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Szenarien : Wie geht Putin in der Ukraine weiter vor?

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Russland hat Lyssytschansk eingenommen und strebt die Kontrolle über den gesamten Donbass an. Doch wie geht es dann im Ukraine-Krieg weiter? Mögliche Szenarien.

Mehrfachraketenwerfer des russischen Militärs, der Raketen auf ukrainische Truppen an einem unbekannten Ort feuert.
Raketenwerfer des russischen Militärs: Was sind Putins nächste Ziele?
Quelle: Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

Den Donbass abriegeln, weiter vorrücken, verhandeln und damit das Gewonnene sichern oder den Westen spalten? Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg viele Möglichkeiten, seine Ziele bleiben undurchsichtig.

Komplette Kontrolle des Donbass

Niemand scheint die russischen Truppen mehr davon abhalten zu können, den Donbass komplett unter ihre Kontrolle zu bekommen. Pierre Grasser vom Fachbereich Internationale Beziehungen an der Pariser Universität Sorbonne ist der Ansicht, Russland könnte als nächstes versuchen, die Städte Slowjansk und Kramatorsk einzunehmen.

Das nächste Ziel der russischen Truppen ist die Kontrolle über die gesamte Provinz Donezk. Mit massiven Bombardements auch auf zivile Ziele bahnen sie sich den Weg.

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Allerdings haben die russischen Truppen gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, allzu weit gegen den Feind vorzurücken. Die russische "Dampfwalze funktioniert gut in der Nähe ihrer Grenzen, ihrer Logistikzentren und ihrer Luftstützpunkte", sagt Pierre Razoux von der Mittelmeerstiftung für Strategische Studien. "Je weiter sie sich von ihnen entfernen, desto komplizierter wird es."

Blockade des Schwarzen Meeres

Die russische Armee hat die südukrainische Stadt Cherson zu Beginn des Krieges schnell eingenommen. Doch die Situation an den Ufern des Schwarzen Meeres ist nicht stabil. Der australische Militärexperte Mick Ryan ist der Meinung, dass der Krieg im Süden sowie die "Befreiung ukrainischer Häfen von russischem Einfluss" von "sehr großer strategischer Bedeutung" sei.

Die Kontrolle der Küste würde Moskau ein zusammenhängendes Territorium mit der 2014 annektierten Krim sowie den Zugang zu ukrainischen Häfen am Schwarzen Meer verschaffen. Doch "die Gegenangriffe der Ukraine im Süden bedeuten für die Russen ein Dilemma. Erhalten sie die Offensive im Osten aufrecht oder stärken sie den Süden?", gibt Ryan zu bedenken.

Angriff auf Charkiw

Charkiw im Nordosten der Ukraine ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Nur einen Steinwurf von der Grenze zu Russland entfernt, ist Charkiw nach wie vor unter ukrainischer Kontrolle und könnte laut Wissenschaftler Razoux das nächste Ziel für Putin sein.

Ukraine-Karte
Russland konzentriert sich zurzeit auf den Donbass (weiß schraffiert). Folgt dann Charkiw als nächstes Ziel?
Quelle: ZDF

Im Falle eines "ukrainischen Einbrechens" könnte Moskau die ukrainischen Truppen demnach zu der Entscheidung nötigen, ob sie Charkiw verteidigen oder nach Süden in Richtung Cherson ausweichen. Eine Schlacht um die etwa 1,4 Millionen Einwohner zählende Stadt Charkiw wäre zweifellos zerstörerisch, eine Belagerung könnte laut Razoux ein Jahr dauern.

Spaltung des Westens

Mit jedem weiteren militärischen Erfolg treibt Putin den Keil tiefer in die westliche Solidarität. Colin Clarke vom New Yorker Soufan Center sagte, Russlands Ziel sei es, "die ukrainischen Truppen weiter aufzureiben" und darauf zu warten, dass "die politische Unterstützung für die Ukraine im Westen nachlässt".

Montage: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj vor einem Blick auf das zerstörte Mariupol

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Kiew hängt am Tropf der westlichen Militärhilfe. Doch laut Alexander Grinberg vom Jerusalem Institut für Sicherheit und Strategie ist den Ukrainern klar, "dass der Westen nicht all die schweren Waffen liefern kann, die sie brauchen".

Jede weitere Kriegswoche verstärkt den Druck auf die öffentliche Meinung im Westen hinsichtlich der Inflation und der Energiekrise. Laut Grinberg könnten die USA den Ukrainern eines Tages einfach sagen: "Ihr könnt nicht weitermachen."

Beginn von Verhandlungen

Die russischen Fortschritte sollten deren Verluste nicht vergessen machen: Menschenleben, Sanktionen, und die Vernichtung von Material. Putin hätte nach Meinung von Analysten viele Gründe, den Krieg beenden zu wollen.

Ende Juni hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärt, die ukrainischen Soldaten müssten nur ihre Waffen niederlegen und die von Russland gestellten Forderungen erfüllen. "Dann wird alles an einem Tag vorbei sein."

Doch selbst wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versucht wäre, den Donbass für Frieden einzutauschen, lehnen sein rechter Parteiflügel und seine Generäle laut Razoux "jeglichen Kompromiss mit Russland" ab. "Sie können einen eingefrorenen Konflikt tolerieren, aber keine Niederlage."

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