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Donald Rumsfeld - Der Planer des Irakkriegs ist tot

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Er war Verteidigungsminister unter zwei US-Präsidenten und zuständig für den Einmarsch im Irak - nun ist Donald Rumsfeld im Alter von 88 Jahren gestorben.

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist tot. Dies teilte seine Familie am Mittwoch mit.
Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist tot.
Quelle: reuters

"Absence of evidence is not evidence of absence": Weil man etwas nicht beweisen kann, bedeutet es nicht, dass es nicht existiert. Auf Englisch klingt der Satz eleganter und Donald Rumsfeld hat Wortkonstruktionen wie diese oft gebraucht. Besonders bekannt wurden Aussagen wie diese im Zusammenhang mit dem Irak und den Massenvernichtungswaffen, mit denen die USA 2003 die Invasion in das Land rechtfertigten, die sie aber nie fanden.

Rumsfeld war als Verteidigungsminister unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush der Chefplaner des Militäreinsatzes, der zu einem Bruch im transatlantischen Verhältnis führte. Nun ist der von Kritikern als Kriegstreiber bezeichnete Politiker im Alter von 88 Jahren gestorben, wie Rumsfelds Familie in einer schriftlichen Stellungnahme mitteilte.

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Bis dato jüngster Verteidigungsminister in der US-Geschichte

Rumsfeld wurde am 9. Juli 1932 im Bundesstaat Illinois im Mittleren Westen der USA geboren. Sein Großvater stammte aus Bremen. Nach seinen Jahren als Pilot und Fluglehrer bei der US-Marine kam Rumsfeld 1957 nach Washington, wo er für einen Kongressabgeordneten arbeitete.

Mit 30 Jahren wurde der Republikaner selbst ins Repräsentantenhaus gewählt. 1969 schied er aus dem Parlament aus, um unter Präsident Richard Nixon verschiedene Beraterfunktionen auszuüben. Nach einem Jahr als Botschafter bei der Nato in Brüssel kehrte er nach Washington zurück und wurde unter Präsident Gerald Ford von 1975 bis 1977 der jüngste Verteidigungsminister der US-Geschichte. Unter George W. Bush war er dann ab 2001 der seinerzeit älteste Verteidigungsminister.

Prägendste Erinnerung: der Irakkrieg

Am stärksten wird der "Falke" im Pentagon jedoch wegen des Irakkriegs in Erinnerung bleiben, der mit dem Einmarsch im März 2003 und dem Sturz des damaligen Präsidenten Saddam Hussein begann. Als Chefplaner des Militäreinsatzes geriet Rumsfeld wiederholt heftig in die Kritik und stand mehrere Male vor dem Rücktritt.

Als seinen größten Fehler bezeichnete Rumsfeld später, dass er 2004 nicht als Pentagon-Chef zurückgetreten sei. Kurz zuvor hatte der US-Sender CBS erste Fotos veröffentlicht, die Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Wachleute im Gefängnis Abu Ghreib bei Bagdad zeigten.

Die Kriege im Irak zählen weltweit zu den teuersten des 20. Jahrhunderts. Das Land ist seit den 1980er-Jahren durch zahlreiche Konflikte gebeutelt.

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Symbole des Skandals sind Bilder, auf denen eine US-Soldatin mit einem Gefangenen posiert, der wie ein Tier angeleint ist. Ein anderes Bild zeigt einen Häftling, der offenbar mit Elektroschocks gefoltert wird. Festgehalten wurde auch, wie Insassen sexuell missbraucht und gedemütigt wurden. Mehrere US-Soldaten wurden später angeklagt und verurteilt.

Für die Menschenrechtsverletzungen in US-Haftlagern wie in Abu Ghreib machte der US-Senat 2008 unter anderem Rumsfeld mitverantwortlich. Die Bush-Regierung hatte stets einen Zusammenhang ihres "Krieges gegen den Terror" mit den skandalösen Vorgängen bestritten. Rumsfeld haftete zudem der Vorwurf an, 2002 mit der Genehmigung "aggressiver Verhörtechniken" bei mutmaßlichen Terroristen im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba zu späteren Misshandlungen beigetragen zu haben. Ende 2006 trennte sich Bush von seinem Verteidigungsminister nach einer verheerenden republikanischen Niederlage bei der Kongresswahl.

Deutschland und Frankreich? "Altes Europa", so Rumsfeld

Bei den europäischen Verbündeten war Rumsfeld wegen seiner Einstufung Deutschlands und Frankreichs als "Altes Europa" berühmt-berüchtigt.

Die beiden Länder, die entschieden gegen den Irakkrieg waren, sah er im Gegensatz zu osteuropäischen Staaten wie Polen, Ungarn oder Tschechien, die sich unter den rund 40 Ländern der "Koalition der Willigen" einreihten.

Gut vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt rechnete Rumsfeld mit den einstigen Irakkriegsgegnern Gerhard Schröder und Jacques Chirac ab. In seinen Memoiren lastete er dem damaligen deutschen Bundeskanzler und dem französischen Ex-Präsidenten an, mit ihrer Opposition die Glaubwürdigkeit der amerikanischen Androhung einer Militäraktion untergraben zu haben.

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