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Auch Deniz Yücel in "NSU 2.0"-Mail bedroht

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Medienbericht - Auch Deniz Yücel in "NSU 2.0"-Mail bedroht

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Die Affäre um rechtsextreme Drohmails zieht weitere Kreise. Auch der Name des Journalisten Deniz Yücel soll in einem Schreiben auftauchen - gewarnt hätte ihn die Polizei nicht.

Der Journalist Deniz Yücel. Archivbild
Der Journalist Deniz Yücel. Archivbild
Quelle: Marlene Gawrisch/Welt/dpa

Die Drohmails gegen Politikerinnen, Künstlerinnen und andere Prominente reißen nicht ab. Auch der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ist laut eines Medienberichts Ziel des rechtsextremistisches Drohschreibens, das mit "NSU 2.0" unterzeichnet und am Freitag verschickt wurde.

Ein anonymer Verfasser hatte am Freitag mindestens zwei E-Mails mit identischem Inhalt an insgesamt 15 Adressaten geschickt. In dem Schreiben tauche erstmals auch der Name Deniz Yücel auf, berichtete die "Welt am Sonntag".

Yücel: Polizei hat mich nicht informiert

Der aus Flörsheim am Main stammende "Welt"-Korrespondent erfuhr laut eigenen Angaben erst durch seine "Welt"-Kollegen von dem Drohschreiben.

Ich finde es verstörend, dass ich erst durch die Recherchen meiner 'Welt'-Kollegen von diesem Drohschreiben erfahren habe.
Deniz Yücel, Journalist

Weder die Polizei in Hessen noch in Berlin, wo Yücel lebt, habe sich bislang mit ihm in Verbindung gesetzt. Ein Sprecher des hessischen Innenministeriums bestätigte der Zeitung, dass man die neuen Drohschreiben kenne.

Mehrere Politiker und Journalisten in Schreiben bedroht

Zu den Empfängern gehörten neben Yücel auch der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU), erneut die Linken-Fraktionschefin im Wiesbadener Landtag, Janine Wissler, und die Berliner Kabarettistin Idil Baydar.

Die erneuten Schreiben an die Linken-Politikerin waren wie bereits im Februar mit "NSU 2.0" unterzeichnet. Eine Spur führt zu einem Polizeicomputer in Wiesbaden.

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Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, dass auch zwei weitere Frauen Drohmails erhalten hätten. Es handle sich um eine Berliner Kolumnistin und eine Strafverteidigerin aus München, die jedoch zu ihrem Schutz anonym bleiben möchten.

Affäre mit Folgen für Hessens Polizeichef

Erstmals waren 2018 Drohschreiben an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz geschickt worden. Im Februar kam die Linken-Politikerin Wissler hinzu. Persönliche Daten über die beiden und auch die seit 2019 bedrohte Kabarettistin Baydar waren zuvor von Polizeicomputern aus Frankfurt und Wiesbaden abgerufen worden.

Die Affäre in der hessischen Polizei weitet sich aus – und hat erste personelle Konsequenzen: Hessens Polizeipräsident tritt zurück. Doch Fragen bleiben: Wer steckt hinter den Todesdrohungen? Und: Gibt es ein rechtes Netzwerk in der hessischen Polizei?

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Die Ermittlungen verliefen bisher im Sande. Dadurch geriet Innenminister Beuth gehörig unter Druck. Er berief einen Sonderermittler und versetzte Hessens Polizeichef Udo Münch in den vorzeitigen Ruhestand. Zugleich machte er deutlich, dass er auch Zweifel an der Informationsweitergabe durch das Landeskriminalamt habe.

Journalistenverband prangert Ermittlungsbehörden an

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte die Ermittlungsbehörden auf, die Serie der Morddrohungen ernst zu nehmen und mit Hochdruck aufzuklären. "Wenn einzelne Betroffene, darunter 'Welt'- Korrespondent Deniz Yücel, von der Polizei nicht über eine gegen sie gerichtete Morddrohung informiert werden, stimmt etwas nicht mit der Sorgfalt der Ermittlungen", erklärte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.

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