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Nachfolger von Kardinal Marx - Bätzing neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

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Die Bischöfe haben einen neuen Vorsitzenden gewählt: Georg Bätzing aus Limburg wird Nachfolger von Kardinal Reinhard Marx. Bätzing gilt als "vorsichtiger Reformer".

Limburger Bischof Bätzing neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz - Archivbild vom 01.09.2016
Der Limburger Bischof Bätzing ist neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz.
Quelle: DPA

Christian Weisner von der katholischen Reformbewegung "Wir sind Kirche" schätzt den Limburger Bischof Georg Bätzing als jemanden ein, der den Erneuerungsprozess der Kirche voranbringen könne. Er mache zwar einen eher zurückhaltenderen Eindruck, aber er sei eindeutig ein Befürworter des Synodalen Wegs.

"Er ist ein vorsichtiger Reformer", sagt Weisner, "aber er ist auch auf die Unterstützung der Bischöfe angewiesen". Auf jeden Fall sei es ein gutes Zeichen, dass einer aus dem Reformflügel gewählt worden ist, der sich zu vielen Reformthemen positioniert hat, aber auch mit den Konservativen im Gespräch ist, sagt Weisner.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden: Der Limburger Bischof Bätzing folgt dem Münchner Kardinal Marx. Dieser hatte überraschend seinen Rücktritt angekündigt.

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Mehr Moderator als Chef

Damit wird der 58-jährige Bischof von Limburg in Hessen Nachfolger des Münchner Kardinals Reinhard Marx, der sich unter anderem aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stellte. Stimmberechtigt waren 68 Bischöfe bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Deutschland.

Die Deutsche Bischofskonferenz ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Allerdings kann sie den einzelnen Bischöfen nichts vorschreiben, dementsprechend tritt der Vorsitzende eher als Moderator nach innen und als Sprecher nach außen auf.

Bätzing gilt als Mann des Ausgleichs

In innerkirchlichen Debatten positioniert sich Bätzing als Reformer. Er regte eine Aufhebung des Pflichtzölibats an. "Ich glaube, es schadet der Kirche nicht, wenn Priester frei sind, zu wählen, ob sie die Ehe leben wollen oder ehelos leben wollen", sagte Bätzing in einem Interview. Zugleich sei es aber wichtig, den Zölibat als Lebensform zu "retten".

Den geltenden Ausschluss von Frauen von katholischen Weiheämtern sieht Bätzing kritisch. Den katholischen Reformdialog des Synodalen Weges verteidigte Bätzing massiv gegen Kritiker. Bei der ersten Synodalversammlung in Frankfurt war er der gastgebende Bischof.

Man nimmt seine Tasche, der Kardinal ist einen Stuhl weiter nach rechts gerückt, der Vorsitzende nimmt Platz und versucht, die Sitzung weiter in der Tagesordnung zu verfolgen.
Georg Bätzing über seine Wahl zum neuen Vorsitzenden

Bätzing wurde zudem zu einem der Vorsitzenden beim Synodal-Forum "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft" gewählt.

Bätzing hat bereits gefordert, bei der Sexualmoral die Erkenntnisse aus Theologie und Humanwissenschaften stärker zu berücksichtigen. Die Frage sei, wie man "zu einer neuen Bewertung gleichgeschlechtlicher Beziehungen" komme, die Akzeptanz und Unterstützung durch die Kirche suchten.

Bätzing hatte im Jahr 2016 die Nachfolge des umstrittenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst angetreten. Dieser hatte in Limburg tiefe Gräben hinterlassen - unter anderem war es beim Ausbau der Bischofsresidenz zu einer Kostenexplosion gekommen. Von Bätzing heißt es, dass er in den vergangenen vier Jahren neues Vertrauen im Bistum aufgebaut habe.

Mehr zum Synodalen Weg im Video:

Die katholische Kirche am Scheideweg

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Marx galt als treibende Kraft eines Reformprozesses

Marx galt als treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg, dem derzeitigen Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Dabei geht es um die vier Themenfelder Umgang mit Macht, Sexualmoral der Kirche, Position der Frau und Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester. Auch Bischof Bätzing gilt als treibende Kraft des Synodalen Wegs.

Auslöser für das in dieser Form beispiellose Projekt ist der massenhafte Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester und die dadurch ausgelöste Vertrauenskrise. Angegangen werden sollen die strukturellen Ursachen, die dazu beigetragen haben, dass der Missbrauch so lange ungestraft geschehen konnte.

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