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Russland-Expertin bei Illner : "Ohne die USA wäre die Ukraine verloren"

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Drohnen-Attacken auf Zivilisten, Atom-Drohungen - was kann der Westen tun gegen Russlands Strategie der verbrannten Erde? Darüber diskutierten Experten bei "maybrit illner".

Zu Gast sind Katarin Barley (SPD), Vizepräsidentin des EU-Parlements, Militärexperte Gustav Gressel, Journalistin Alice Bota, Osteuropakennerin Liana Fix und Sergey Lagodinsky, Grünen-Europapolitiker.

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63 min
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Moderatorin Maybrit Illner spricht in ihrer ZDF-Sendung von einer "Politik der verbrannten Erde", die der russische Präsident Putin im Ukraine-Krieg betreibt. Aber aus welchen Gründen?

Der Militär- und Sicherheitsexperte Gustav Gressel sagt, die Angriffe Russlands auf die zivile Infrastruktur hätten kaum Konsequenzen an der Front. Aber sie würden die ukrainische Wirtschaft zerstören und das Land somit weiter in die Abhängigkeit des Westens treiben.

Der Nachschub an Munition, an militärischem Gerät ist die Lebenslinie der ukrainischen Armee.
Gustav Gressel, Militär- und Sicherheitsexperte

Putin baue darauf, dass die Kosten dem Westen zu hoch werden, sodass der politische Druck auf den ukrainischen Präsidenten Selenskyj steige, die annektierten Gebiete aufzugeben. Deshalb schüre Russland auch die Furcht vor einer nuklearen Katastrophe.

Die nuklearen Drohungen Putins sind real. Die NATO nehme diese ernst, sie bleibe wachsam und habe Pläne für alle Arten von Risiken, so Generalsekretär Stoltenberg.

Beitragslänge:
3 min
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Bota: Putin terrorisiert Bevölkerung

Für die "Zeit"-Journalistin Alice Bota geht es Putin neben der Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur darum, "die Bevölkerung zu terrorisieren": "Diese Drohnen können jedes Ziel treffen." Allerdings gehe die Rechnung nicht auf, der Rückhalt in der Ukraine zur Haltung der Staatsführung sei groß.

"Wir sehen eine Strategie der Eskalation aus einer Position der Schwäche", sagt die Russland-Expertin Liana Fix. Putin ziele darauf ab, dass es den westlichen Unterstützern der Ukraine zu gefährlich wird. Problematisch sei, dass die EU bei den Auszahlungen an die Ukraine ihren Versprechungen hinterher hinke und der Abstand in Sachen militärischer Unterstützung zu den USA immer größer werde.

Ohne die USA wäre die Ukraine verloren.
Liana Fix, Russland-Expertin

Bota sieht die Gefahr einer Spaltung der EU und innerhalb Deutschlands: "Auch hierzulande wird es immer schwieriger werden. Dieser Krieg wird dauern, die Kosten sind enorm."

USA in Führungsrolle

Fix vermisst in diesem Konflikt eine deutsche Führungsrolle. Die EU überlasse diese Rolle den USA. Gressel mahnt: "Wir haben jetzt nicht die Zeit, Selbsttherapie zu spielen." Europa könne sich nicht darauf verlassen, dass die USA dauerhaft die Führungsrolle übernehmen.

Russland müsse den Krieg verlieren, damit es nicht zur militärischen Führungsmacht Europas wird. "Darauf, die Verantwortung für uns selbst zu übernehmen, ist Europa überhaupt nicht vorbereitet", sagt Fix mit Blick auf einen möglichen politischen Kurswechsel der USA nach der nächsten Präsidentschaftswahl.

Russlands Atomdrohungen - Wie die USA Putin entgegentreten 

Die USA warnen ihre Verbündeten davor, sich von Putins atomarer Drohungen im Ukraine-Krieg einschüchtern zu lassen. Der Westen müsse Russland entschlossen entgegentreten.

Videolänge
Elmar Theveßen, Washington

Lagodinsky: Kanzlerpartei muss klare Linie fahren

Für Sergey Lagodinsky, in Russland geborener, deutscher Europaparlamentarier der Grünen, sind die Waffenlieferungen an die Ukraine eine "humanitäre Pflicht".

Wir retten Menschenleben, wenn wir das tun.
Sergey Lagodinsky, Europaparlamentarier der Grünen

Deutliche Kritik übt Lagodinsky an Äußerungen aus der SPD und speziell aktuell von Fraktionschef Rolf Mützenich, die sich für mehr diplomatische Lösungen aussprechen – vor dem Hintergrund vielfach als zu zögerlich kritisierter Waffenlieferungen.

"Wir müssen Gespräche dazu führen, wie wir die Kanzlerpartei dazu bringen, eine einheitliche, klare Linie zu fahren. Dieses Hin und Her beschädigt die Koalition und die Europäische Union. Wir sind in Brüssel als Deutschland unten durch. Das kommt davon, dass die Signale so widersprüchlich sind", sagt Lagodinsky. Es fehle an der Regierungsspitze an Krisenführung.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt im Bundestag eine Regierungserklärung zum Europäischen Rat ab.

Regierungserklärung von Scholz - "Putin wird Kriegsziele nicht erreichen" 

Russlands Drohnen-Angriffe, steigende Energiepreise und die Debatte um einen Gaspreisdeckel - worüber Kanzler Scholz in seiner Regierungserklärung gesprochen hat.

Barley: Deutschland erwecke Argwohn

Ein diplomatischer Ansatz ist für Katarina Barley (SPD), Vizepräsidentin des Europaparlaments, nur sinnvoll, wenn ein Ergebnis möglich ist, das die Ukraine auch akzeptiert. Das sei nicht in Sicht.

Es gibt niemanden in meiner Parteiführung, der möchte, dass man jetzt Friedensverhandlungen mit einem Wladimir Putin führt, für den die Bedingung sein wird, dass die Ukraine Teile ihres Territoriums abgibt.
Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europaparlaments

Deutschland erwecke allerdings Argwohn, wenn es zu sehr in eine Führungsrolle strebe. "Natürlich sind wir eine Führungsmacht, aber wir sind nicht die Führungsmacht, die sich an die Speerspitze der Bewegung stellt", sagt Barley.

Aktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog:

Ein F16-Kampfflugzeug der US Air Force. Symbolbild
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Russland greift die Ukraine an - Aktuelles zum Krieg in der Ukraine 

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Tschetschenien, Georgien, Syrien, Ukraine: Russland hat unter Putin schon in mehreren Ländern gekämpft. Zwischen den Kriegen gibt es Parallelen – hier die Hintergründe verstehen.

Ukraine, Donezk: Ein ukrainischer Soldat steht an der Trennlinie zu pro-russischen Rebellen in der Region Donezk. In der Ukraine-Krise haben die USA und Russland bei Gesprächen in Genf zunächst auf ihren bekannten Standpunkten beharrt.
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Schaltgespräch Axel Schäfer - Wulf Schmiese

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"Wir sind und wir bleiben Friedenspartei, aber wir tun auch möglichst alles, um der Ukraine zu helfen", sagt SPD-Bundestagsabgeordneter Axel Schäfer im Gespräch mit Wulf Schmiese.

30.01.2023
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15.08.2022, Neuburg An der Donau: Eurofighter auf Startbahn

Nachrichten | heute journal update - Kampfjets für die Ukraine? 

Die russischen Luftangriffe nehmen keine Ende – und somit besteht auch weiterhin die Frage über die mögliche Lieferung von Kampfjets an die Ukraine. Scholz kritisiert die Debatte.

30.01.2023
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Videolänge
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