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Angriff auf schwules Paar : Dresden: Prozess gegen syrischen Islamisten

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Eine Koran-Sure interpretierte der Täter als Handlungsanleitung: Der Prozess um die tödliche Messerattacke offenbart die Gedankenwelt eines Mannes, der aus religiösem Hass tötete.

Mordanschlag in Dresden

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14 min
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Am Oberlandesgericht Dresden hat der Prozess wegen des tödlichen Angriffs auf ein schwules Paar im Oktober 2020 begonnen. Angeklagt ist ein 21-jähriger vorbestrafter Syrer, der von den Behörden bereits 2017 als islamistischer Gefährder eingestuft worden war.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor. Bei der Messerattacke in der Dresdner Altstadt war ein 55-jähriger Mann aus Krefeld tödlich verletzt worden. Sein 53-jähriger Partner erlitt schwere Verletzungen. (AZ: 4 St 1/21)

Radikal-islamistische Gesinnung

Abdullah A. habe geglaubt, die beiden Männer als gleichgeschlechtliches Paar erkannt zu haben, sagte der Vertreter der Bundesanwaltschaft beim Verlesen der Anklage. Eine solche sexuelle Ausrichtung habe er "als schwere Sünde empfunden, für die er die beiden Männer bestrafen wollte".

Der Angeklagte habe aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch einen Menschen getötet, hieß es. Er soll das Paar von hinten angegriffen und auf die beiden Touristen unvermittelt eingestochen haben. Hintergrund war laut Bundesanwaltschaft seine radikal-islamistische Gesinnung.

Laut Anklage wählte der Syrer die beiden Tatopfer wenige Tage nach einer Haftentlassung aus, um sie als "ungläubige" Repräsentanten einer offenen Gesellschaftsordnung zu bestrafen. Der Angeklagte wollte sich zu Prozessbeginn zum Tatvorwurf nicht äußern. Als erster Zeuge stellte ein Psychologe aus Münster ein Gutachten zur Persönlichkeit des 21-Jährigen vor. Der Gutachter hatte im März mit dem Syrer sechseinhalb Stunden in der Justizvollzugsanstalt gesprochen.

Homosexuelle als "Feinde Gottes"

Er sei "auf dem richtigen Weg, aber noch nicht erfolgreich gewesen", soll der Angeklagte im Gespräch gesagt haben. Homosexuelle seien Feinde Gottes. Sie müssten nach Ansicht des Syrers entweder geschlagen oder getötet werden.

Dass er nach seiner Haftentlassung "etwas machen werde", sei sicher gewesen, nur was, das habe er zunächst noch nicht gewusst. Kurz vor der Tat sei er nicht sicher gewesen, ob das jetzt richtig sei, aber er habe Gott geschworen, etwas zu unternehmen, zitierte der Psychologe den Angeklagten. 

Für die Hauptverhandlung sind zunächst elf weitere Termine bis Ende Mai angesetzt. Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Exklusiv

Mordanschlag in Dresden - Der Schwulenhass der Islamisten 

Im Oktober griff ein Attentäter ein schwules Paar in Dresden an. Die Ermittlungen haben ergeben: Der Täter, ein radikaler Islamist, soll aus Schwulenhass getötet haben.

von Michael Haselrieder, Frontal 21
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