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Erdogan fordert Boykott französischer Waren

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Konflikt mit Frankreich - Erdogan fordert Boykott französischer Waren

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Der Streit zwischen Frankreich und der Türkei über den Umgang mit dem Islam verschärft sich. Erdogan hat seine Landsleute zum Boykott französischer Produkte aufgerufen.

Der türkische Präsident Erdogan ruft zum Boykott französischer Ware auf und wirft seinem französischen Amtskollegen eine "von Macron gesteuerte Hasskampagne" gegen Muslime vor, nachdem dieser stärker gegen radikalen Islamismus vorgehen will.

Beitragslänge:
2 min
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Im Konflikt mit Paris hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Boykott französischer Waren aufgerufen. Er äußerte sich in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.

So wie in Frankreich einige sagen 'kauft keine türkischen Marken', richte ich mich an meine Nation: Achtet nicht auf französisch gekennzeichnete Waren, kauft sie nicht.
Recep Tayyip Erdogan, türkischer Präsident

Erdogan: "Von Macron gesteuerte Hasskampagne"

Mit Blick auf die angebliche Islamfeindschaft in Europa zog er einen Vergleich zum Nationalsozialismus. Muslime seien in Europa einer "Lynchkampagne" ausgesetzt, die mit der Verfolgung "der Juden vor dem Zweiten Weltkrieg" vergleichbar sei, sagte Erdogan.

Europäischen Staats- und Regierungschefs warf er vor, "im wahren Sinne Faschisten" und "Kettenringe des Nationalsozialismus" zu sein. Europa müsse die "von Macron gesteuerte Hasskampagne" gegen Muslime beenden. Am Samstag hatte Erdogan Macron scharf attackiert und unter anderem erklärt, Macron gehöre in psychiatrische Behandlung.

Hintergrund der scharfen Äußerungen ist der Streit über Macrons Reaktion auf die mutmaßlich islamistisch motivierte Ermordung eines Geschichtslehrers nahe Paris in der vergangenen Woche. Macron stellte klar, dass die Meinungsfreiheit in Frankreich auch das Recht beinhaltet, den Propheten Mohammed zu karikieren. Macron hatte strengere Kontrollen von Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen angekündigt.

Demonstrationen gegen Macron

Paty hatte Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt und war danach auf offener Straße getötet worden. Die islamische Tradition verbietet es, den Propheten Mohammed abzubilden.

Als Antwort auf Macrons Äußerungen gab es in mehreren muslimischen Ländern Demonstrationen gegen Macron. Supermärkte in Katar und Kuwait bereiten den Boykott französischer Produkte vor, auch in Jordanien sollen französische Waren verbannt werden.

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