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Gas-Debatte bei "Lanz" : Bundesnetzagentur-Chef: Jeder muss Gas sparen

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Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, sagte bei "Lanz", beim Gas-Sparen müssten alle mitmachen: Industrie, Wirtschaft, Bürger. Sonst drohe ein sehr "ungemütlicher Winter".

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, spricht bei Markus Lanz darüber, dass Deutschland wegen der Drosslung von Nord Stream 1 bereits jetzt Gas einsparten sollte.

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Klaus Müller sagt über sich selbst, er sei ein "Partykiller". Als Chef der Bundesnetzagentur warnt er in diesen Tagen eindringlich vor Gasknappheit im Winter – verbunden mit dreimal so hohen Preisen für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Müller wiederholte am Mittwochabend bei "Markus Lanz", "dass für einige Menschen die nächste Gasrechnung tatsächlich so hoch sein kann, dass sie Probleme haben werden, diese zu bezahlen". Mit solchen Aussagen will der Bundesnetzagentur-Chef aufrütteln. Denn er sagte auch:

Die nächsten zwölf Wochen, bis die Heizsaison beginnt, kann man jetzt noch was tun, um Gas zu sparen.
Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur

So könne man noch mit den Vermietern reden, mit Eigentümern und Hausbesitzern, ob die Heizungen richtig eingestellt seien. "Viele Gasthermen sind nicht gut eingestellt – das heißt, sie verschwenden Gas und damit natürlich auch das Geld."

Weil Russland weniger Erdgas nach Deutschland liefert, hat der Energieversorger Uniper um Staatshilfe gebeten. Und auch die Sorge um die wichtige Pipeline Nord Stream 1 wächst.

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Müller: Putins Gasreduzierung ist ein Vertragsbruch

Die Lage bei der Gasversorgung sei auch deswegen so angespannt, weil Russland vor zehn Tagen die Gaslieferungen durch die Pipeline Nordstream 1 um 60 Prozent gedrosselt habe. "Das ist ein klarer Vertragsbruch", sagte Müller. Putin habe auch in einer Rede ausgeführt, dass diese Drosselung eine bewusste Entscheidung gewesen sei, da ihm eine neue Wirtschaftsenergieordnung vorschwebe.

Genau das sei jetzt ein "harter Einschnitt" in die deutsche Versorgungssicherheit. "Darüber müssen wir jetzt reden – und nicht erst dann, wenn wir alle die Heizung anwerfen müssen, weil es Herbst oder Winter ist", sagte Müller. Und weiter:

Das betrifft die Industrie, das betrifft die Wirtschaft, die diese Gaspreise schon etwas früher spüren. Das betrifft aber auch jede und jeden von uns.
Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur

Bundesnetzagentur-Chef Müller war zu Gast bei "Lanz".

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Sieht der Kanzler die Lage zu entspannt?

Angesichts dieser Schilderungen lösten die jüngsten Äußerungen des Bundeskanzlers Unverständnis in der Runde bei Lanz aus. Olaf Scholz hatte auf die Frage geantwortet, ob er noch Alltagstipps zum Energie sparen geben könne: "Nö." Man werde sich mit diesen Fragen erst beschäftigen müssen, wenn zu wenig Energie zur Verfügung stehe. "Gegenwärtig haben wir genug", so Scholz.

Journalist Gregor Peter Schmitz erklärte die Haltung des Bundeskanzlers mit einer "Urangst der Politik": Offen anzusprechen, dass Leute etwas verlieren werden. Denn genau das löse andernorts "unglaubliche Wut" aus:

Wenn man einmal etwas hat und das dann verliert: Das ist die größte Angst von Gesellschaften. Das steht uns bevor in den nächsten Jahren.
Gregor Peter Schmitz, Journalist

Die Energiepreise in Deutschland explodieren. Auch das russische Erdgas könnte knapp werden. Für das alternative Flüssiggas LNG müssen aber erst Terminals gebaut werden.

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Bundesnetzagentur: Aktuell haben wir noch genug Gas

In Hinblick auf die Debatte um Verzicht und Abstiegsängste sagte Schmitz: "Ich verstehe auch, dass Scholz davor zurückschreckt, aber das ist die Aufgabe von politischer Führung." Bundesnetzagentur-Chef Müller sagte noch, Scholz habe recht damit, dass man aktuell noch genug Gas habe:

Stand heute haben wir für den Gasverbrauch, den wir Ende Juni haben, genug Gas, wir speichern sogar ein.
Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur

Aber: "Wir speichern nicht mehr so viel ein wie in den letzten Tagen und Wochen, das macht mich ein wenig besorgt und angespannt." Hier sehe er aber keine Kontroverse. So habe der Bundestag Gesetze beschlossen wie das Gasspeichergesetz und das Gesetz zum Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken, das in der kommenden Woche auf der Tagesordnung stehe.

Nicht erst im Herbst auf mögliche Knappheit reagieren

Hinzu komme noch das Chartern von vier Flüssiggasterminals, um zusätzlich Gas zu beschaffen. "Trotzdem ist es die Aufgabe der Bundesnetzagentur, in verschiedenen Szenarien auch vom schlimmsten Fall auszugehen. Und zum schlimmsten Fall könnte gehören, dass die Nordstream 1 nach einer Wartung nicht wieder auf 40 Prozent oder irgendeine Last erhöht wird", sagte Müller.

Müller weiter: "Und dann kommen wir in unseren Szenarien in sehr, sehr ungemütliches Wasser. Und dem kann man eben nicht erst im Herbst oder Winter begegnen, sondern jetzt. Darum die Dringlichkeit in meinen Interview-Äußerungen."

Welche Folgen hat der Engpass für Unternehmen und Verbraucher?

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