ZDFheute

"Einheit noch nicht abgeschlossen"

Sie sind hier:

Fast 30 Jahre Deutsche Einheit - "Einheit noch nicht abgeschlossen"

Datum:

Der Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit zeigt: Noch immer gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West - nach fast 30 Jahren Wiedervereinigung. Das sind die Gründe.

In diesem Jahr richtet Brandenburg die Feierlichkeiten für den Tag der Deutschen Einheit aus. Wegen des Coronavirus gibt es diesmal keine große Feier an einem Tag.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Die Bundesregierung zieht fast 30 Jahre nach der deutschen Einheit in ihrem Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit eine überwiegend positive Bilanz. Nach wie vor gebe es allerdings anhaltende Unterschiede.

Diese liegen laut Bericht besonders in der "Bewertung der Demokratie und der politischen Institutionen, bei Einstellungen zu etwas Fremdem oder der Verbreitung rechtsextremistischer Orientierungen."

Nach Wiedervereinigung: Unterschiede zwischen Ost und West

Umfragen zeigten, dass die Menschen in Deutschland zufriedener seien, als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der Wiedervereinigung. Diese Haltung sei in allen Teilen Deutschlands zumindest bis zum Corona-Einbruch konstant spür- und messbar gewesen.

Der Prozess der inneren Einheit Deutschlands ist noch nicht vollständig abgeschlossen.
Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit 2020

Allerdings heißt es in dem Bericht weiter, "dass trotz dieser Erfolge nicht alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zufrieden sind und der Zuspruch zur Demokratie und den Institutionen in Deutschland in den neuen Ländern heute geringer ist. Die politischen Wertüberzeugungen in den neuen und den alten Ländern sind eines der wenigen Felder, in denen man noch ein unterschiedliches Bild findet."

Im Osten Unzufriedenheit stärker

Kennzeichnend dafür sei eine in den neuen Ländern durchgängig skeptischere und auch kritischer ausgeprägte Grundeinstellung gegenüber Politik: "Eine Unzufriedenheit nennenswerter Teile der Bevölkerung, die überall in Deutschland nachweisbar ist, ist in den neuen Ländern nochmals stärker ausgeprägt."

Wirtschaft: Osten immer noch im Aufholprozess

Zur wirtschaftlichen Entwicklung zeigt der Bericht, dass der Osten immer noch in einem Aufholprozess steckt. Zwar wird auf bedeutende Fortschritte verwiesen, etwa bei der Beschäftigung. Die Arbeitslosigkeit sei auch in den neuen Ländern in den vergangenen Jahren deutlich gefallen.

"Gleichwohl liegt die Wirtschaftskraft noch erheblich unter dem gesamtdeutschen Niveau und dem der hochentwickelten europäischen Regionen." Das durchschnittlich verfügbare Einkommen in den neuen Ländern liege bei etwa 86 Prozent des Niveaus der alten Länder. Allerdings könnten diesen Rückstand vergleichsweise günstige Preise etwa für Mieten und Bauland kompensieren.

Rückstände bei digitaler Infrastruktur

Einen Rückstand gibt es laut Bericht auch bei der digitalen Infrastruktur. Regionen mit unterdurchschnittlicher Gigabit-Versorgung liegen demnach vor allem in ländlich geprägten Kreisen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg, aber auch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. "Von daher sind hier Teile der neuen Länder besonders betroffen, jedoch nicht im Sinne eines Ost-West-Gefälles."

Das Kabinett soll den Jahresbericht am 16. September billigen, dann soll er offiziell vorgestellt werden. Der Tag der Deutschen Einheit ist am 3. Oktober.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.