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Union und SPD vor Bundestagswahl - Volksparteien ohne Volk?

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Es ist ein Dilemma: Beschränken sich die Volksparteien auf ihre altbewährten Ziele, sind sie für die Jungen unattraktiv. Öffnen sie sich für neue Themen, verprellen sie die Alten.

In der Vergangenheit haben zwei große Parteien die Geschicke der Bundesrepublik gelenkt. Nun aber sind CDU/CSU und SPD in Umfragen regelrecht abgestürzt.

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Wohl noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist es einen Monat vor der Bundestagswahl so unklar wie es danach politisch in Berlin weitergeht. Die aktuellen Umfragen zeigen die Schwäche der Volksparteien. Von über 40 Prozent in ihren besten Jahren, liegen CDU/CSU und SPD inzwischen bei Umfragewerten um 20 Prozent.

Für Politiker wie Gregor Gysi von der Linkspartei ist klar, die Zeit der starken Wählerbindung ist vorbei.

Bei den 70-Jährigen, also bei Leuten wie mir, gibt es diese Bindung noch. Aber die Jüngeren wechseln von Grün zu CDU und von CDU zu Grünen. Das macht ihnen gar nichts aus.
Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter Die Linke

Auch eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, die im Februar 2021 veröffentlicht wurde, zeigt: Die Zeiten sind vorbei, als "von der Wiege bis zur Bahre" stets dieselbe Partei gewählt wurde.

Die wankende Volkspartei - wohin steuert Laschet die Union?

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Die treuesten Anhänger hat die AfD

Nicht mehr die Union oder die SPD haben die treuesten Anhänger, sondern die AfD. Der repräsentativen Befragung zufolge liegt der Anteil derjenigen, die sich nicht vorstellen können, gegebenenfalls auch eine andere Partei zu wählen, bei der CDU/CSU bei 33 Prozent, bei der SPD bei 24 Prozent – bei der AfD aber bei 50 Prozent.

Nutznießer dieser Entwicklung könnten die Grünen sein, sie werden von vielen ehemaligen treuen Unions- und SPD-Wählerinnen und Wählern als Alternative gesehen.

Wieso laufen den Volksparteien die Wähler weg?

Junge Menschen lassen sich nicht mehr so einfach für die beiden großen Lager gewinnen: Kritisiert wird die Behäbigkeit in der Bewältigung neuer Themen, veraltete Kommunikationsformen, alte Kader, alte Denke.

Doch das Hadern mit den Volksparteien ist nicht nur den Jungen vorbehalten: Die Haltung von Kanzlerin Angela Merkel während der Flüchtlingskrise oder der CDU-Spitze beim Thema gleichgeschlechtliche Ehe galt vielen Unionsanhängern als Zumutung, als eine Anbiederung an die politische Mitte.

SPD-Mitgliederzahlen seit 1990 halbiert

Und viele ehemalige Stammwählerinnen und -wähler der SPD haben die Hartz4-Reformen unter Kanzler Gerhard Schröder noch immer nicht verziehen. Tatsächlich haben sich die Wahlergebnisse für die SPD seit der Amtsübernahme von Gerhard Schröder halbiert. Das spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen wider. 1990 gab es im Vergleich zu heute noch mehr als doppelt so viele Genossinnen und Genossen.

Das neue ZDF-Politbarometer zeigt, dass der steile Abwärtstrend von Union-Kanzlerkandidat Laschet unvermindert anhält. SPD-Kanzlerkandidat Scholz baut seinen Vorsprung weiter aus.

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War die Entscheidung der Regierung Schröder, das deutsche Sozialsystem umzubauen, vielleicht richtig für die Republik - aber ein zu hoher Preis für die Partei? Oskar Lafontaine, der damals im Streit über die Reformen aus der SPD ausgetreten ist, sagt:

Das hatte mit Sozialdemokratie überhaupt nichts mehr zu tun. Also ich konnte nur den Kopf schütteln über so viel Unverstand.
Oskar Lafontaine über die Agenda 2010

Grüne bald neue Volkspartei?

Ist der Abstieg der Volksparteien noch zu stoppen und entsteht mit den Grünen möglicherweise eine neue Volkspartei? "Die Grünen haben bei Erstwählern und generell bei den unter 30-Jährigen eine ungemein starke Bastion. Da erreichen die Grünen teilweise Sympathiegrade von über 40 Prozent", sagt Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach.

"maybrit illner“ mit dem Thema "Vertrauen verloren, Kurs gesucht – Wahlen ohne Merkel?" vom 3. Juni 2021, um 22:15 Uhr im ZDF.

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CDU-Veteran Bernhard Vogel glaubt, dass die Volksparteien beim Aufstieg der Grünen eine Mitverantwortung tragen: "Das Thema Umwelt ist von den beiden Volksparteien zu spät erkannt worden." Er hält es deshalb für gut möglich, dass "die Grünen eine Volkspartei werden".

Noch im Frühjahr sah es so aus, als könnten die Grünen die SPD überholen und zur Union aufschließen. Aktuell jedoch hat die Umweltpartei ein Problem: "Viele Menschen sympathisieren mit den Ideen, mit den Zielen der Grünen. Aber es geht nicht so weit, dass sie sagen: Jetzt wähle ich die Partei dann auch. Wären die Grünen in der Ausschöpfung der Potenziale auch nur annähernd so gut wie die Unionsparteien dann lägen sie im Moment bei ungefähr 28, 29, 30 Prozent", sagt Demoskopin Köcher.

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