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"Kein Pakt mit Faschisten" - 18.000 demonstrieren in Erfurt gegen Bündnisse mit AfD

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"Kein Platz für Nazis" und "1933 lässt grüßen" stand auf den Plakaten von Anti-AfD-Demonstranten in Erfurt. Auch in Dresden kam es zu Protesten. Auslöser war ein rechter Aufmarsch.

Zehn Tage nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD haben am Samstag in Erfurt Tausende Menschen gegen Bündnisse mit den Rechtspopulisten auf allen politischen Ebenen demonstriert.

Die Teilnehmer setzten damit "ein deutliches Zeichen der offenen und solidarischen Gesellschaft", wie die Organisatoren erklärten. Die Wahl Kemmerichs sei ein politischer Tabubruch gewesen. Die Organisatoren der Kundgebung sprachen von mehr als 18.000 Teilnehmern.

Bündnis "Unteilbar" rief zu Protesten in Erfurt auf

"Kein Platz für Nazis" oder "1933 lässt grüßen" war auf Plakaten zu lesen, die von den Demonstranten in der thüringischen Landeshauptstadt hochgehalten wurden.

Bundesweit aufgerufen zur Teilnahme an der Demonstration hatte das Bündnis "Unteilbar". Motto der Veranstaltung war "Nicht mit uns - kein Pakt mit Faschisten - niemals und nirgendwo".

"Durch den Pakt mit der AfD haben CDU und FDP der extremen Rechten die Tür zur Macht einen Spalt breit geöffnet", sagte eine Sprecherin von Unteilbar. Dank der nicht nachlassenden Proteste sei es "uns als Zivilgesellschaft gelungen, diese Tür krachend wieder zuzuschlagen".

Jüdische Gemeinde mahnt zu gemeinsamem Kampf gegen AfD

Die AfD relativiert heute offen den Nationalsozialismus.
Reinhard Schramm, Jüdische Gemeinde

Reinhard Schramm von der Jüdischen Gemeinde mahnte, der gemeinsame Kampf der Demokraten gegen die rechte AfD dürfe nicht der Konkurrenz um die politische Führung Thüringens geopfert werden. Sie propagiere Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Hass. "Damit ist die AfD mitschuldig an der Zunahme rechtsextremistischer Verbrechen."

Auch in Dresden kam es zu Demonstrationen. Nach Angaben der Organisatoren versammelten sich mehrere hundert Teilnehmer gegen eine Neonazi-Veranstaltung. Zu dem Aufzug zur Erinnerung an die Zerstörung der Elbestadt durch alliierte Bomber im Februar 1945 hatte unter anderen die NPD aufgerufen.

Tausend Rechtsextreme in Dresden

An dem Marsch beteiligten sich Beobachtern zufolge mindestens 1.000 Rechtsextreme, darunter auch aus Schweden und Kroatien. Wegen einer größeren Blockade durch die Gegendemonstranten veränderte die Polizei nach Angaben eines Sprechers kurzfristig die Demonstrationsroute der Rechtsextremen, "um die Verhältnismäßigkeit zu wahren".

Dresden erinnert an die alliierten Luftangriffe im Februar 1945. Hier die Rede des Bundespräsidenten in voller Länge.

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Ursprünglich wollten die Neonazis durch die Dresdner Altstadt laufen. Zu den Gegendemonstrationen hatte das Bündnis "Dresden Nazifrei" aufgerufen. Es seien deutlich mehr Teilnehmer gekommen als erwartet, sagte eine Sprecherin des Bündnisses.

Alleine auf zwei Demonstrationszügen seien insgesamt etwa 3.000 Menschen gezählt worden. Dazu hätten einzelne Gruppen immer wieder die rechte Demonstrationsstrecke blockiert.

13./14.2.1945: Dresden wird durch britische und amerikanische Bombenangriffe zerstört.

Bombardierung Dresdens 1945 - Erinnern mit Agenda 

Wie viele Menschen starben bei der Bombardierung Dresdens 1945? Die AfD macht die eigentlich geklärte Frage zum Streitthema – und stellt sich in eine Reihe mit Rechtsextremisten.

von Nils Metzger
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