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Spahn: Pflegeberufe weiter aufwerten

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"dunja hayali" - Spahn: Pflegeberufe weiter aufwerten

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Corona ist für Gesundheitsminister Spahn eine "Jahrhundert-Katastrophe". Die neue generalistische Pflege-Ausbildung mache den Beruf attraktiver, betonte er bei "dunja hayali".

Dunja Hayali erfährt in einem Pflegeheim von vielen menschlichen Schicksalen. Was lief schief im Umgang mit dem Coronavirus? Und sind wir jetzt besser vorbereitet?

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Die Corona-Pandemie stellt für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine "Jahrhundert-Katastrophe" dar. "Wir sind für den Winter besser vorbereitet, als wir es Februar-März waren", erklärte Spahn am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "dunja hayali".

Spahn: Hoffnung in neue generalistische Ausbildung

Eine Aufwertung des Pflegeberufs ist für den Gesundheitsminister entscheidend, damit sich mehr Menschen in diesem Bereich ausbilden lassen. "Die neue generalistische Ausbildung bringt nicht nur eine Erhöhung der Vergütung mit sich, sondern macht den Beruf auch attraktiver, da sowohl Spezialisierungen als auch eine Akademisierung im Anschluss an die Ausbildung möglich sind", betonte Spahn.

Eine Erhöhung des als zu eng empfundenen Pflegeschlüssels sieht er als "Henne Ei"-Problem: Wenn der Pflegeschlüssel jetzt erhöht werde, fehle dennoch das Personal, um freie Stellen auszufüllen, so Spahn.

Pflegerin: Politik muss umdenken

Pflegefachkraft Branka Ivanisevic betonte, dass erst seit der Corona-Pandemie klar geworden sei, wie systemrelevant Pflegefachkräfte eigentlich sind.

Die Fachkraft ist in einem Dilemma, denn so schön sie ihren Beruf empfinde, so schwierig machten es ihr die Umstände, diesen guten Gewissens weiterempfehlen zu können. Sie fordert deshalb ein Umdenken der Politik, damit der Pflegeschlüssel angepasst und flächendeckend einheitliche Tarifverträge ausgehandelt werden können.

"Ich vermisse, dass ich keine Zeit für die Menschen, die pflegebedürftig sind und es verdient haben mit Liebe und Würde gepflegt zu werden, habe", so Ivanisevic.

Seit fast 20 Jahren arbeitet Necla Yilmaz in der Pflege, ihr größter Wunsch: Mehr Zeit und mehr Personal. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali begleitet sie bei ihrer Arbeit.

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Helmut Wallrafen: Mindestlohn reicht nicht

"Ab einem gewissen Punkt fehlt mir ein abgestimmtes Handeln in dieser Pandemie", erklärte Helmut Wallrafen, Geschäftsführer der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach. Jetzt sei nicht die Zeit für Schuldzuweisungen: "Respekt und Fürsorge für die alten Menschen sollten an der Tagesordnung sein".

Nach Ansicht Wallrafens seien einige im Schutz der Pflegebedürftigen zu weit gegangen und hätten deren Teilhabe-Möglichkeiten zu stark beschnitten. Sorge bereite ihm zudem der schon jetzt spürbare Fachkräfte-Mangel.

Er forderte einen einheitlichen Tarif – deutschlandweit. Denn in kommunalen Einrichtungen entfielen 70 Prozent der Kosten aufs Personal. In privaten Einrichtungen seien diese Kosten häufig deutlich niedriger. Lobende Worte fand der Geschäftsführer der Sozial-Holding für die neue generalistische Pflege-Ausbildung, weil sie "eine positive Imagesteigerung mit sich bringt".

Dunja Hayali -
"Riesen-Spagat" für die Pflegeleitung
 

Die Corona-Pandemie hat ganz Deutschland getroffen. Auch vor Pflegeheimen machte das Virus nicht Halt. Wie erleben Pflegekräfte, Pflegebedürftige und Angehörige den Corona-Alltag?

von Dunja Hayali
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Andrea Kaiser: Pfleger haben Bedürfnis nach mehr Zeit mit Menschen

Der Vater von TV-Moderatorin Andrea Kaiser lebt in einer Pflegeeinrichtung und erkrankte an Covid-19: "Wir waren darauf angewiesen, dass sich die Menschen im Heim gut um meinen Papa kümmern". In Gesprächen mit dem Personal stellte Kaiser fest, dass diese sich zwar über den 500-Euro-Bonus freuten, aber sie eigentlich das Bedürfnis nach mehr Zeit bei den zu Pflegenden haben.

Die Gesellschaft müsse dieser Berufsgruppe auch mehr Wertschätzung entgegenbringen.

1.000 Euro vom Bund, die Länder können um 500 Euro aufstocken - diesen Pflegebonus will Gesundheitsminister Spahn als Prämie zahlen. Jedoch nur für die Alten- und ambulante Pflege, Krankenpfleger gehen leer aus. Die "Corona-Helden“ dort sind enttäuscht.

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Joe Kaeser: Menschen eine Perspektive nach Corona geben

Siemens-Chef Joe Kaeser erklärte, dass er keine Angst wegen Corona hatte, aber besorgt gewesen sei, "weil nicht klar war, welche Auswirkungen die Pandemie haben wird". Seiner Ansicht nach müssten Menschen, die Verantwortung für Tausende von Mitarbeitern übernehmen, diesen auch eine Perspektive für eine Zukunft nach Corona geben.

Die staatlichen Hilfen, die Siemens erhalten hat, sieht Kaeser eher als "soziale Partnerschaft": "Diese Flexibilisierung ermöglicht es uns keine Kündigungen auszusprechen und gerade in den unteren Lohngruppen stocken wir das Kurzarbeitergeld auf".

Den freiwilligen Verzicht auf Gehalt hingegen empfindet der Siemens-Chef als schwierig, denn "der Gehaltsverzicht führt zu geringeren Unternehmenskosten und höherem Gewinn, welcher dann wieder Aktionären zugutekommt". Deshalb habe man sich bei Siemens auf private Spenden an gemeinnützige Organisationen geeinigt.

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