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Alle gegen Michael Bloomberg

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TV-Debatte der Demokraten - Alle gegen Michael Bloomberg

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"Arroganter Milliardär", "empörende" Praktiken: Bloombergs Kontrahenten um das Amt des US-Präsidentschaftskandidaten haben ihn bei der TV-Debatte der Demokraten scharf attackiert.

Die Demokraten bereiten sich auf die Präsidentschaftswahl in den USA vor. Medienmogul Bloomberg stellte sich erstmals in einer TV-Runde den anderen Bewerbern.

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Medienmogul Michael Bloomberg wurde bei seiner ersten TV-Debatte wie erwartet zur Zielscheibe verbaler Attacken seiner Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten.  Die anderen fünf für die Debatte in Las Vegas qualifizierten Kandidaten – Joe Biden, Amy Klobuchar, Pete Buttigieg, Bernie Sanders und Elizabeth Warren – attackierten den 64-fachen Milliardär vor allem wegen dessen Vermögen und seiner Bilanz als Bürgermeister der Metropole New York.

Sanders und Warren attackieren Bloomberg ruppig

Der Ton war ruppig gegenüber Bloomberg. Senatorin Amy Klobuchar begrüßte Bloomberg mit den Worten: "Er soll sich nicht nur hinter seinen TV-Werbesport verstecken." Ihre Senatoren-Kollegin Elizabeth Warren bezeichnete den Kontrahenten als "arroganten Milliardär", der in der Vergangenheit "rassistische Politik" unterstützt und sich frauenverachtend geäußert habe.

Senator Bernie Sanders warf Bloomberg vor, in seiner Bürgermeisterzeit "empörende" Praktiken der Polizei gegen Afroamerikaner und Hispanos unterstützt zu haben.

Auf dem Bild der demokratische Präsidnetschaftskandidat Mike Bloomberg bei einer Wahlkampfveranstaltung zu sehen. Milliardär Bloomberg wird von seinen Kontrahenten im Kampf um die  Präsidentschaftskandidatur kritiert, die Wahl kaufen zu wollen.

US-Präsidentenwahl -
Große Angst vor "Little Mike"
 

Mike Bloomberg nahm an keiner TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten teil - dennoch holt er in Umfragen auf. Die Konkurrenten fahren daher nun die Krallen aus.

Elizabeth Warren sagte die Demokraten würden ein "riesiges Risiko eingehen", sollten sie "einfach nur einen arroganten Milliardär durch einen anderen ersetzen." Sie verglich Bloomberg sogar mit Donald Trump:

Wir sprechen über einen Milliardär, der Frauen als fette Tussis und pferdegesichtige Lesben bezeichnet. Und ich meine nicht Donald Trump.
US-Senatorin Elizabeth Warren über Bloomberg

Bloomberg wirft Sanders "kommunistische" Vorschläge vor

Michael Bloomberg versuchte die Angriffe bei der TV-Debatte abzuwehren. Sanders habe "keine Chance", Präsident Trump bei der Wahl im November zu besiegen. Der Multimilliardär kritisierte unter anderem die umstrittenen Pläne des linksgerichteten Senators für eine gesetzliche Krankenversicherung für alle US-Bürger.

Er warf Sanders auch indirekt "kommunistische" Vorschläge vor. Sollte Sanders die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bekommen, bedeute das vier weitere Jahre für Trump im Weißen Haus, sagte Bloomberg. "Das können wir nicht zulassen."

Wahlkampf finanziert Bloomberg aus eigener Kasse

Bloomberg sieht sich immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, aufgrund seines massiven Wahlkampfbudgets die Kandidatur kaufen zu wollen. Der 78-Jährige hat bislang Hunderte Millionen Dollar aus der Privatschatulle in seinen Wahlkampf gesteckt. Sein Vermögen wird vom Magazin "Forbes" auf mehr als 64 Milliarden Dollar geschätzt wird, er zählt damit zu den reichsten Menschen der Welt.

Ich habe hart dafür gearbeitet.
Michael Bloomberg

Der New Yorker ist auch wegen der Polizeistrategie "Stop and Frisk" (Stoppen und durchsuchen) in die Kritik geraten, bei der vor allem Afroamerikaner und Hispanos ohne konkreten Anlass auf offener Straße kontrolliert worden war. Bloomberg hat sich inzwischen für das als diskriminierend kritisierte Vorgehen entschuldigt.

Sanders führt in Umfragen, Bloomberg holt auf

Der Vertreter der politischen Mitte profitiert unter anderem von der Schwäche von Ex-Vizepräsident Biden, der ähnliche Wählergruppen anspricht. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Senders ABC News und der "Washington Post" liegt Bloomberg mit 14 Prozent auf dem dritten Platz, nur zwei Punkte hinter Biden. Andere Umfragen  wie die von Reuters/Ipsos sehen ihn bereits sogar auf Rang zwei.

Mit großem Abstand auf dem ersten Platz liegt derzeit Senator Sanders: Nach seinem sehr guten Abschneiden bei den ersten Vorwahlen in Iowa und New Hampshire kommt der selbsterklärte demokratische Sozialist landesweit auf 32 Prozent.

Bloomberg steigt erst am "Super Tuesday" ein

Am Samstag findet in Nevada die Vorwahl statt. Bloomberg verfolgt in den Vorwahlen eine ungewöhnliche Strategie: Die ersten vier Abstimmungen im Februar lässt er aus. Stattdessen will er sich auf den "Super Tuesday" am 3. März konzentrieren, an dem 14 Staaten gleichzeitig Vorwahlen abhalten.

Michael Bloomberg hat über seine  Sprecherin ausrichten lassen, dass er  im Falle eines Sieges bei der US-Präsidentenwahl seine nach ihm benannte Finanznachrichtenagentur verkaufen wird. Bloomberg hatte die Agentur 1981 gegründet, die unter anderem die Wall Street mit Finanzinformationen beliefert.

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