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Kollaboration auf der Krim : Terror, Flucht und Vertreibung im Donbass

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Eine größere Kollaboration mit den russischen Besatzern gibt es nur auf der Krim. Im Donbass beugt man sich dem Druck terroristischer Methoden - oder flieht.

Zwei Frauen sitzen in einem Lieferwagen im ukrainischen Bachmut.
Frauen im ukrainischen Kriegsgebiet in Bachmut, Donbass (Archivbild).
Quelle: dpa

Bei der Bewertung der humanitären Lage in den besetzten Gebieten der Ukraine sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass Teile der Ukraine bereits seit 2014 besetzt sind. Dabei ist es wichtig, zwischen den annektierten Landesteilen zu differenzieren. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich.

Unterstützung für Russland auf der Krim

Auf der Krim gab es echte Unterstützung für den Einmarsch Russlands. Auch wenn das sogenannte Referendum nicht aussagekräftig war, so war doch - wenn auch nicht die Mehrheit der Bevölkerung - ein erheblicher Teil von ihr für die Annexion durch Russland.

Nach der Annexion kam es zu Kollaboration mit den Besatzern. Die Mehrheit der Bevölkerung beschloss, zu bleiben und sich an die neuen Umstände anzupassen. Nur einige zehntausend Menschen verließen das Gebiet.

Oft Anpassung an neue Realität im Donbass

In Donezk und Luhansk sah es anders aus. Der Großteil der Bevölkerung blieb während der Ereignisse im Frühjahr und Sommer 2014 passiv und konzentrierte sich auf das eigene Überleben. Heute, acht Jahre später, sind diejenigen, die geblieben sind, größtenteils mit den Besatzungsregimen einverstanden - den sogenannten Volkrepubliken.

Karte von Transnistrien, Moldau und der Ukraine
Die abtrünngige Region Transnistrien liegt in Moldau, an der Grenze zur Ukraine.
Quelle: ZDF

Gleichzeitig haben Millionen von Menschen die Region verlassen und sind zu Binnenvertriebenen innerhalb der Ukraine geworden. Diejenigen, die ausgeharrt haben, haben sich an die neuen Realitäten angepasst und unterstützen diese mehrheitlich. Massive russische Propaganda spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Auf der Krim und im Donbass gelten unterschiedliche Regeln und Rechte

Das Leben in Luhansk und Donezk ist dabei ungleich brutaler als auf der Krim: Auf der Halbinsel gelten zumindest die russischen Gesetze, wohingegen die beiden "Volkrepubliken" juristisch gesehen "schwarze Löcher" sind, in denen ein funktionierender Staat nicht im Ansatz zu finden ist.

Ukraines Präsident Selenskyj dankt dem Westen für die neuen Waffenlieferungen, fordert aber gleichzeitig mehr Systeme für eine bessere Luftabwehr.

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Seit dem Frühjahr werden Männer zwangsrekrutiert und in den Kampf gegen die Ukraine geschickt, wobei ihnen oft nicht einmal die grundlegendste Ausbildung und Ausrüstung zur Verfügung steht. Das führt zu hohen Verlusten.

Zivilbevölkerung: Flucht nach Russland, um Tod zu entgehen

Im Donbass haben die Kämpfe Leid über die Zivilbevölkerung gebracht. Zehntausende starben im belagerten Mariupol. In Sewerodonezk und anderen Siedlungen im Donbass geschah ähnliches. Die Mehrheit der Zivilbevölkerung hat den Donbass verlassen, sofern es möglich war: Die meisten flohen in andere Teile der Ukraine. Sie machen einen Teil der rund sieben Millionen Binnenvertriebenen aus, die sich in der Ukraine aufhalten, sowie der fast sechs Millionen Flüchtlinge, die in andere Länder geflohen sind.

Nach Angaben des UNHCR wurden etwa 1,7 Millionen Menschen aus den vom Krieg betroffenen Regionen nach Russland gebracht. Auch wenn Moskau behauptet, die Menschen würden sich freiwillig auf den Weg machen, wurden die meisten von ihnen indirekt dazu gezwungen. Als die angreifenden russischen Streitkräfte nur noch die Fluchtkorridore offen ließen, die nach Russland führten, war dies die einzige Chance, dem Tod zu entgehen.

In den neu besetzten Teilen des Donbass haben die Behörden der "Volksrepubliken" die Kontrolle übernommen. Berichten zufolge wenden die neuen Machthaber terroristische Methoden gegen die Einheimischen an, um ihre Herrschaft zu festigen. Da es kaum verlässliche Informationen gibt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu ähnlichen Kriegsverbrechen wie in Butscha und Irpin kommt.

Andere besetzte Regionen wie Cherson, Saporischschja und Teile der Region Charkiw waren von den Kämpfen bisher weniger betroffen, da die anrückenden russischen Truppen ohne großen Widerstand durch sie durchziehen konnten. Seitdem stehen sie unter russischer Besatzung.

Unterdrückung und Terror sollen einschüchtern

Anfänglich gab es sowohl in Cherson und Melitopol als auch in einer Reihe anderer Städte Proteste und Demonstrationen gegen den russischen Einmarsch. Inzwischen haben die Besatzungsbehörden diese gewaltsam unterdrückt, auch mit Entführungen und Folter.

Russland übt Druck aus, um seine Kontrolle über diese Gebiete zu festigen. Der Rubel wurde als Währung eingeführt, ukrainische Internetseiten durch russische Kanäle ersetzt. Einheimische werden gezwungen, russische Pässe anzunehmen. Es kommt zu Menschenrechtsverletzungen.

Dennoch haben die russischen Behörden Probleme, Mitarbeiter zu finden, um auch nur einfache administrative Strukturen zu besetzen. Der bewaffnete Widerstand ist groß, besonders in Cherson: Partisanen konnten eine Reihe von Kollaborateuren töten und greifen die logistische Infrastruktur des russischen Militärs an.

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