine Zeit für Optimismus." Man dürfe sich nicht von den Schwarzsehern beeinflussen lassen.

Diese hätten früher eine Katastrophe durch Überbevölkerung vorhergesagt, dann massive Hungerkrisen oder schlicht das Ende der Welt, sagte Trump. Doch Innovationen und Fortschritt hätten auch diese Warnungen entkräftet. Trump sagte weiter, er vertraue auf die Umwelt. 

Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen.
Donald Trump, US-Präsident

Heftige Kritik von Habeck

Trump hatte früher den Klimawandel einen "Scherz" genannt. Davon ist er mittlerweile abgerückt. Aber er bezweifelt immer noch, dass die Klimaveränderungen menschengemacht sind. Auch Prognosen zu drastischen Auswirkungen des Klimawandels stellt er in Frage.

Grünen-Chef Robert Habeck nannte Trumps Rede ein Desaster für die Konferenz. Nach dem Auftritt des US-Präsidenten sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse:

"Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite."
Robert Habeck, Grünen-Chef

In seiner Rede in Davos erwähnte Trump den Klimawandel nicht explizit, behauptete aber, dass die Luftqualität in den USA inzwischen so gut sei wie seit Langem nicht. Die USA würden sich auch dem Projekt des Weltwirtschaftsforums anschließen, bis 2030 weltweit eine Billion Bäume zu pflanzen, sagte er. Trump blieb zunächst allerdings noch unklar, wie genau die US-Beteiligung aussehen würde.

Was Greta Thunberg von Davos hält

Während Trump sprach, hörte im Kongresszentrum auch die vom Präsidenten verlachte Greta Thunberg zu. Die Klimaaktivistin warf in Davos Topmanagern und Spitzenpolitikern Tatenlosigkeit vor. "Leere Worte und Versprechen" sollten den Eindruck erwecken, dass etwas für das Klima getan werde, sie brächten aber nichts gegen die Klimakrise, sagte die 17 Jahre alte Schwedin: "Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an", sagte sie. "Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt." Es bringe nichts, auf Technologien zu vertrauen, die heutzutage noch gar nicht existierten. 

Trump wollte sich in Davos auch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Pakistans Regierungschef Imran Khan treffen. Am Mittwoch will er Iraks Staatschef Barham Salih sowie den Präsidenten der kurdischen Autonomiegebiete, Nechirvan Barsani, treffen. Zu einem Treffen mit Thunberg wird es mit ziemlicher Sicherheit in Davos nicht kommen. Auch Angela Merkel wird Trump nicht begegnen: Wenn er am Mittwoch abreist, ist die Bundeskanzlerin noch nicht da.

Warum Trump im Wahlkampfmodus ist

Trump steht wegen des Amtsenthebungsverfahrens, dessen inhaltlicher Teil am Dienstag beginnt, innenpolitisch unter Druck. Knapp zehn Monate vor der US-Präsidentenwahl sucht er das globale Rampenlicht. In weiten Teilen klang Trumps Rede in Davos wie eine Wahlkampfrede. Er lobte ausführlich die gute Wirtschaftsentwicklung und niedrige Arbeitslosigkeit in den USA, die er auf seine Politik zurückführte.

Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun "spektakulär". Für die Zukunft prognostizierte er "gewaltige" Chancen für die US-Wirtschaft.

"Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor."
Donald Trump

Trump lobt seine eigene Handelspolitik

Trump lobte auch die Beziehungen zu China nach Abschluss eines ersten Handelsdeals. "Unsere Beziehungen zu China sind besser als je zuvor", sagte Trump. Mit Blick auf Chinas Präsident Xi Jinping, den er als guten Freund bezeichnete, sagte er: "Er ist für China, ich bin für die Vereinigten Staaten. Aber ansonsten lieben wir uns."

Trump stellte weitere bilaterale Handelsabkommen in Aussicht, etwa mit dem Vereinigten Königreich nach dem Austritt aus der Europäischen Union. Die von ihm geschlossenen Handelsdeals seien ein Vorbild für den Handel im 21. Jahrhundert, sagte Trump.

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