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Hunderttausende bei Demo - Lukaschenko droht

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Belarus - Hunderttausende bei Demo - Lukaschenko droht

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In Belarus protestieren erneut Hunderttausende gegen Präsident Lukaschenko. Der droht mit militärischer Gewalt – und lässt sich mit dem Gewehr in der Hand filmen.

Trotz massiver Drohgebärden von Präsident Lukaschenko haben am Sonntag erneut 100.000 Menschen gegen den autoritär regierenden Präsidenten demonstriert.

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In der belarussischen Hauptstadt Minsk sind am Sonntag erneut mehr als hunderttausend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu protestieren. Das meldeten örtliche Medien. Die Demonstranten forderten den Rücktritt Lukaschenkos und eine Wiederholung der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August.

Nach den Massenprotesten ist Lukaschenkos Hubschrauber an seinem Präsidentenpalast gelandet. Das war auf mehreren Videos im Nachrichtenkanal Telegram am Sonntagabend zu sehen. Das Staatsfernsehen zeigte dort, wie Lukaschenko mit einer Kalaschnikow-Maschinenpistole in der Hand in schwarzer Montur den Hubschrauber verließ und zum Palast ging.

Präsident Lukaschenko mit einem Gewehr in der Hand.
Präsident Lukaschenko lässt sich mit dem Gewehr in der Hand filmen.
Quelle: https://twitter.com/tvrain/status/1297577594829918210

Was ist Lukaschenkos Plan?

Was diese Bilder bedeuten, ist derzeit noch unklar. Noch am Samstag hatte Lukaschenko abgelehnt, mit der Oppositionsbewegung zu sprechen. Eine Schlüsselrolle in dem Konflikt spielt der russische Präsident Wladimir Putin. Russland hat enge wirtschaftliche und militärische Verbindungen zum Nachbarland Belarus.

Putin hatte Lukaschenko zufolge "umfassende Hilfe" zugesagt, falls die Sicherheit von Belarus durch die Krise in Gefahr geraten sollte. Der Kreml warnte vor einem "inakzeptablen" Eingreifen ausländischer Regierungen in Belarus.

Kundgebung der Opposition in Minsk

Viele der Demonstranten hatten die rot-weiße Fahne der Opposition geschwenkt. Immer wieder forderten sie in Sprechchören "Freiheit", den Rücktritt des seit 26 Jahren regierenden Staatschefs und Neuwahlen. Bürger aller Schichten waren auf dem Unabhängigkeitsplatz in Minsk aus allen Teilen der Hauptstadt zusammengekommen - trotz massiver Drohungen des Machtapparats vor Beginn der Demonstrationen. Sie riefen: "Uchodi!" - zu Deutsch: Hau ab!

Lukaschenko erhält zwar mehr Unterstützung von Russland, "militärisches Eingreifen ist allerdings noch unwahrscheinlich", sagt ZDF-Korrespondent Christian Semm.

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Weil die Sicherheitskräfte viele Metrostationen sperrten, hatten sich große Menschengruppen zu Fuß auf den Weg gemacht. Die Polizei hatte in Lautsprecherdurchsagen vor der Teilnahme an der ungenehmigten Kundgebung gewarnt. Bisher blieben die Proteste friedlich.

Massive Einschüchterungsversuche liefen ins Leere

Im Vorfeld der neuen Proteste hatten die Behörden alle Staatsbürger vor der Teilnahme an "illegalen Demonstrationen" gewarnt. "Die Durchführung von Massenveranstaltungen ist illegal, für die Teilnahme ist vorgesehen, Sie zur Verantwortung zu ziehen", teilte das Innenministerium mit.

Generalmajor Iwan Kubrakow von der städtischen Miliz, wie die Polizei in Belarus genannt wird, warnte in einer Videobotschaft, es bestehe die Gefahr einer Provokation. Die Menschen sollten sich fernhalten von dem Unabhängigkeitsplatz. Staatschef Lukaschenko hatte mit "hartem Durchgreifen" gedroht, um die Ex-Sowjetrepublik wieder zur Ruhe zu bringen.

Massenproteste wegen Wahlergebnis

In Belarus gibt es seit der Wahl vom 9. August Massenproteste gegen Lukaschenko. Laut dem offiziellen Wahlergebnis war der Staatschef dabei mit rund 80 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Kritiker werfen Lukaschenko massiven Wahlbetrug vor. Auch die EU erkannte das Wahlergebnis nicht an. Lukaschenko hat ausländische Regierungen beschuldigt, hinter den Protesten zu stecken.

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