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Drohender Lokführerstreik - Scheuer fordert Besonnenheit von Bahn und GDL

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Angesichts eines drohenden Lokführerstreiks hat Verkehrsminister Scheuer die Tarifparteien zur Besonnenheit aufgerufen. Die GDL rechnet mit einem Arbeitskampf.

Mit seiner Lok beteiligt sich ein Zugführer im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main an einem Warnstreik.
Kommt es zum Streik?: Lokführer fordern 3,2 Prozent mehr Lohn und Beihilfen.
Quelle: Boris Roessler/dpa (Archiv)

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat die Tarifparteien angesichts drohender Streiks bei der Deutschen Bahn zur Besonnenheit aufgerufen. Die Bahn bietet der Gewerkschaft GDL an, die Tarifverhandlungen fortzusetzen.

"Gerade jetzt brauchen wir ein Miteinander", sagte Scheuer der "Welt am Sonntag" ("WamS"). Die Corona-Zeit habe die Bahn "hart getroffen", betonte er.

Deutsche Bahn bietet GDL Gespräche an

Um den drohenden Lokomotivführerstreik abzuwenden, bietet die Deutsche Bahn der Gewerkschaft GDL an, die Tarifverhandlungen fortzusetzen.

"Die DB ist immer und überall bereit zu verhandeln und wir können ab Montagfrüh die Gespräche beginnen", sagte DB-Personalchef Martin Seiler laut einem Vorabbericht der "Bild am Sonntag".

Fahrgäste der Deutschen Bahn können vorübergehend aufatmen: Bis August müssen sie sich nicht auf einen Streik einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will zunächst ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung aufrufen.

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Bahn droht mit juristischen Schritten

Seiler verwies auf die hohen Verluste, die der Konzern während der Pandemie gemacht habe. Die Bahnkunden kämen gerade wieder zurück:

Durch den Arbeitskampf zur Unzeit wird das zarte Pflänzchen Aufschwung zertrampelt. Inhaltlich gibt es null Komma null Grund zu streiken.
Martin Seiler, DB-Personalchef

Seiler drohte auch mit juristischen Schritten. "Sollte es der GDL um rechtswidrige Forderungen gehen, würden wir gegen einen Streik vorgehen", sagte er der "WamS". Neben Lohnerhöhungen streiten die beiden Parteien auch über die Auslegung des neuen Tarifeinheitsgesetzes (TEG).

Auslegung des Tarifeinheitsgesetzes

Dieses schreibt vor, dass in einem Betrieb der Tarifvertrag mit der Gewerkschaft gilt, die dort die meisten Mitglieder hat. Die GDL konkurriert dabei mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn hatte Mitte Juli vorgeschlagen, dass künftig die Tarifverträge beider Gewerkschaften in einem Betrieb nebeneinander zur Anwendung kommen. Für ein GDL-Mitglied würde dann das GDL-Tarifwerk gelten, für ein EVG-Mitglied das EVG-Tarifwerk.

GDL erwartet große Zustimmung zu Arbeitskampf

Nichtorganisierte könnten zwischen einem der beiden Tarifwerke wählen. Dies lehnte die GDL Ende Juli aber ab. Die GDL fordert Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent und eine einmalige Corona-Beihilfe in Höhe von 600 Euro.

Die Lokführergewerkschaft GDL will am Dienstag das Ergebnis ihrer Urabstimmung bekanntgeben. Gewerkschaftschef Claus Weselsky rechnet mit einer großen Zustimmung zum Arbeitskampf. Er erwarte eine Zustimmung "oberhalb von 90 Prozent", sagte er der "WamS".

Bericht: Bahn hat Notfahrplan

Die "Bild am Sonntag" berichtete, dass die Bahn bereits an einem Notfahrplan arbeite. Im Falle eines Streiks müssten demnach 860 Fernverkehrszüge und bis zu 21.000 Regionalzüge und S-Bahnen umdisponiert werden.

Bei der Deutschen Bahn drohen Warnstreiks. Symbolbild

Tarifkonflikt - GDL rechnet mit Bahn-Streiks 

Nach gescheiterten Gesprächen rechnet die GDL mit Streiks, die zum Ferien-Ende stattfinden könnten. Laut Bahn-Personalvorstand Seiler wäre das eine "Attacke auf das ganze Land".

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