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Ukraine-Angriff stockt : Russlands Taktik: Rückzug oder Atempause?

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Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine läuft schleppend - nun wolle man sich laut Militär auf den Osten konzentrieren. Ein Rückzug? Eher eine Atempause, meinen Experten.

Russlands Vormarsch in der Ukraine stockt. Zwingt die Ukraine Russland zum Strategiewechsel? Geheimdienstexperte Soldatow und Militärexpertin Klein dazu bei ZDFheute live.

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30 min
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Seit gut einem Monat läuft der russische Angriffskrieg in der Ukraine - doch die Frontlinie der russischen Soldaten stagniert zuletzt und Berichte melden hohe Opferzahlen auf russischer Seite. Überraschend teilte Russland zuletzt mit, man konzentriere sich künftig auf die Donbass-Region in der Ostukraine.

Was genau diese Ankündigung aus Moskau bedeutet weiß wohl nur der Kreml. Für ZDFheute live ordnen Investigativ-Journalist und Geheimdienstexperte Andrej Soldatow und die Militärexpertin Margarete Klein von der Stiftung Politik und Wissenschaft einen möglichen Strategiewechsel ein.

Kiew meldet militärische Erfolge, jedoch gibt es keine Anzeichen für einen russischen Rückzug. Schwere Zerstörung in Mariupol, die Ukraine spricht von mindestens 5000 Toten. Die Einrichtung von Fluchtkorridoren bleibt weiter kaum möglich.

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Wie hat sich die russische Kriegstaktik verändert?

Nach einem Monat sei noch nicht so viel erreicht worden, erklärt Soldatow. So wurde seit Kriegsbeginn keine einzige Großstadt eingenommen. Offenbar holen Putins Truppen Luft und man habe nun begonnen, Erklärungen zu suchen, warum der Krieg eben doch nicht nach dem Plan verlaufe, den man sich ursprünglich vorgestellt habe, so Soldatow weiter.

Die russischen Militärs sind nervös geworden.
Andrej Soldatow, Investigativ-Journalist und Geheimdienstexperte

Eine Unterbrechung der schweren Angriffe könne nun dafür genutzt werden, logistische Probleme zu lösen, etwa um Munition und Treibstoff anzuliefern. Auch könnten die Soldaten nicht unbegrenzt in den Kampfgebieten bleiben. Auch Militärexpertin Klein sieht Veränderungen:

Wir sehen tatsächlich im Moment eine Konzentration in Richtung Osten.
Margarete Klein, Militärexpertin der Stiftung Politik und Wissenschaft

Russland hat angekündigt, sich auf den Donbass zu fokussieren. Die Militärexpertin Dr. Margarete Klein hält es für wahrscheinlich, dass das ein Bluff ist.

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Woran könnte das stockende Vorankommen Russlands liegen?

Die Geheimdienste Putins seien von einer schwachen Ukraine ausgegangen - dies sei ein Irrtum gewesen, so Soldatow. Da es binnen eines Monats nicht gelungen sei, das Land in die Knie zu zwingen, habe man nun die Taktik gewechselt.

Laut Militärexpertin Margarete Klein handele es sich bei der Konzentration auf den Donbass möglicherweise um den Versuch, im Osten der Ukraine Geländegewinne zu erzielen, um bei Verhandlungen eine bessere Position zu haben. Außerdem stehe in Russland am 1. April ein neuer Einberufungszyklus der Armee bevor - auch das könnte Truppenbewegungen beeinflussen.

Wie könnte die Taktik Russlands künftig aussehen?

Margarete Klein nennt zwei mögliche Szenarien für eine Änderung der russischen Kriegstaktik: So könnte es sich bei den aktuellen Entwicklungen lediglich um einen Bluff handeln - der Zeit gebe sich neu zu gruppieren, um dann erneut in die Offensive zu gehen. Dies habe man beispielsweise auch bei Russlands Vorgehen in Syrien beobachtet.

Möglich wäre andererseits, dass es tatsächlich eine Anpassung der Kriegsziele gebe, so Klein. Dies sei jedoch eher unwahrscheinlich, ein Eintritt in eine zweite, neue Phase des Krieges sei wahrscheinlicher. Für ein Urteil, ob sich Russland tatsächlich auf die Gebiete des Donbass im Osten der Ukraine konzentriere, sei es zu früh, so Klein.

Von einem nachhaltigen Rückzug oder Abzug oder einer anderen Strategie kann ich im Moment noch nichts sehen.
Margarete Klein, Militärexpertin der Stiftung Politik und Wissenschaft

Laut Geheimdienstexperte Soldatow haben die russischen Geheimdienste die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine unterschätzt. Viele Geheimdienstler wurden von Putins Plänen überrascht.

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Welche Perspektive gibt es für ein Ende des Krieges?

Wie sinnvoll Gespräche seien, ist laut Margarete Klein fraglich. Putin habe von vorneherein seine Ziele formuliert: Eine Demilitarisierung der Ukraine. Zusätzlich stehe hinter dem formulierten Ziel der "Entnazifizierung" der Ukraine die Absicht eines "Regime-Changes" - eines Austauschs der ukrainischen Regierung. Dies sei auch weiterhin Kriegsziel Putins.

Ich sehe im Moment auf russischer Seite keinen Willen zum Frieden.
Margarete Klein, Militärexpertin der Stiftung Politik und Wissenschaft

Frieden würde einen Rückzug, dessen bedeuten, was bisher an Krieg in der Ukraine stattgefunden hätte. Hier sehe Klein eher den Versuch bisher erreichtes zu "stabilisieren" und in einer möglichen zweiten Welle weiterzugehen. Hoffnung auf Frieden hat auch Andrej Soldatow wenig:

Ich bin sehr wenig optimistisch, dass die russische Führung bereit ist, den Krieg beizulegen.
Andrej Soldatow, Investigativ-Journalist und Geheimdienstexperte

Worauf muss sich der Westen nun konzentrieren?

Wichtig sei es, zunächst kriegerische Handlungen einzustellen, um die zivile Bevölkerung zu schützen. Eine Zusammenarbeit mit dem Kreml sollte sich jedoch schwierig gestalten:

Von vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der russischen Führung kann man sich eigentlich als Ziel verabschieden.
Margarete Klein, Militärexpertin der Stiftung Politik und Wissenschaft

Eher sei die Frage, wie man der Ukraine helfen könne. Das Land verteidige auch die gesamte Europäische Sicherheitsordnung. Denn: Putins Ziel sei die Zurücknahme aller Nato-Erweiterungen nach 1997 - dies betreffe Nato-Staaten wie Polen, Tschechien, Ungarn und der Slowakei.

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