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Rückholaktion aus Syrien : Mutmaßliche IS-Frauen zurück in Deutschland

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Die Bundesregierung hat acht mutmaßliche IS-Anhängerinnen und deren Kinder aus Syrien nach Deutschland geholt. Die Mütter müssen sich vor der Strafjustiz verantworten.

Eine verschleierte Frau mit einer Maske betritt aus der Gangway einer Chartermaschine heraus einen abgeschirmten Bereich der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt.
Acht mutmaßliche IS-Anhängerinnen müssen sich in Deutschland der Justiz stellen.
Quelle: Boris Roessler/dpa

Mit einer weiteren Rückholaktion hat die Bundesregierung acht Frauen nach Deutschland fliegen lassen, die sich vor einigen Jahren der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen haben sollen. Zuletzt lebten die deutschen Frauen und ihre 23 Kinder im Gefangenenlager Roj im Nordosten Syriens, das unter kurdischer Verwaltung steht.

Eine Chartermaschine mit ihnen an Bord landete am Mittwochabend kurz vor Mitternacht auf dem Frankfurter Flughafen. Ein Großteil der Rückkehrerinnen sei nach der Landung in Haft genommen worden, teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) mit.

USA unterstützen Rückholaktion

In der Chartermaschine waren zudem 3 Frauen und ihre 14 Kinder, die von der dänischen Regierung zurückgeholt wurden. Die Aktion wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes von den USA logistisch unterstützt.

Haftbefehle gegen sechs Frauen

Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtete, hatten die Frauen im Alter von 30 bis 38 Jahren mit ihren Kindern teils jahrelang in einem Gefangenenlager gesessen. Außenminister Maas erklärte:

Die Kinder trifft keine Schuld an ihrer Lage. Es ist richtig, (...) ihnen ein Leben in Sicherheit und einem guten Umfeld zu ermöglichen.
Heiko Maas, Außenminister

Maas sagte weiter: "Die Mütter werden sich vor der Strafjustiz für ihr Handeln verantworten müssen." Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lagen gegen sechs Frauen Haftbefehle vor, darunter drei vom Generalbundesanwalt. Das Jugendamt prüfe, wo ihre Kinder unterkommen können.

Maas: Schwierige humanitäre Lage

Es ist nicht das erste Mal, dass die Bundesregierung Frauen zurückholen ließ, die einst aus Deutschland in das IS-Gebiet gereist waren. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ist es aber die bislang größte.

Außenminister Maas verwies auf die schwierige humanitäre Situation in Nordostsyrien, wo Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen seien. Die Corona-Pandemie und der wirtschaftliche Kollaps hätten die Lage verschärft.

Schutzbedürftige und kranke Kinder

Bei den nun Zurückgeholten handele es sich um Fälle, die als besonders schutzbedürftig eingestuft wurden. Darunter seien vor allem Kinder, die krank seien oder Sorgeberechtigte in Deutschland hätten, sowie deren Geschwister und Mütter. Maas sprach von einem "Kraftakt".

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