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Gefängnis in Ecuador - Verletzte bei neuen Zusammenstößen

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Erst vor wenigen Tagen hatten verfeindete Gangs in einem Gefängnis in Ecuador Menschen getötet. Jetzt gab es dort neue Auseinandersetzungen.

Gepanzerte Fahrzeuge bewachen das Gefängnis in Guayaquil.
Gepanzerte Fahrzeuge bewachen das Gefängnis in Guayaquil.
Quelle: Jose Sanchez/AP/dpa/Bild vom 30.09.2021

Nach blutigen Kämpfen in einer Haftanstalt in Ecuador mit mehr als hundert Toten hat es in dem Gefängnis in der Hafenstadt Guayaquil neue Zusammenstöße gegeben. Dabei wurden am Samstag (Ortszeit) vier Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Eliteeinheiten der Polizei rückten mit Unterstützung von Soldaten und einem Panzer der Armee an, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Auch Polizisten unter den Verletzten

Es habe eine Schießerei unter den Häftlingen gegeben, sagte Polizeichefin Tannya Varela. Auch Polizisten seien angeschossen worden. Insgesamt habe es bei den erneuten Auseinandersetzungen am Samstag vier Verletzte gegeben.

Erst Tage zuvor waren bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden in dem Gefängnis in Guayaquil im Süden des Landes 118 Häftlinge getötet worden. Sechs der Opfer wurden enthauptet. Die Häftlinge waren mit Waffen und Granaten bewaffnet. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung wurden 86 Menschen verletzt, sechs davon schwer.

In Ecuador ist die Zahl der Toten nach den schweren Ausschreitungen in einem Gefängnis auf mehr als 100 gestiegen. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand über alle Haftanstalten.

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Als Reaktion auf die Gewalt entsendete die Regierung tausende Polizisten und Soldaten in die Gefängnisse des Landes. 3.600 Mitglieder von Polizei und Armee sollten in den Haftanstalten für Sicherheit sorgen.

Den Beamten gelang es nach Polizeiangaben am Samstag, die erneuten Zusammenstöße in dem Gefängnis in Guayaquil zu beenden und die Haftanstalt unter ihre Kontrolle zu bringen. Zwei Gewehre, drei Pistolen, Munition und Handys wurden sichergestellt.

Andere Inhaftierte schwenken weiße Fahnen

In einem benachbarten Gefängnis kletterten Insassen am Samstag auf das Dach und schwenkten weiße Stoffe. Sie hielten Schilder hoch, auf denen stand: "Wir wollen Frieden" und "Das Gesetz tötet uns". Sie baten darum, nicht in andere Haftanstalten verlegt zu werden, da es bei ihnen "keine Probleme" gebe.

Angehörige des Militärs stehen vor einem Gefängnis in Guayaquil Wache.

Ecuador - Bandenkrieg hinter Gittern: Mehr als 100 Tote 

Bei brutalen Kämpfen in einem Gefängnis in Ecuador sind 116 Menschen ums Leben gekommen. Der Präsident verhängte den Ausnahmezustand.

In den chronisch überfüllten ecuadorianischen Gefängnissen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen zwischen Mitgliedern von Banden, die mit mexikanischen Drogenkartellen in Verbindung stehen. Mit seiner Lage zwischen den bedeutenden Drogenproduzenten Kolumbien und Peru ist Ecuador eine wichtige Drehscheibe für den Drogenschmuggel in die USA und nach Europa. Guayaquil im Südwesten Ecuadors ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Sie gilt als zentraler Umschlagplatz für den Kokain-Handel.

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