Scholz: "Nicht akzeptabel, wenn Männer Frauen kaufen"

    Scholz zu Sexkaufverbot:"Nicht akzeptabel, wenn Männer Frauen kaufen"

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    Kanzler Olaf Scholz zeigt sich offen für ein Sexkaufverbot in Deutschland. Es sei nicht akzeptabel, wenn Männer Frauen kaufen, so Scholz. Prostitution müsse zurückgedrängt werden.

    Olaf Scholz
    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zeigt sich offen für ein Sexkaufverbot. Es sei nicht akzeptabel, wenn Männer Frauen kaufen, so Scholz auf eine Frage von CSU-Politikerin Bär.15.11.2023 | 3:14 min
    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht gesetzlichen Handlungsbedarf, um die Prostitution in Deutschland einzuschränken. Prostitution sei schlimm und oft mit Missbrauch, Gewalt und kriminellen Strukturen verbunden. Scholz sagte am Mittwoch während einer Fragestunde im Bundestag:

    Ich finde es nicht akzeptabel, wenn Männer Frauen kaufen. Das ist etwas, was mich moralisch immer empört hat.

    Olaf Scholz, Bundeskanzler

    Prostitution dürfe nicht als Normalität akzeptiert werden, so Scholz. Man müsse alles dafür tun, sie zurückzudrängen. Es müsse diskutiert werden, wie gegen Sexkauf vorzugehen sei, so Scholz.
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    Die Bundesregierung lehnte ein Verbot der Prostitution bislang ab. Viele Frauen arbeiten unter Zwang und für zu wenig Geld. Daran hat auch ein strengeres Gesetz nichts ändern können.16.10.2023 | 2:05 min

    Union fordert Sexkaufverbot

    Die Unions-Fraktion spricht sich für ein Sexkaufverbot aus. Freier sollen demnach bestraft werden, Prostituierte sollen hingegen straffrei bleiben, heißt es in einem Beschluss von CDU/CSU. Darin verweist die Fraktion auf entsprechende neue Regelungen in anderen Ländern wie Schweden, Kanada oder Frankreich.
    Das Europaparlament hat sich ebenfalls für ein Sexkaufverbot nach dem sogenannten Nordischen Modell ausgesprochen.
    Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne) hatte vor einer Woche erklärt, dass die Bundesregierung keine Änderungen am Prostituiertenschutzgesetz plane. Dabei verwies sie auf eine Evaluation, die bis 2025 laufe. Das Gesetz trat zum 1. Juli 2017 in Kraft. Es sollte die rechtliche Situation von Prostituierten stärken.

    Das Nordische Modell sieht ein generelles "Sexkaufverbot" vor und bestraft Freier, während Prostituierte entkriminalisiert werden. Es wurde 1999 in Schweden eingeführt und gilt inzwischen in mehreren EU-Ländern wie etwa in Frankreich.

    Quelle: KNA

    Quelle: ZDF, dpa, KNA

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