Kommunen zu Energiekrise: Straßenlampen aus, Schwimmbäder zu

    Energiekrise fordert Einsparung:Kommunen: Straßenlampen aus, Schwimmbäder zu

    |

    Im Kampf gegen die Energiekrise reagieren die Kommunen in Deutschland mit drastischen Einsparungen und wollen auch künftig daran festhalten. Vor allem für Schwimmer wird's bitter.

    Schwimmhalle in Münster (Nordrhein-Westfalen), aufgenommen am 21.06.2021
    Künftig ein gewohntes Bild? Geschlossene, leere Schwimmhalle in Münster. (Archivfoto)
    Quelle: imago

    Angesichts der Energiekrise wollen etliche Kommunen in Deutschland einer Umfrage zufolge sparen und etwa Schwimmbäder schließen oder die Straßenbeleuchtung reduzieren. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der von der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) befragten Städte und Gemeinden will Leistungen kürzen.
    Im Vorjahr hatte der Anteil bei 26 Prozent gelegen. Befragt wurden dafür im Oktober und November 301 Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern. Da es in einigen Bundesländern vergleichsweise viele kleinere Kommunen gebe, seien die Ergebnisse "bedingt repräsentativ.
    Energiekrise Krankenhaus
    Auch Städte und Gemeinden wissen nicht mehr, wie sie die Energierechnungen bezahlen sollen. Oft ist die Kassenlage ohnehin schlecht und jetzt kommen noch die enormen Heizkosten oben drauf.22.10.2022 | 4:42 min

    Rotstift auch bei Jugendbetreuung und Seniorenarbeit

    Knapp jede dritte befragte Kommune plant demnach eine Schließung oder Einschränkungen beim Betrieb von Hallen- und Freibädern. Die Straßenbeleuchtung wollen zwei von fünf Kommunen herunterfahren. Und bei Angeboten in der Jugendbetreuung oder in der Seniorenarbeit setzt demnach jede sechste Stadt oder Gemeinde den Rotstift an.
    Für das kommende Jahr geht demnach rund die Hälfte der befragten Finanzverwaltungen von Ausgabensteigerungen für Energie von 20 Prozent und mehr aus.

    Für das kommende Jahr rechnen wir mit einer steigenden kommunalen Verschuldung.

    EY-Experte Sven-Joachim Otto

    Über die Hälfte der Kommunen erwarten Minus in den Kassen

    Angesichts der Inflation, erwarteten Tarifsteigerungen für kommunale Angestellte und den Mehrbelastungen für die Versorgung von Geflüchteten gingen die Kommunen weiter von klammen Kassen aus.

    Bei 59 Prozent steht am Ende des Jahres den Zahlen zufolge voraussichtlich ein Minus, nur elf Prozent erwarten einen Haushaltsüberschuss. Jede dritte Kommune rechnet mit einer Zunahme ihrer Schulden.

    Investitionen in ihre Gebäude, um etwa die Energiewende voranzutreiben, plant demnach jede zweite Stadt oder Gemeinde.

    EY-Experte Sven-Joachim Otto


    Energiesparen durch ein Absenken der Raumtemperatur oder das Abschalten der Straßenbeleuchtung sei das eine. "Viel wichtiger aber sind Effizienzmaßnahmen, die langfristig Energieverbräuche mindern oder nachhaltige Energieträger einsetzen."

    Gasspeicher und Gasverbrauch
    :Wie es um unsere Gasversorgung steht

    Wie viel Gas verbrauchen Haushalte und Industrie? Wie voll sind die Gasspeicher? Wie viel Gas bekommt Deutschland? Grafiken zur Gasversorgung in Deutschland.
    von H. Koberstein, R. Meyer, N. Niedermeier, M. Zajonz
    Gasspeicher Messgerät
    Grafiken
    Quelle: Reuters, dpa

    Mehr zur Energiekrise