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Große Drogenrazzia gegen Münchener Polizisten

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LKA und Staatsanwaltschaft - Große Drogenrazzia gegen Münchener Polizisten

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Der Drogen-Skandal bei der Münchener Polizei weitet sich aus: Fahnder durchsuchten bei einer großen Razzia Wohnungen und Dienststellen. Ermittelt wird inzwischen gegen 21 Beamte.

Archiv: Polizisten am 16.05.2020 in München
Umfangreiche Ermittlungen: Drogen-Verdacht bei der Polizei München (Archiv)
Quelle: Imago

Anfangs standen zwei Polizisten unter Verdacht - jetzt sind es 21: Die Drogenermittlungen bei der Polizei München weiten sich aus. Die Staatsanwaltschaft München wirft den Beamten unter anderem Verstöße gegen das Betäubungsmittel- und das Anti-Dopinggesetz vor. Gegen Einzelne werde auch wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt und der Verfolgung Unschuldiger ermittelt, wie die Behörde mitteilte.

Dutzende Beamte durchsuchten am Mittwoch bei einer großen Razzia 30 Wohnungen und sieben Dienststellen in und um München, in Augsburg, Dachau, Wolfratshausen, Ebersberg und an der Hochschule der Polizei in Fürstenfeldbruck. Unterstützt wurden sie von Spezialkräften auch aus anderen Bundesländern. Sie wurden mehrheitlich erst kurz vor dem Einsatz über Ziel und Objekte informiert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es seien die wohl umfangreichsten Ermittlungen, die die Staatsanwaltschaft jemals gegen Polizeibeamte führte.

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Einige Beamte bereits suspendiert

Die Ermittlungen waren 2018 ins Rollen gekommen. Ein mutmaßlicher Drogenhändler, der vor allem Kunden eines Münchner Nachtclubs versorgt haben soll, hatte vor Gericht Vorwürfe gegen Polizisten erhoben. Ursprünglich richtete sich der Verdacht von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz nur gegen zwei Polizisten, die selbst Drogen konsumiert haben sollen. Später waren es acht - nun sind es 21 Polizeibeamte in neun Dienststellen sowie 17 weitere Personen wie Drogenhändler oder Verkäufer von Dopingmitteln. Einige der Polizisten sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits suspendiert worden.

Über Monate hinweg seien zahlreiche Durchsuchungen durchgeführt und toxikologische Gutachten eingeholt worden, so die Staatsanwaltschaft. Inzwischen laufen die Ermittlungen bei der im Sommer eingerichteten Ermittlungsgruppe "Nightlife" im Landeskriminalamt zusammen. Bislang wurden 20 Mobiltelefone, rund 1,6 Millionen Chatnachrichten und mehr als eine Million Bild- und Videodateien sichergestellt, die derzeit gesichtet werden.

Münchener Polizeipräsident: "Absolut inakzeptabel"

Der Münchener Polizeipräsident Hubertus Andrä forderte harte Konsequenzen:

Für mich ist das hier im Raum stehende Verhalten der betroffenen Polizeibeamten absolut inakzeptabel und muss, wenn sich die Vorwürfe wirklich bestätigen, mit aller gesetzlicher Härte bestraft werden
Hubertus Andrä, Polizeipräsident München

"Wir als Polizeibeamte haben durch unsere Aufgabe eine besondere Stellung in der Öffentlichkeit, die es auch stets zu achten gilt", so Andrä. "Es kann definitiv nicht geduldet werden, dass, wie es die bisherige Ermittlungslage vermuten lässt, wissentlich von Mitarbeitern unseres Polizeipräsidiums Straftaten verübt wurden."

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