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Als Dresden im Bombenfeuer unterging

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Alliierte Bombenangriffe - Als Dresden im Bombenfeuer unterging

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Das alliierte Flächenbombardement auf Dresden machte am 13. und 14. Februar 1945 aus einer Barock-Metropole ein Trümmerfeld. Beim Bombardement starben bis zu 25.000 Menschen.

Heute vor 75 Jahren begann der Angriff alliierter Bomber auf Dresden. Neben dem Gedenken an die tausenden Toten, wird der Angriff von Rechten zur Verharmlosung der Nazi-Zeit instrumentalisiert.

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Am Morgen des 13. Februar scheint die Sonne über Dresden. An diesem Faschingsdienstag herrscht trotz des Kriegsalltags verhaltene Fastnachtsstimmung. Man wähnt sich vergleichsweise sicher in der Stadt, die bis 1945 weitgehend vom Krieg verschont geblieben ist.

Niemand ahnt, dass Dresden kurze Zeit später Ziel eines Angriffes wird, der noch heute als Symbol der gezielten Luftangriffe gegen die deutsche Zivilbevölkerung gilt.

Dresden ist Anfang 1945 voller Kriegsflüchtlinge

Berlin, Hamburg, Köln - nur einige der Städte, die seit 1943 der alliierten Bombenoffensive zum Opfer fallen. Der von den Deutschen entfesselte Krieg schlägt auf das eigene Land zurück.

Um den Krieg schneller zu beenden, setzen die Alliierten verstärkt auf Flächenbombardements. Diese sollen durch größtmögliche Zerstörung vor allem die Moral der Zivilbevölkerung brechen.

Churchill befiehlt, durch Flächenbombardements die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen.

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Das "Elbflorenz" hat den Bombardements nichts entgegenzusetzen

Das wegen seiner Bauten und Kunstschätze als "Elbflorenz" bekannte Dresden ist gegen Kriegsende völlig überfüllt mit Flüchtlingen aus dem Osten. Die Bevölkerung hofft, dass die Kulturstadt von Angriffen verschont bleibt.

Doch Dresden ist auch Militärstandort und Verkehrsknotenpunkt. Ab Januar 1945 wird die Stadt sogar zum Festungsbereich ausgebaut. Trotzdem ist Dresden auf Luftangriffe nur schlecht vorbereitet, es gibt kaum Flugabwehrgeschütze, für die Bevölkerung stehen statt Bunkern vornehmlich Luftschutzkeller zur Verfügung. 

Archiv: Ein Teil des vom Künstler Yadegar Asisi geschaffenen 360 Grad Panoramabild von der zerstörten Innenstadt Dresdens nach den Bombenangriffen am 13. und 14. Februar 1945 im Panometer in der Landeshauptstadt Dresden, aufgenommen am 28.06.2019.
Ein Teil des vom Künstler Yadegar Asisi geschaffenen 360 Grad Panoramabild von der zerstörten Innenstadt Dresdens nach den Bombenangriffen 1945 (Archivbild), zu sehen im Panometer in Dresden.
Quelle: Foto: Volker Hohlfeld Panometer Dresden / imago

Großflächige Brände durch Bombenhagel

Den am 13. Februar gegen 22 Uhr beginnenden Angriffen der Royal Air Force steht Dresden nahezu wehrlos gegenüber. Die Bombardements richten sich auch gezielt gegen die historische Altstadt. Bereits die erste Bombardierungswelle resultiert in großflächigen Bränden und zerstört große Teile der Innenstadt.

Ursula Elsner erlebte als 14-Jährige die Bombennacht von Dresden im Luftschutzkeller. Im ZDF-Interview erzählt sie von der Nacht auf den 14. Februar 1945.

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Der Hauptangriff der Briten erfolgt gegen ein Uhr in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar. Die Auswirkungen sind verheerend: Aus den Einzelbränden entwickelt sich durch den erneuten Abwurf von Brandbomben ein gewaltiger Feuersturm.

Dabei werden die Luftschutzkeller zu Todesfallen, in denen Tausende elendig ersticken und verbrennen. Am 14. und 15. Februar erfolgen tagsüber zwei Flächenbombardierungen der Amerikaner.

Bis zu 25.000 Menschen fallen den Angriffen zum Opfer. Das hat eine Historikerkommission im Auftrag der Stadt Dresden 2010 festgestellt. Vom einstigen barocken Glanz Dresdens bleibt nur noch eine Trümmerwüste.

Der Dresdner Altmarkt wird Schauplatz von Verbrennungen

Bereits kurz nach Ende der Angriffe beginnen in der Stadt die Aufräumarbeiten. Der Großteil des Stadtzentrums ist zerstört. Darunter auch die Frauenkirche, das Wahrzeichen Dresdens. Tausende Opfer werden wegen der Seuchengefahr auf dem Altmarkt verbrannt.

Schon bald nach Bekanntwerden der Bombardierung und ihrer Folgen setzt internationale Kritik an den Angriffen ein. Angefeuert von der NS-Propaganda, die völlig überhöhte Opferzahlen verbreiten lässt und von zweihunderttausend toten Zivilisten spricht. Bis heute berufen sich Menschen aus dem rechten und rechtsextremen Spektrum auf diese verfälschten Opferzahlen.

13./14.2.1945: Dresden wird durch britische und amerikanische Bombenangriffe zerstört.
Mit lautem Krachen schlugen mehrere tausend Brandbomben ein. Danach ist das "Elbflorenz" ein Trümmerfeld.
Quelle: ap

Die Frauenkirche wird Mahnmal und Zeichen der Versöhnung 

Über vier Jahrzehnte erinnerten die Trümmer der Frauenkirche an die Zerstörung und das Leiden der Zivilbevölkerung im Bombenkrieg. Als Antikriegsmahnmal entwickelte sich ihre Ruine in den 1980er Jahren zum Treffpunkt der christlichen Friedensbewegung der DDR. Ihr Wiederaufbau, auch durch Spenden früherer Kriegsgegner finanziert, geriet zum Zeichen der Versöhnung.

Nach Vollendung ihres Wiederaufbaus im Jahr 2005 wurde sie zu einem Ort des Gedenkens und des Friedens. Bis heute nimmt sie besonderen Stellenwert im kollektiven Gedächtnis ein.
Alljährlich treffen sich hier deutsche, britische und amerikanische Zeitzeugen der Bombennacht im gemeinsamen Gedenken an die Opfer des Bombenkrieges.

"Als Feuer vom Himmel fiel - 4. Operation Donnerschlag": Martin-Luther-Denkmal vor zerstörter Frauenkirche.
Das Luther-Denkmal vor Dresdner Frauenkirche im März 1967: Über vier Jahrzehnte Erinnerung an die Zerstörung und das Leiden der Zivilbevölkerung.
Quelle: ap
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