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Rückkehr des Stellungskrieges : Donbass: Kämpfe wie im Ersten Weltkrieg

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Die schweren Kämpfe rund um Bachmut im Donbass halten an. Derweil setzen Russlands Angriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine zu. Stromausfälle sind an der Tagesordnung.

Ukrainische Soldaten feuern eine Granate ab
Bachmut ist weiter Zentrum schwerer Kämpfe im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.
Quelle: reuters

Schlechtes Wetter, starke Regenfälle und tiefer Schlamm behindern beide Seiten. Die schwersten Kämpfe finden nach wie vor im Donbass, rund um Bachmut, statt. In den letzten Wochen haben sowohl Russland als auch die Ukraine hier erhebliche Kräfte aus der Region Cherson zusammengezogen.

Russischer Durchbruch momentan nicht möglich

Trotz des starken ukrainischen Widerstands haben die russischen Streitkräfte in der letzten Woche eine Reihe von Dörfern südlich von Bachmut erobert. Die russische Absicht besteht wahrscheinlich darin, Bachmut von Süden her einzukesseln. Die gut vorbereitete ukrainische Verteidigung, das ungünstige Terrain und das schlechte Wetter erschweren jedoch größere Operationen, so dass ein russischer Durchbruch momentan nicht möglich ist und in absehbarer Zeit auch nicht erfolgen wird.

In Kiew versuchen sich die Menschen nach neun Monaten Krieg irgendwie zu arrangieren. Nach Angaben der Regierung aus Kiew sind bereits 13 000 ukrainische Soldaten getötet worden.

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Die Verluste sind auf beiden Seiten hoch. Aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen und des monatelangen Dauerbeschusses ähnelt die Bachmut-Frontlinie bereits der kriegszerstörten Landschaft von Verdun im Ersten Weltkrieg.

Im östlichen Teil der Region Charkiw und im nördlichen Teil der Region Luhansk konzentrieren sich die Kämpfe entlang der Linie Svatove-Kreminna. Russland versucht immer wieder, die ukrainischen Streitkräfte zurückzudrängen, bisher allerdings weitgehend vergeblich. Die russischen Truppen konnten kleine Gebiete zurückerobern, mussten dabei aber schwere Verluste hinnehmen.

Der frühe Tod der mobilisierten Reservisten

In der russischen Armee, scheint es gängige Praxis zu sein, neu mobilisierte (also schlecht ausgebildete und ausgerüstete) Truppen in der ersten Linie einzusetzen, während erfahrenere Einheiten in der zweiten und dritten Linie positioniert werden. Dieses Vorgehen hilft Russland, seine kampffähigeren Kräfte zu erhalten, führt aber zu hohen Verlusten unter den mobilisierten Soldaten.

Die russische Armee opfere schlecht ausgebildete und ausgerüstete Soldaten, um Zeit zu gewinnen, sagt Russland-Experte Nico Lange. Besonders ethnische Minderheiten würden verheizt.

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Weiterhin Kämpfe rund um Cherson

Die Stadt Cherson befindet sich noch immer in Reichweite der russischen Fernkampfartillerie. Die Stadt wird regelmäßig beschossen, was zu Opfern unter der Zivilbevölkerung und zu weiteren Schäden an der Infrastruktur der Stadt führt, die von den sich zurückziehenden russischen Streitkräften bereits weitestgehend zerstört wurde.

Die Ukraine führt Berichten zufolge eine kleinere Operation auf der Kinburn-Halbinsel durch, die geografisch mit den von Russland besetzten Teilen von Cherson verbunden ist. Über den Umfang und das Ziel dieser Operation sind keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Infrastrukturangriffe betreffen auch die Eisenbahn

Russland greift die kritische Energieinfrastruktur der Ukraine im ganzen Land immer wieder mit Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen an. Der anhaltende Druck erschwert es der Ukraine zunehmend, ihr Stromnetz als einheitliches System zu betreiben; Reparaturarbeiten werden immer schwieriger, da auch die Ersatzteile knapp werden. Geplante und ungeplante Stromausfälle sind in vielen Regionen des Landes an der Tagesordnung.

Auch die Bewohner der Hauptstadt Kiew leiden unter den russischen Angriffen auf die kritische Energieinfrastruktur. Oft fallen Heizungen und Strom aus.

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Darunter leidet auch die ukrainische Eisenbahninfrastruktur, da die elektrischen Lokomotiven immer weniger einsetzbar sind. Kiew erwägt mehrere Optionen, darunter sogar die mögliche (vorübergehende) Wiederbelebung alter, dampfbetriebener Lokomotiven.

Verwirrung um ukrainische Verluste

Am 30. November erklärte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, dass bereits 100.000 Soldaten im Krieg gefallen sind. Nach einem breiten öffentlichen Aufschrei stellte ein Sprecher der Kommission klar, dass es sich bei der Zahl 100.000 um eine grobe Schätzung der militärischen Verluste der Ukraine handele, die sowohl Gefallene als auch Verwundete umfasse.

Diese Interpretation deckt sich weitgehend mit den Angaben, die US-Beamte regelmäßig zu den militärischen Gesamtverlusten der Ukraine machen. Die ukrainische Führung hat auf von der Leyens Erklärung nicht mit der Veröffentlichung von eigenen Zahlen reagiert, sondern lediglich erklärt, dass Daten über die Verluste geheim sind.

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